Dienstag, 29. Juni 2021

Gegen-Gift im Netz: Online-Veranstaltung des KVW Vinschgau

Hass im Netz hat viele Gesichter. Falschmeldungen, Mobbing und sonstige Anfeindungen. Oft verborgen, manchmal auch ganz klar und offen.

Foto (Sendemostn1 | SM 1): „Front gegen Fake“ mit (v.l.) Charly Brunner (KVW), Josef Bernhart (KVW Vinschgau/Moderator), Jasmin Ladurner (Landtagsabgeordnete), Verena Rinner (Oberschuldirektorin) und Patrick Rina (ORF-Südtirol heute) © ugc / Josef Bernhart
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Foto (Sendemostn1 | SM 1): „Front gegen Fake“ mit (v.l.) Charly Brunner (KVW), Josef Bernhart (KVW Vinschgau/Moderator), Jasmin Ladurner (Landtagsabgeordnete), Verena Rinner (Oberschuldirektorin) und Patrick Rina (ORF-Südtirol heute) © ugc / Josef Bernhart - Foto: © Josef Bernhart
Generell sind eher Frauen betroffen, vielfach auch politisch Verantwortliche. Wie funktionieren Soziale Netzwerke? Wer beeinflusst wen und wie? Und was kann die Gesellschaft gegen Hass und Hetze tun? All diese Fragen stellte sich eine Diskussionsrunde der Katholischen Werktätigen Jugend, gemeinsam mit dem KVW Bezirk Vinschgau mit Jugendvorstand Hannes Weithaler und Bezirksvorsitzendem Heinrich Fliri. Die Veranstaltung wurde live im Internet übertragen. Der Titel: Gift im Netz. DiskutantInnen waren Schuldirektorin Verena Rinner, ORF-Journalist Patrick Rina, Landtagsabgeordnete Jasmin Ladurner und Charly Brunner, Geistlicher Assistent des Katholischen Verbandes der Werktätigen (KVW).

Es geht darum, Farbe zu bekennen, sagte Patrick Rina gleich zu Beginn der Diskussion. Er muss es wissen, stellt sich der ORF doch mit seiner Initiative So geht Vertrauen systematisch gegen Betrüger, Fälscher und Märchenerzähler im Netz. Dafür stehen wir mit unserem Namen, ergänzt Rina in Anlehnung an einen bekannten Werbeslogan. Auch er wurde bereits als Lügenpresse beschimpft und ist den Anfeindungen klar entgegengetreten. Ähnliches hat Jasmin Ladurner erlebt, ihres Zeichens jüngste Landtagsabgeordnete Südtirols. Bis hin zu Morddrohungen sei es schon gegangen. Damit wurde eine klare Linie überschritten und der Fall zur Anzeige gebracht.

Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage geben über 60 Prozent der Jugendlichen an, es würde ihnen leichter fallen, Falschmeldungen zu identifizieren, wenn diese Thema im Unterricht sind. Hier hakt Verena Rinner ein, die als Schuldirektorin in Schlanders und ehrenamtlich als Notfallpsychologin arbeitet. Sie plädiert weniger für ein Verbot, denn für einen vernünftigen Umgang mit den sozialen Medien. Auch Charly Brunner, Geistlicher Assistent des KVW und Direktor des Südtiroler Kinderdorfes findet es wichtig, auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren.

Sein Rezept: Digitalhygiene. Wichtiger denn je, zeigt sich doch allein in Deutschland, dass Smartphones und soziale Netzwerke für viele Depressionen und sogar Selbstmordversuche bei Teenagern verantwortlich sind. Auch hierzulande ist das so, wie der bekannte Gemeindearzt Toni Pizzecco in seinem Buch aufzeigt. Der Buchtitel spricht Bände: Mensch bleiben im digitalen Chaos . Cybermobbing und Onlinesucht sind längst an jedem noch so kleinen Ort Südtirols angekommen. Doch wir alle können das Gegengift sein, so die hoffnungsvolle Botschaft, zusammengefasst von Jugendvorstand Ursula Thaler. Deshalb auch das Jahresthema des KVW Digital, kompetent, menschlich mit der Online-Veranstaltung am Freitag, 25. Juni 2021.

Die Veranstaltung wurde vom KVW Vinschgau, den Raiffeisenkassen des gesamten Vinschgaus, der Stiftung Südtiroler Sparkasse und von Südtirols Internet-TV Sendemostn1 unterstützt und ist in voller Länge nachsehbar unter: http://youtube.com/c/Sendemostn1

josef bernhart