<b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR />Manchmal beißen Katzen aus Übermut im Spiel zu, beispielsweise wenn Hände lange Zeit als Spielzeug benutzt wurden, manchmal aufgrund ihres Jagdtriebs. Bisse können aber auch andere Ursachen haben, wie Angst, Schmerzen, Langeweile, das Fehlen von Artgenossen oder das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Zuerst einmal sollte man also herausfinden, warum die Katze beißt. Beißt sie beim Streicheln, beim Spielen oder ist es aggressiv und ohne Vorwarnung?<h3> 1: Die Katze beißt beim Streicheln</h3>Beim Streicheln sollte man seinem Tier keinen Kontakt aufzwingen, das heißt, sie soll immer auf den Menschen zukommen und nicht umgekehrt. Weicht sie der Hand aus, signalisiert sie deutlich, dass sie keine Berührung möchte. Zudem sollte man darauf achten, wie man sie streichelt: Katzen mögen es meist an der Stirn, am Scheitel, am Nacken und am Hals gestreichelt zu werden – nicht aber am Bauch. <BR /><BR />Dann muss man auf die Körpersprache achten, damit man erkennt, wann der Punkt erreicht ist, an dem sie genug hat. <h3> 2: Die Katze beißt beim Spielen</h3>Wer eine Katze hat, die beim Spielen gerne aufdreht und zubeißt, kann und sollte dieses Verhalten unterbinden. Am einfachsten geschieht dies, indem sie für sanftes Spielen belohnt wird. Das heißt, spielt sie mit den Pfoten, aber nicht mit den Krallen oder Zähnen, wird weitergespielt – das ist ihre Belohnung. Hände sind keine Beute, das heißt, man sollte mit seinem Stubentiger nie mit den Händen „raufen“ – auch nicht mit Kitten, die natürlich gerne in allem und jedem reinbeißen. Hier kann es hilfreich sein, mit einem Sisal oder einem Stoffspielzeug zu spielen, etwas, in das die Katze richtig reinbeißen darf.<BR /><BR />Wird sie im Spiel zu wild, wird es kommentarlos bzw. mit einem deutlichen „Nein“ oder „Aua“ unterbrochen. Kein Anschreien oder gar Schlagen, einfach das Spiel und damit den Kontakt beenden. <h3> 3: Die Katze ist nicht ausgelastet</h3>Manchmal ist die Katze schlichtweg unterfordert. Vor allem Wohnungskatzen langweilen sich schnell. Sie können nicht wie Freigängerkatzen draußen umherstreunen und jagen gehen, aus diesem Grund sollten Wohnungskatzen am besten zu zweit gehalten werden. So oder so sind Spiel und Beschäftigung angesagt. <BR /><BR />Beliebt sind Spielzeuge, die sich bewegen. Katzenangeln mit Plüsch oder Federn, Sisalbälle und Stoffmäuse eignen sich prima – auch für „Beißer“, da man mit diesen Spielzeugen etwas Abstand zum Tier halten kann. <BR /><BR />Um Konzentration und Intelligenz zu fördern, gibt es im Zoofachhandel spezielle Intelligenzspielzeuge. Auch kann man Katzen kleine Tricks beibringen. Zuerst müssen die Kommandos etabliert werden. Das heißt, wenn das Tier das gewünschte Verhalten (wie beispielsweise „Sitz“) zeigt, bekommt es das Kommando „Sitz“ und ein Leckerli. Achtung: Die Betonung sollte immer gleich sein – wer Erfahrung mit dem Clicker hat, kann diesen dafür nutzen.<h3> 4: Die Katze ist ängstlich oder aggressiv</h3>Stellt eine Katze ihren Buckel auf, sträubt sie die Haare oder faucht sie, hat sie Angst. Das kommt vor, wenn sie eine unschöne Vergangenheit hatte, als Kätzchen keinen Kontakt zu Menschen hatte oder zu früh (vor der zwölften Woche) von ihrer Mama getrennt wurde. Auch ein Fehlverhalten des Besitzers, wie Festhalten gegen ihren Willen oder gar Bestrafung, kann eine Ursache sein. <BR /><BR />Tritt das Verhalten plötzlich auf, muss man sich um die Auslöser Gedanken machen. Meist stecken harmlose Ursachen dahinter, wie das Umstellen von Möbeln oder ein neues Parfum, das man benutzt. Selbst diese Sachen können für eine scheue Katze bereits bedrohlich sein und sie lässt sich nicht mehr anfassen, wird vielleicht sogar aggressiv.<BR /><BR />So eine Katze braucht Zeit und Verständnis. Am besten wahrt man so lange Distanz, bis sie selbst den Kontakt zum Menschen sucht. Man verhält sich in ihrer Gegenwart ruhig und entspannt, spricht immer wieder leise mit dem Tier und vermeidet direkten Augenkontakt. Bei sehr schwierigen Fällen sollte man professionelle Hilfe suchen.<BR /><h3> 5: Die Katze hat Schmerzen</h3> Ändert eine Katze plötzlich das Verhalten, also wenn sie immer lieb war und plötzlich aggressiv reagiert, stecken meist Schmerzen dahinter. Daher sollten solche Verhaltensauffälligkeiten umgehend vom Tierarzt gecheckt werden. Dasselbe gilt, wenn sie plötzlich beim normalen Streicheln beißt oder sich an bestimmten Stellen gar nicht mehr anfassen lässt.