Wenn mir ein Thema wichtig war, so bin ich es angegangen – und ich konnte auch andere dafür gewinnen“, erzählt Evi Keifl heute, wenn man sie auf ihr Leben anspricht. Dieser ihr Lebenslauf enthält gar einige bemerkenswerte Qualifikationen und Stationen. <BR /><BR />Eine Vielzahl an Bildungsinitiativen hat sie angestoßen, Dokumentarfilme produziert, in Redaktionen gearbeitet, die Verbraucherzentrale mitbegründet, eine Mediationsausbildung gemacht oder sich als Gemeinderätin in Bozen politisch eingebracht. „Die 5 Jahre in der Politik an der Seite von Rudi Benedikter waren eine sehr lehrreiche Erfahrung, die ich nur weiterempfehlen kann“, kommentiert sie ihr Zwischenspiel als Mandatsträgerin für die Bürgerliste „Projekt Bozen“ von 1995 bis 2000. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="836501_image" /></div> <h3> Protestmarsch mit „Kinderwagelen“</h3>Wie es jedoch häufig der Fall ist, scheinen die besonders interessanten Dinge im Curriculum erst gar nicht auf. So zählte sie beispielsweise in den 1980er-Jahren zu den vehementesten Gegnern des Vorhabens „Golfplatz im Montiggler Wald“ und so gehörte sie in den 1990er-Jahren zu den Gründungsmitgliedern der Südtiroler Verbraucherzentrale. In jener Zeit startete sie in Bozen auch die Bürgerinitiative „Dicke Luft“.<BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="836504_image" /></div> <BR /><BR />Ein Highlight war der Marsch im Herzen der Stadt von rund 200 Müttern, die mit ihren Kindern und „Kinderwagelen“ gegen den ausufernden Verkehr protestierten. Evi Keifl erklärt: „Die Situation damals war untragbar: Mit meinen 3 kleinen Kindern im Schlepptau musste ich bei jedem Gang in die Stadt um die Autos herumkurven, weil die Gehsteige kategorisch zugeparkt wurden. Also habe ich zum Protest aufgerufen, war aber selbst erstaunt, dass sich derart viele Mütter beteiligten.“ <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="836507_image" /></div> <BR /><BR />Es ist nur eine von vielen Initiativen, die das gesellschaftspolitische Engagement der ehemaligen Lehrerin zeigt. Schon immer machte sie sich für Bürgeranliegen und den Schutz der Umwelt stark. Manche würden sie als rebellischen Geist einstufen, eloquent, selbstbewusst und zuweilen aufmüpfig, sie selbst dagegen empfindet sich eher als Frau, die einfach nur wichtige Bildungsthemen vorantreiben will. Das ziehe sich wie ein roter Faden durch ihre Vita.<BR /><BR />Heute sind der Klima- und Artenschutz ihre wichtigsten Anliegen, schließlich ist die überzeugte Vegetarierin seit einigen Jahren treibende Kraft der „Kampagne Mahlzeit“ und der Gemeinschaftsgärten inner- und außerhalb der Landesgrenzen. „Mich treibt die Sorge um die Zukunft an, unsere Kinder und Enkelkinder werden mit den katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels leben müssen“, meint sie nachdenklich. Es sei augenscheinlich, dass die Menschen die Realität nicht wahrhaben wollen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="836510_image" /></div> <h3> Himmlisch schöner Lieblingsplatz</h3>Wenn Evi Keifl nicht gerade an einem ihrer Projekte arbeitet, dann werkelt sie gerne in ihrem großen Garten in Gries, freut sich auf Besuche ihrer Kinder mit den 3 Enkelbuben oder unternimmt ausgiebige Bergwanderungen. Insbesondere der Vinschgau habe viele lohnenswerte Ausflugsziele zu bieten, wobei ihr persönlicher Lieblingsplatz knapp hinter der Schweizer Grenze im Val Müstair liegt: Es ist der malerische Bergsee Lai da Rims auf fast 2400 Meter Höhe.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="836513_image" /></div> <BR /><BR />41 Jahre ist sie bereits mit ihrem Armin verheiratet, aufgewachsen ist sie – die Christoph Eva – auf einem Bauernhof in Eppan zusammen mit 2 jüngeren Brüdern. „Schon als Jugendliche suchte ich den Austausch mit den Leuten, ich war eine regelrechte Vereinsmeierin“, sagt sie schmunzelnd. Tatsächlich hat sie in Eppan die Ortsgruppe der Bauernjugend und der SVP-Jugend sowie die örtliche Umweltgruppe mitbegründet. Bis heute konnte sie sich diese Begeisterungsfähigkeit und dieses hohe Maß an Vitalität bewahren. Und wer weiß, was ihr womöglich noch alles so einfällt. Denn mit 66 Jahren – so hat ein bekannter deutscher Liedermacher einmal gesungen – ist noch lange nicht Schluss.<h3> Zur Person</h3>In ihrem Erstberuf war Evi Keifl (66) Lehrerin, doch im Laufe ihres Lebens übernahm sie viele Rollen im Bereich der Kommunikation – etwa als Autorin, Mediatorin, Filmschaffende, Moderatorin und Initiatorin vieler partizipativer und ökosozialer Projekte. Sie ist in Eppan aufgewachsen, ist Mutter von 3 erwachsenen Kindern und lebt schon lange in Gries/Bozen. <BR />