Bruce Willis war da. Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard auch. Eva Longoria, Peter Doherty und Isabelle Huppert ebenso. Die Liste der Cannes-Stars auf dem Festival ist lang. Einer aber versetzte die Fotografen, Journalisten und Autogrammjäger wieder in fast hysterische Aufregung: Brad Pitt. Wo auch immer der 48-Jährige bei den Internationalen Filmfestspielen auftaucht, stehen die Fans und Kamerateams schon bereit. Sie rufen „Brad! Brad!“, schubsen und drängeln, nur um einen Blick auf den Star zu erhaschen. Viele hatten am Dienstag wahrscheinlich auch auf seine Verlobte Angelina Jolie gehofft. Doch die kam nicht an die Côte d'Azur.Schlechte Laune schien er deswegen aber nicht zu haben. Braun gebrannt, mit fast schulterlangen Haaren, einem glitzernden Goldkettchen um den Hals und einem strahlenden Grinsen im Gesicht präsentierte sich Pitt bei dem Filmfestival. „Hello, bonjour!“, so begrüßte er die Journalisten bei der Pressekonferenz zu dem Gangsterfilm „Killing Them Softly“.Mit drastischer Gewaltdarstellung habe er keine Probleme, sagte Pitt. „Wir leben in einer sehr gewalttätigen Welt.“ Er selber sei während seiner Jugend auf die Jagd gegangen, das sei „eine sehr gewalttätige Sache“. Auch in „Killing Them Softly“ knallen Patronen in Körper, spritzt das Blut, donnern Fäuste ins Gesicht. Pitt spielt Jackie Cogan, der den Überfall auf eine illegale Pokerrunde aufklären soll. Schnell kommt er den beiden schmierigen, etwas trotteligen Tätern und ihrem Hintermann auf die Spur, schickt ihnen einen Killer auf den Hals (James Gandolfini) und – als der versagt – erledigt Jackie dann jeden einzelnen selbst.Regisseur Andrew Dominik („Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“) erzählt die Geschichte in der Gegenwart, zur Zeit der Finanzkrise. Als keine illegalen Glücksspiele mehr stattfinden, brechen die Geschäfte der Mafia ein. Dominik vereint also coole Gangsteraction mit Gesellschaftskritik und inszeniert die Gewalt oft in Zeitlupe, zeigt aber im Endeffekt wenig wirklich Neues.dpa