Es ist Jugendlichkeit pur, die Mara Kerschbaumer versprüht, als sie am vereinbarten Treffpunkt in Feldthurns aufkreuzt. Frei heraus und mit ihrer eigenen Lockerheit erzählt sie aus ihrem Leben und von ihren Vorhaben – dabei wirkt sie vergnügt und zugleich abgeklärt. <BR /><BR />Abgeklärt wohl deshalb, weil sie mit beiden Beinen im Leben steht und einen festen Plan verfolgt, aber sich dabei doch vieles offen lässt. Ein Kunststück für sich, das sich mit dem Wechselspiel zwischen Stabilität und Offenheit für neue Erfahrungen erklären lässt. Denn Mara -Kerschbaumer ist sehr eng mit ihrer Familie und ihrem Dorf verwurzelt.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1072665_image" /></div> <BR /><BR /> Seit dem Abschluss der Fachoberschule für Wirtschaft in Brixen arbeitet sie im elterlichen Unternehmen und ist bereits seit über 8 Jahren mit ihrer Jugendliebe Dennis liiert. „Ich kann mich hier voll verwirklichen und dafür gibt es jede Menge Möglichkeiten“, sprudelt es aus ihr heraus. <BR />Warum auch die Ferne suchen, wenn es daheim an nichts fehlt? Einerseits.<BR /><BR /> Andererseits reizen sie natürlich auch neue Herausforderungen und Perspektiven, denn daran könne man wachsen und die eigene Persönlichkeit weiterentwickeln. So gesehen kam der Einschnitt mit der Kür zur „Zett“-Miss Südtirol im vergangenen Oktober gerade recht. Mara: „Die Vorbereitungszeit war sehr spannend, weil man sich mit neuen Rollen anfreunden muss und beispielsweise öffentlich zu einem Publikum sprechen soll. Das erfordert Mut, aber wenn man dann merkt – hey, ich kann das ja – dann bekommt man automatisch einen Schub für das Selbstvertrauen.“ <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1072668_image" /></div> <BR /><BR />Obwohl sie schon als kleines Mädchen gerne im Prinzessinnenkleid herumlief und in früheren Jahren öfters Anfragen von Modelagenturen bekam, fiel es ihr lange schwer, sich zur Misswahl anzumelden. Und als die Teilnahme feststand, übte sie wochenlang den Gang in den Stöckelschuhen. Mara Kerschbaumer war zwar schon immer fotogen und mit einer natürlichen Ausstrahlung gesegnet, dennoch haderte sie in ihrer Jugend oft mit ihrem Äußeren. <h3> Schwere Phase</h3>Verglichen mit Gleichaltrigen war sie in der Regel deutlich größer und auch magerer, sodass sie sich oft ziemlich blöde Sprüche anhören musste. Trost fand sie dabei nicht nur in ihrer Familie und bei engen Freunden, sondern auch bei der Tierschar daheim. Im elterlichen Garten gab es Hasen, Hamster, Katzen, bald schon einen Hund, ehe sie auch einige Ausritte mit einem Pferd genoss. <BR /><BR />Allerdings war mit 15 Jahren damit Schluss, denn Mara bereitete eine Verkrümmung der Wirbelsäule – im Fachjargon Skoliose – anhaltende gesundheitliche Probleme. Das sei wohl dem schnellen Wachstum geschuldet. Bis zum 18. Lebensjahr musste sie ein Korsett tragen – am Anfang bis zu 23 Stunden täglich. Diese schwierige Lebensphase hat sie hinter sich gelassen – bis auf eine leichte Krümmung am Rücken sind keine Einschränkungen geblieben. Die notwendigen Übungen und Bewegungseinheiten hat sie längst verinnerlicht, am liebsten praktiziert sie Yoga und Pilates. <h3> Benefiz-Initiativen</h3>Ihre Zeit als amtierende „Zett“-Miss Südtirol hat ihr eine Vielzahl an neuen Erfahrungen und Begegnungen beschert: Auftritte bei Veranstaltungen und Modeschauen, Fotoshootings, Benefizaktionen. „Eines meiner Hauptziele als Miss besteht im Sammeln von Spenden“, sagt sie und zählt gleich mehrere Initiativen auf. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1072671_image" /></div> <BR /><BR />So hat sie den Jahreskalender der Kinderkrebshilfe „Peter Pan“ unterstützt, verzichtete für das Spendentelefon von „Südtirol hilft“ auf die geplante Reise nach Sri Lanka und lancierte sogar eine eigene Benefizaktion. „Ich bin auf Sponsorensuche gegangen und habe viel Herzblut in dieses Projekt investiert, weil es mir ein großes Anliegen war“, blickt sie zurück. Mit dem gesammelten Geld unterstützte sie die von Nicole Uibo ins Leben gerufene Hilfsaktion „Nähe hilft heilen“. Diese verfolgt das Ziel, bedürftigen Familien mit Kindern und Jugendlichen beizustehen, welche sich in Krankenhäusern außerhalb des Landes einem medizinischen Eingriff unterziehen und in Ermangelung geeigneter Strukturen auf die Nähe ihrer Liebsten verzichten müssen. <BR /><BR />Zusätzlich dazu lässt es sich die sozial engagierte Eisacktalerin nicht nehmen, selbst im Krankenhaus mit ihrem Gesangstalent aktiv zu werden. „Wir hatten bereits einen Auftritt im Brixner Spital, nun steht noch ein weiterer an“, sagt sie. <h3> Besonderes Talent</h3>Singen bereitet ihr besondere Freude und gerade mit ihrer Musik möchte sie im Krankenhaus für Momente der Leichtigkeit und Zuversicht sorgen. Musik sei ein bisschen wie Medizin, sie helfe heilen. „Bis zum Mond“ nennt sich die Liebesballade, die sie vor über einem Jahr komponiert und schließlich zusammen mit ihrer Freundin und Musikerin Sophie Rabanser in einem professionellen Studio aufgenommen hat. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1072674_image" /></div> <BR /><BR />Mara Kerschbaumer war schon als Kind der Musik und insbesondere dem Singen zugewandt – wie ein roter Faden zieht sich diese Vorliebe durch ihr Leben: In der 5. Klasse Grundschule trat sie im Weihnachtsmusical als singender Engel in Erscheinung, mit zwölf Jahren machte sie bei der österreichischen Castingshow „Kiddy Contest“ mit, mittlerweile umrahmt sie mit ihren ausdrucksstarken Balladen hin und wieder besondere festliche Anlässe. <h3> Generation „Z“</h3>Wie stuft sie eigentlich als 26-Jährige die Vorstellungen und Lebenswelten ihrer Generation ein? Schließlich handelt es sich um eine Altersgruppe, die mit neuartigen technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen aufwächst und mit hohen Ansprüchen in Job und Familie klarkommen muss. Ein Gedanke, den Mara Kerschbaumer spannend findet: „Ja, es gibt so einige interessante Tendenzen, mit denen ich mich identifizieren kann. Ich denke beispielsweise an das immer stärker ausgeprägte Klimabewusstsein, damit verbunden ist etwa auch die Haltung, den Fleischkonsum zu reduzieren.“ <BR /><BR />Selbstverständlich gehört für sie die digitale Vernetzung in den sozialen Netzwerken zum Alltag, allerdings plädiert sie für eine eingeschränkte Nutzung und warnt eindringlich vor den Gefahren. Man könne sich schnell in den vielen Kanälen verlieren und tendiere dazu, sich mit den anderen zu vergleichen. Diesbezüglich hat sie eine klare Botschaft parat: „Jeder Mensch hat seine Stärken und Schwächen, wichtig ist authentisch zu bleiben und das zu tun, was einem gut tut.“ <BR /><BR />Was die neuerdings immer stärker ins Spiel gebrachte Work-Life-Balance betrifft, könne sie diese zwar nachvollziehen, allerdings mag sie es, viele Sachen anzupacken und sich im elterlichen Betrieb für keine Arbeit zu schade zu sein. Das sei spannend, damit eröffnen sich neue Horizonte und außerdem freut man sich dann umso mehr auf den Urlaub oder Reisen.<BR /><BR /><BR /><BR />KURZ UND KNACKIG<BR /><BR /><b>Mobil bin ich am liebsten mit …</b> eigentlich mit dem E-Bike. Das klappt hier im Dorf gut. Wenn ich allerdings mit 100 Taschen in ganz Südtirol unterwegs bin, ist das Auto unverzichtbar. Was ich für ein Auto fahre? Einen Audi A1, seit ich 18 Jahre alt bin. <BR /><BR /><b>Familienzeit ist angesagt, wenn …</b> ich mit meinem Freund Dennis entweder bei seiner riesengroßen Verwandtschaft eingeladen bin oder wenn wir im Kreise unserer Liebsten Feste feiern. Außerdem fahren wir sehr gerne zusammen mit der bereits vierköpfigen Familie meiner Schwester Sharon auf längere Trips. <BR /><BR /><b>Mit Spiritualität verbinde ich …</b> meine Praxis der „Vision Boards“. Anhand von Bildern werden dabei Wünsche formuliert bzw. ins Auge gefasst. Das hat bei mir schon in vielen Fällen die erhoffte Wirkung gezeigt. Grundsätzlich bin ich der Auffassung, dass es wichtig ist, sich in Dankbarkeit und positiven Gedanken zu üben.