<b>Von Edith Runer</b><BR /><BR />Wer die Olympischen Winterspiele in Antholz verfolgt hat, konnte abseits von Loipe und Schießstand auch das eine oder andere bekannte Gesicht entdecken, etwa jenes von Nathalie Santer. <BR /><BR />Bei Biathlon-Fans dürfte es jetzt klingeln. Wem dieser Name aber nicht geläufig ist, der sei daran erinnert, dass es schon vor Dorothea Wierer, Lukas Hofer & Co. Biathletinnen und Biathleten gab, die Südtiroler Sportgeschichte geschrieben haben. Nathalie Santer ist eine von ihnen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-74475403_listbox" /><BR /><BR />Die gebürtige Toblacherin, heute 54 Jahre alt, feierte ihre größten sportlichen Erfolge in den 1990er-Jahren. In der Weltcupsaison 1993/1994 belegte sie sogar den zweiten Gesamtrang, war Siegerin in der Einzel- und Zweite in der Sprint-Gesamtwertung. Fünfmal nahm sie an Olympischen Spielen teil. Eine Medaille blieb ihr dort zwar verwehrt, doch ihrem Ehrgeiz tat das keinen Abbruch. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1305240_image" /></div> <h3> Leidenschaft Springreiten</h3>Wenn man sie heute allerdings nach Ergebnissen und Jahreszahlen aus ihrer Biathlonkarriere fragt, merkt man schnell, dass sie sich damit kaum noch beschäftigt. „Ich schaue lieber nach vorne“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. <BR /><BR />Tatsächlich scheint es auf den ersten Blick, als hätte Nathalie Santer nach ihrem Karriereende im Jahr 2008 einen völlig neuen Weg eingeschlagen. Als Inhaberin eines Pferdehofes gibt sie Reitunterricht, bietet Urlaub auf dem Bauernhof an und trainiert eine junge Gruppe von Springreiterinnen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1305243_image" /></div> <BR /><BR />Auf den zweiten Blick war dieses wörtliche Umsatteln weniger überraschend. „Ich war schon als Kind eine begeisterte Reiterin, wir hatten sogar ein eigenes Pferd“, erzählt Nathalie. <BR /><BR />Während ihrer Biathlonkarriere rückte das Hobby aus Zeitgründen in den Hintergrund – ganz aus den Augen verloren hat sie es aber nie. Ihre Leidenschaft galt stets dem Springreiten, das sie ab 2008 wieder intensiver betrieb. Sie nahm auch an Turnieren teil und meistert nach wie vor Höhen bis 1,30 Meter. „Ein gutes Mittelmaß“, sagt sie bescheiden.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1305246_image" /></div> <h3> Jetzt auch Pferdezucht</h3>Lange Zeit blieben Pferde im Leben von Nathalie Santer dennoch nur „die schönste Nebensache der Welt“. Nach ihrer aktiven Laufbahn war sie zunächst für mehrere Jahre weiterhin im Wintersport tätig.<BR /><BR /> Parallel dazu entwickelte sie jedoch ihr zweites Standbein auf dem familieneigenen Steinwandterhof in Prags, wo sie eine Reithalle errichten ließ, und sie absolvierte die Ausbildung zur Reitlehrerin. Heute sind der Hof und die Pferde ihr Lebensmittelpunkt. „Ich bin mittlerweile auch Züchterin“, erzählt Nathalie.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1305249_image" /></div> <BR />Ganz losgelassen hat der Wintersport sie dennoch nie. 2022 wurde sie in den Vorstand der International Biathlon Union (IBU) gewählt, ein Ehrenamt, das doch recht viel Zeit in Anspruch nimmt. <BR /><BR />„Wir arbeiten an der strategischen Weiterentwicklung des Biathlonsports, passen das Regelwerk an und planen den Wettkampfkalender“, beschreibt sie einige der Aufgaben. Immer wieder ist sie bei internationalen Bewerben vor Ort – im Weltcup ebenso wie bei IBU-Cups oder Juniorenrennen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1305252_image" /></div> <BR /> Ihre Motivation: „Ich war 26 Jahre lang Biathletin. Der Sport hat mein Leben geprägt. Mit diesem Amt möchte ich etwas zurückgeben.“ Deshalb wird sie im September bei den Neuwahlen ein weiteres Mal kandidieren.<h3> Biken und langlaufen</h3>Bleibt bei all diesen Tätigkeiten überhaupt noch Zeit für etwas anderes? Nathalie Santers ehrliche Antwort: „Nein.“<BR /><BR /> Ab und zu unternimmt sie mit ihrer Schwester Stephanie, die im familieneigenen Hotel mithilft, oder mit Saskia, die als Physiotherapeutin in Deutschland wohnt, eine Mountainbike-Runde – am liebsten von Toblach nach Schluderbach und über die Plätzwiese zurück. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1305255_image" /></div> <BR />Früher sei sie leidenschaftlich Rennrad gefahren, erzählt sie, „aber mittlerweile ist mir auf den Straßen zu viel Verkehr“. Dafür genießt sie die wenigen Stunden, die ihr im Winter zum Langlaufen in der Natur bleiben, umso mehr. <BR /><BR />Und wie ist es mit Entspannen bei einem Buch oder Musik? „Oje, das würde ich nicht lange aushalten“, gibt sie zu. „Ich brauche immer etwas zu tun.“ Nathalie Santer wirkt zufrieden mit ihrem Leben, das vom Sport geprägt ist. Und auch wenn Muße selten Platz hat, so hat auch der Stress keine Chance. Dafür liebt sie das, was sie tut, viel zu sehr. <BR /><BR /><embed id="dtext86-74475400_listbox" />