Samstag, 10. April 2021

Große Anteilnahme am Tod von Prinz Philip

Zum Tod von Prinz Philip sind aus aller Welt mitfühlende Botschaften eingegangen. Viele würdigten das Engagement des am Freitag im Alter von 99 Jahren gestorbenen Ehemanns von Queen Elizabeth II. für junge Menschen und die Umwelt. Bereits am Wochenende wird mit Einzelheiten zu der Beisetzung gerechnet – sie soll Berichten zufolge in der St.-Georgs-Kapelle in Windsor stattfinden.

Große Anteilnahme aus aller Welt am Tod von Prinz Philip.
Große Anteilnahme aus aller Welt am Tod von Prinz Philip. - Foto: © APA/dpa / Michael Kappeler
Die Regeln in der Corona-Pandemie dürften die Pläne für die Trauerfeier durcheinandergebracht haben, vor allem was die Zahl der Teilnehmer betrifft. Statt 800 Gästen muss sich die Queen auf 30 beschränken.

Mit Spannung wird vor allem erwartet, ob der inzwischen in Kalifornien lebende Prinz Harry zu der Beisetzung wird kommen können. Gemeinsam mit seiner Frau Meghan hat er seinen gestorbenen Großvater gewürdigt.

Beisetzung am 17. April

Das Begräbnis von Prinz Philip wird am 17. April auf Schloss Windsor stattfinden. Dies teilte das britische Königshaus am Samstagnachmittag in London mit. Queen Elizabeth II. habe zudem eine achttägige Staatstrauer um ihren am Freitag verstorbenen Ehemann angeordnet. Die Zahl der Trauergäste wird wegen der Coronaregeln auf 30 begrenzt sein, hieß es weiter. Prinz Harry plane eine Teilnahme, seine schwangere Ehefrau Meghan werde aber „auf ärztlichen Rat“ nicht kommen.

An diesem Samstag sollen in Großbritannien, auf hoher See und in Gibraltar Salutschüsse für Philip abgefeuert werden, teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Wie die BBC berichtete, war Thronfolger Prinz Charles (72) am Freitag zu seiner Mutter nach Windsor gereist, die einer Mitteilung des Palasts zufolge „zutiefst betrübt“ war über den Tod ihres Mannes, mit dem sie 73 Jahre verheiratet war.

Beileidsbekundungen von Joe Biden und seinen Vorgängern

Unterdessen brachten US-Präsident Joe Biden und mehrere seiner Vorgänger ihre Anteilnahme zum Ausdruck und würdigten die Lebensleistung Philips. Sein Erbe werde nicht nur durch seine Familie weiterleben, sondern auch durch die vielen wohltätigen Zwecke, für die er sich eingesetzt habe, sagte der US-Präsident.

Der frühere US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle würdigten Philip als „außergewöhnlichen Mann“, der inmitten der großen Veränderungen auf der Welt mit Beständigkeit und Weisheit geführt habe. Sie fügten hinzu: „Wir werden ihn schmerzlich vermissen.“ Auch die Ex-US-Präsidenten Donald Trump und Bill Clinton brachten ihre Anteilnahme und Wertschätzung für Philip zum Ausdruck.

Anteilnahme der Vereinten Nationen und der Organisation WWF

Auch die Vereinten Nationen (UN) betonten Philips Engagement. „Er war bekannt für sein Engagement für wohltätige Zwecke als Förderer von rund 800 Organisationen, insbesondere solchen, die sich auf Umwelt, Industrie, Sport und Bildung konzentrieren“, hieß es in einer UN-Mitteilung.

Die Tier- und Umweltschutzorganisation WWF (World Wide Fund for Nature), der Philip lange Zeit als Präsident vorgestanden hatte, lobte seine „lebenslange Hingabe für die Umwelt“. Die Internatsschule Gordonstoun in Schottland, die der spätere Herzog von Edinburgh einst besuchte, hob als Leistung den Duke of Edinburgh“s Award hervor – ein internationales Jugendprogramm, das Philip gegründet hatte.

Papst Franziskus kondoliert der Queen

Auch Papst Franziskus hat der britischen Königin Elizabeth II. sein Beileid zum Tod von Prinz Philip bekundet. Das katholische Kirchenoberhaupt habe die Nachricht mit Trauer aufgenommen, hieß es in einem Telegramm an die Queen, das der Vatikan am Samstag in Rom veröffentlichte.

Franziskus erinnerte danach an die „Hingabe des Prinzen für seine Ehe und Familie“ und an sein öffentliches Engagement für Bildung und Förderung der jungen Generationen. Das Schreiben war den Angaben zufolge vom obersten Vatikan-Diplomaten, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, unterzeichnet.

Außerdem gab es zahlreiche weitere Reaktionen und Beileidsbekundungen aus aller Welt. So drückte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihr Beileid aus, genauso wie der italienische Staatschef Sergio Mattarella, der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz und viele weitere.

Britische Pressestimmen zum Tod von Prinz Philip

Britische Pressekommentare befassen sich am Samstag mit dem Tod von Prinz Philip.

Die Zeitung „The Guardian“ schreibt: „Die unbestreitbare zentrale Tatsache seines Lebens bestand darin, dass die Königin auf ihn angewiesen war. Die Ehe mit ihm war von grundlegender Bedeutung für ihre Regentschaft, auch wenn ihre Familie viele Unglücksmomente erlebte – und heute noch erlebt. Beider Ethos im Dienst der Öffentlichkeit war nicht durch eine historische oder gesetzliche Vorgabe für ihr Verhalten begründet. Es beruhte pragmatisch auf einem kollektiven Instinkt der Selbsterhaltung und einem prinzipiellen Sinn für Anstand. Die Tatsache, dass die Königin seit mehr als 69 Jahren regiert und Philip fast immer an ihrer Seite war, bedeutet, dass er zum Erfolg des modernen Hauses Windsor beigetragen hat, aber auch mitschuldig an dessen Traumata war. Sein Tod läutet das Ende einer bemerkenswerten Periode in der Geschichte der Monarchie ein.“

„The Telegraph“ (London): „Es liegt in der Natur der Rolle eines Königlichen Gemahls, immer eine Stütze für die Königin zu sein. Manchmal scherzte Philip mit der für ihn typischen Selbstironie, dass er der erfahrenste Plakettenenthüller der Welt sei. Sicherlich ist sein Name auf Tausenden Gedenktafeln im ganzen Land eingraviert und stellt ein einzigartiges Vermächtnis dar, das von allen geschätzt wird, die im Laufe der Jahre an den verschiedenen Zeremonien teilgenommen haben. Allerdings war er nie bloß ein Gehilfe der Königin. Der Herzog war jemand, der durch seine Unterstützung für die Krone selbst einen bleibenden Beitrag zur Institution der Monarchie und zur Nation leistete.“

„The Times“ (London): „Von seinen frühen Schultagen in Nazi-Deutschland über seine Kriegseinsätze als junger Offizier in der Royal Navy bis hin zu den Herausforderungen des Atomzeitalters und des Klimawandels durchlebte Prinz Philip die Turbulenzen des 20. Jahrhunderts. Ebenso wie die Queen war er ein Symbol der Kontinuität, angefangen von Zeiten der größten Gefahr für Großbritannien bis hin zur Gegenwart. Er war der am längsten lebende und erfolgreichste Königliche Gemahl in der britischen Geschichte. Fast ein dreiviertel Jahrhundert lang ruhten auf ihm die Stabilität, die Akzeptanz in der Bevölkerung und der gesunde Menschenverstand des Hauses Windsor-Mountbatten. Er wird von der ganzen Nation betrauert und vermisst werden.“

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Erst vor wenigen Wochen war Prinz Philip nach einer erfolgreichen Herzoperation aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Am Freitag starb der 99-Jährige dann jedoch 2 Monate vor seinem 100. Geburtstag. Er sei auf Schloss Windsor friedlich eingeschlafen, wie der Buckingham-Palast mitteilte.

Auf den Tod von Prinz Philip folgt die „Operation Forth Bridge“. Der Code-Begriff bezeichnet den bereits abgesprochenen Ablauf bis zur Beerdigung des Ehemanns von Königin Elizabeth II. – lange vorbereitet, tritt der Plan nun in Kraft.

Über Jahrzehnte war der Prinzgemahl die verlässliche Stütze der Queen. Prinz Philip galt als Charakterkopf des europäischen Hochadels. Lesen Sie hier über Prinz Philips Leben an der Seite von Queen Elizabeth.

Prinz Philip war darüber hinaus bekannt für seine manchmal ungeschickten Sprüche. Lesen Sie hier eine Auswahl.

apa/dpa/stol