Dienstag, 18. August 2020

Ex-Fiat-Chef und Italiens Industriekapitän Romiti gestorben

Der angesehene Industriekapitän und ehemalige Präsident des italienischen Autokonzerns Fiat, Cesare Romiti, ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Der 1923 in Rom geborene Manager führte 25 Jahre lang den Autobauer Fiat und prägte Italiens Fahrzeugindustrie zutiefst.

Fiat Chrysler hatte Mitte März die Produktion in Italien eingestellt.
Fiat Chrysler hatte Mitte März die Produktion in Italien eingestellt. - Foto: © APA (AFP/Archiv) / MARCO BERTORELLO
Der in einfachen Verhältnissen in Rom zur Welt gekommene Romiti arbeitete nach dem Wirtschaftsstudium vorerst im Bankensektor, wechselte aber schon 1947 zum Chemiekonzern Snia, wo er bis zum Finanzchef und Vizepräsidenten aufstieg. Nach seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender bei der Fluggesellschaft Alitalia kam er 1974 zu Fiat. Romiti stieg dort 1976 zum alleinverantwortlichen Generaldirektor auf. Nach dem Rücktritt von Vittorio Ghidella, dem Chef der Autosparte von Fiat, übernahm er später auch dessen Funktion.

Romiti, der spröde Manager, der seinen Urlaub gern auf stürmischen schottischen Inseln verbrachte, rückte zur eigentlichen Schlüsselfigur bei Fiat auf. Er galt als Regierungschef der Fiat-Monarchie und wurde als unerbittlicher Sanierer, aber auch als weitsichtiger Denker bekannt.

Unter seiner Führung setzte Fiat wichtige Internationalisierungsschritte.
1998 verließ Romiti Fiat und wurde Präsident der RCS Media Group. Mitte der 2000er-Jahre zog er sich aus dem operativen Geschäftsleben zurück. Im Jahr 2000 wurde er von einem italienischen Gericht zu 11 Monaten Gefängnis verurteilt, weil es während seiner Zeit als Fiat-Geschäftsführer zu finanziellen Unregelmäßigkeiten gekommen war. Das Urteil wurde 2009 wieder aufgehoben.

apa