Samstag, 20. August 2016

Frequency: Sonniger und gechillter Start in das Festivalfinale

Das 16. Frequency ist am Samstag in St. Pölten bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen ins Finale eingebogen. Auch am dritten Tag des kunterbunten Konzertreigens zeigte man sich dem diesjährigen Motto treu ergeben und bot eine gehörige stilistische Bandbreite zeitgenössischen Popgeschehens.

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Archivbild - Foto: © APA

Der Energie der Künstler setzte das Publikum zunächst ausgiebiges Chillen entgegen.

So war es kein Wunder, dass bei den ersten Auftritten auf den großen Bühnen das Treiben davor noch überschaubar war. Auf der Space Stage boten die US-amerikanischen Front Bottoms eine sympathische Melange aus Indie-Rock mit folkigen Einsprengseln und einer guten Portion Humor, während auf der kleineren Green Stage die Salzburger Sängerin Laura Zotti – heuer schon beim vom Rockhouse ausgetragenen Bandcontest in ihrer Heimatstadt erfolgreich – Soul, Jazz und Rock servierte.

Das Endergebnis war vielleicht eine Spur zu lieblich für die etwas gezeichnete Festivalmenge, die zu (verhältnismäßig) früher Stunde aus den Zelten gekrochen war, aber der druckvolle Bandsound konnte sich durchaus hören lassen.

Danach überwogen die Gegensätze: Eher zum Vergessen waren nämlich die betont zuckersüßen Singer-Songwriter Niila und Jamie Lawson, deren Darbietungen vielleicht ins Formatradio passen, unter freiem Himmel aber vorwiegend lauwarm und bemüht wirkten.

Auf der anderen Seite versuchten die deutschen Gruppen 257ers sowie Moop Mama mit bestens erprobter Festivalanimation zu punkten – und das gelang grundsätzlich ganz gut. Besonders die vielköpfige bayerische Brassband Moop Mama ist in dieser Hinsicht eine sichere Bank, verstand es im Grenzgebiet aus Hip-Hop, Funk und Blechbläser-Power ihre Duftnote zu hinterlassen und für tanzende Menschen zu sorgen. Da war es nur passend, dass Rapper Keno auf die kommenden Österreichauftritte im Dezember verwies.

Trotz ansprechendem Zuschauerzuspruch – die Massen anziehen werden am Abschlusstag voraussichtlich aber andere: Mit der britischen Trip-Hop-Legende Massive Attack, den US-amerikanischen Prolo-Metallern Limp Bizkit sowie dem französischen Feel-Good-Musiker mit politischer Agenda, Manu Chao, stehen in den Nachtstunden die Highlights an. Auch das südafrikanische Duo Die Antwoord, für seine abseitigen Performances sowie eine rüde Kreuzung aus Rap und Rave bekannt, könnte für einige offene Münder sorgen, sofern man die in den vergangenen Jahren zum Teil gebotene mediokre Songleistung vergessen machen kann.

Frequency-Veranstalter Harry Jenner zog jedenfalls am frühen Nachmittag gegenüber der APA bereits ein positives Resümee: „Es war sensationell. Alle Änderungen und Neuerungen haben super gegriffen, aber auch Altbewährtes. Von der großen Bühne bis zum vielfältigen Kulinarik-Angebot wurde alles sehr gut angenommen.“ Jenner strich auch die österreichischen Acts hervor, hätten doch gerade Bilderbuch und Parov Stelar an den ersten beiden Tagen bestens beim Publikum funktioniert. Insgesamt seien an den vier Frequency-Tagen – inklusive „Prequency“ betiteltem Aufwärmtag am Mittwoch – rund 120.000 Menschen auf das Gelände gekommen.

Zur neuen Konkurrenz am Festival-Sektor durch Arcadia Live, die in Wiesen die Veranstaltungen betreut, wollte sich Jenner nicht groß äußern. „Bei uns ist alles gut. Wir konzentrieren uns auf uns selber und machen unser Ding. Das Frequency gibt es jetzt in der 16. Ausgabe. Alle, die jetzt auf die Idee kommen, sie müssen ein neues Festival machen, da sieht man eh die Auswirkungen“, verwies er auf zwei Absagen in Wiesen. „Die Fakten sprechen für sich.“

Für das kommende Jahr habe er bereits erste neue Ideen für das Frequency. „Der erste Tag nach dem Festival ist der erste Tag vor dem Festival“, so Jenner. „Aber großartig darüber zu reden hat wenig Sinn.“ Überzeugt zeigte er sich jedenfalls vom Cashless-System, das problemlos funktioniert habe.

„Da wird gar nicht genörgelt und das ist wirklich schon Standard, eigentlich ein Must-Have für Festivals.“

apa

stol