Mittwoch, 31. März 2021

Griff nach den Sternen: Bewerbungen als Astronaut bei ESA starten

Wer schon immer vom Weltraum geträumt hat, kann sich seit Mittwoch als Astronautin oder Astronaut bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA bewerben. Bewerbungen können online bis zum 28. Mai eingereicht werden. Das Auswahlverfahren hat 6 Stufen – erst im Herbst 2022 steht die neue Raumfahrt-Crew der ESA fest. Es ist das erste Mal seit mehr als einem Jahrzehnt, dass die ESA neue Astronauten sucht.

Um Astronaut zu werden, muss man besonders hohe Anforderungen erfüllen.
Um Astronaut zu werden, muss man besonders hohe Anforderungen erfüllen. - Foto: © shutterstock
Die Anforderungen an den besonderen Job sind hoch: Bewerberinnen und Bewerber müssen mindestens einen Master-Abschluss in Naturwissenschaften, Medizin, Ingenieurwissenschaften, Mathematik oder Informatik und mindestens 3 Jahre Berufserfahrung haben.

Zwar ist eine Pilotenlizenz keine Pflicht, aber jeder sollte die medizinischen Voraussetzungen erfüllen, um eine Lizenz machen zu können. Es muss ein medizinisches Gutachten eingereicht werden. Sehr gutes Englisch und eine weitere Fremdsprache sind außerdem verpflichtend.

Voraussetzung sind außerdem eine Körpergröße zwischen 1,50 und 1,90 Meter, die maximale Altersgrenze liegt bei 50 Jahren. Die Astronauten müssen im ersten Monat der Ausbildung einen Schwimmtest bestehen – daher müssen sie gute Schwimmer sein.

Sie müssen auch bereit sein, längere Zeit unter Wasser zu trainieren und einen Führerschein haben, beziehungsweise bereit sein, die Fahrerlaubnis zu machen. Wer zuvor eine Tätigkeit ausgeübt hat, in der Risikomanagement gefragt war, hat einen Vorteil. Denn Raumfahrt ist mit Risiken und Gefahren verbunden.

„Parastronaut“: ESA sucht Astronaut mit körperlicher Behinderung

Früheren Angaben nach sucht die ESA etwa 4 bis 6 sogenannte Karriere-Astronauten. Sie werden als festangestellte ESA-Mitarbeiter eingestellt und für die Weltraummissionen eingesetzt. Außerdem sucht die Organisation bis zu 20 Astronautinnen und Astronauten als Reserve.

Die ESA ist außerdem explizit auf der Suche nach einer Astronautin oder einem Astronauten mit einem bestimmten Grad an körperlicher Behinderung. Das Programm heißt „Parastronaut“. Es soll helfen, Zugangsbarrieren für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen abzubauen. Offen ist, ob der oder die Auserwählte am Ende wirklich an einer Mission im Weltraum teilnehmen wird.

Die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti, die einen Teil ihrer Schulzeit in Bozen verbracht hat, freut sich unterdessen auf ihren 2. Flug zur Internationalen Raumstation (ISS) im kommenden Jahr.

apa/dpa