Sie waren Freeriden in Argentinien, Skifahren in Norwegen, Fliegen und Paddeln in Neuseeland oder Freeriden in Pakistan. Natürlich haben sie sich im Alpenraum und im Abenteuer-Eldorado Dolomiten gehörig ausgetobt. <BR /><BR />Doch ein verwegenes Unterfangen auf ihrem Hausberg, dem Ifinger, haben sie sich bis jetzt aufgehoben – eine Steilwandabfahrt, wie sie einst dem Bergsportpionier Heini Holzer gelungen ist. Natürlich nach ihrem Gusto, nach ihrem alpinistischen Style und mit bestem Equipment. <BR />Die Rede ist von den Brüdern Matthias (29) und Jakob Weger (26), einst Profi-Kanuten, mittlerweile erfolgreiche Multisport-Athleten.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1140702_image" /></div> <BR />Sie verdienen sich heute ihren Lebensunterhalt mit Abenteuern in der freien Natur und gekonnter Inszenierung in den sozialen Kanälen – auf Instagram bedienen sie mehr als 250.000 Follower, auf Youtube über 32.000.<BR /><BR /><b>Berüchtigte Steilwand</b><BR /><BR />Am 16. Februar diesen Jahres passte schließlich alles (Wetter, Temperaturen, Schneebeschaffenheit) zusammen, um das Wagnis durchzuziehen: Die Steilwand mit einer Neigung von bis zu 55 Grad mit den Brettern abzufahren und dann mit einem ebendort vorher angebrachten Paragleiter schließlich ins Tal zu schweben. Jakob, der Jüngere der beiden, bewältigte den haarsträubenden Berghang mit seinem Splitboard, Matthias vertraute wie einst Steilwandikone Heini Holzer auf seine Ski. „Wir haben eine etwas direktere Linie als damals Heini Holzer gewählt, diese erforderte eine 30 Meter lange Abseilpassage“, fasst Jakob das Projekt zusammen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1140705_image" /></div> <BR />Von der Rückseite sind sie als Skitourengeher zum Ausgangspunkt hochgestiegen, haben zunächst die Schneestabilität getestet und sind dann los – der große Bruder mit den Skiern voraus, Jakob als erster Snowboarder überhaupt hinterher. Eine derartige Abfahrt erfordere einen starken Fokus und bereits durchgespielte innere Abläufe – ist man einmal in der Wand drin, habe man keine Zeit mehr zum Denken. „Man geht da mit einer Mischung aus Vorfreude, Respekt und Nervosität rein, dann ist man voll und ganz auf die Abläufe konzentriert und schließlich, wenn man es geschafft hat, wird der Körper von mords Glücksgefühlen durchflutet“, zeichnet Jakob die Gefühls-Achterbahn nach. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1140708_image" /></div> <BR />Die kontrollierte Abfahrt mit den Skiern bzw. dem Brettl nahm etwa eine halbe Stunde in Anspruch, es folgte eine Abseilaktion über 30 Meter von 2 Stunden bis zum Standort des Paragleiters am unteren Ende des Hangs, während der Flug bis zur Landung in der Noaf lediglich 5 Minuten beanspruchte. Detaillierte Planung, Sicherheit und Risikoabschätzung gehören selbstverständlich dazu. „Wir bereiten uns eingehend auf unsere Projekte vor und sind sicherlich nicht lebensmüde“, beteuert Jakob. <h3>Leben für die Abenteuer</h3>„Die Idee hatten wir schon länger im Kopf, es ist ein Hammer, wie Heini Holzer diese Abfahrt vor 50 Jahren mit der damaligen Ausrüstung geschafft hat“, zollt Jakob dem Pionier Respekt. Die Steilwandabfahrt mit Paragleiterflug ist bloß eines von vielen Abenteuern der beiden Multisport-Athleten, die beide jahrelang die internationale Kanuszene mitgeprägt hatten. Die Passion für das rauschende Wildwasser hatten sie von ihrem Vater Walter vererbt bekommen, mit der Zeit wurde das Kanu verstärkt mit dem Paragleiter, den Kletterpatschen sowie den Skiern bzw. dem Snowboard ersetzt. <BR /><BR />Vom Multisport-Modell (Werbeträger für Sponsoren, Bedienung sozialer Medien etc.) können die beiden Brüder gut leben. Vor allem lässt sich dabei viel erleben. So wurde etwa ihr Beitrag über eine Expedition in der Mitternachtssonne Norwegens im Zuge des „Freeride Filmfestivals 2023“ in über 300 europäischen Kinos gezeigt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1140711_image" /></div> <BR />Ihre Action-Spielwiese mag sich zwar über den gesamten Globus erstrecken, allerdings liegt ein Fokus immer auf den heimischen Bergen, etwa den Dolomiten, dem Ortler-Massiv oder eben auf ihrem Hausberg. Der Ifinger mit Umgebung wird auch Schauplatz ihres neuen Filmprojekts „Homerun“ sein. <BR /><BR /><b> <a href="https://www.youtube.com/channel/UCP-Gr-w1V90LAez3If6KGCQ" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier geht es zum Youtube-Kanal der Weger Brothers.</a></b>