Mittwoch, 23. September 2015

Hier fährt der Papst im Fiat 500L vor

Selbst die Begleitschutzautos sind prunkvoller: Bei seinem Amerika-Besuch hat Papst Franziskus I. auf ein kleines, italienisches Mobil gesetzt - und damit viele Amerikaner erstaunt. Den Hersteller Fiat dürfte die Werbung freuen.

Der Papst reist auch in den USA italienisch: im Fiat 500L.
Der Papst reist auch in den USA italienisch: im Fiat 500L. - Foto: © APA/EPA

In einer sehr seltenen Geste nimmt der US-Präsident seinen Gast am Flughafen St. Andrews in Empfang. Die Stimmung scheint bestens, freundlich, gelöst. Der Papst strahlt, Barack Obama mit Frau und Töchtern ebenso. Sprechchöre: „Ho ho, hey hey, welcome to the USA!“ Noch nie war der 78-Jährige in den USA.

Nach der Ankunft auf dem Militärstützpunkt Andrews Air Force Base bestieg er einen anthrazitfarbenen Fiat 500L, um die halbstündige Strecke zu seinem Quartier in der Vatikanbotschaft zurückzulegen. „Papst erobert Amerika im Fiat“, titelte die Zeitung „San Diego Union-Tribune“ (Online Dienstagabend).

 

Der 500L mit dem Papst folgt dem Begleitauto. - Foto. Reuters

Dieser Papst ist anders, und er legt Wert darauf. Der Fiat 500, in dem Franziskus schließlich schmunzelnd Platz nimmt, dürfte eines der kleinsten Autos gewesen sein, das jemals in einer Kolonne aus schwarzen SUV und blinkenden Motorrädern vom Flughafen in die Washingtoner Innenstadt gefahren ist.

Der britische „Independent“ schrieb, Franziskus bringe „dringend benötigtes italienisches Flair“ in seinen USA-Besuch. Als ungewöhnlich wurde verzeichnet, dass Franziskus sofort nach dem Einsteigen die Seitenfenster herunterfuhr, um den Menschen zuwinken zu können – für den US-Präsidenten aus Sicherheitsgründen ein Unding. Barack Obama benutzt üblicherweise eine „The Beast“ genannte Panzerlimousine mit eigener Sauerstoffversorgung, Nachtsichtgerät und einem geschätzten Verbrauch von 29 Litern pro 100 Kilometer.

Der Sender CNN Money lobte den Fiat als gute Wahl. Der Wagen sei „das ideale Fahrzeug für einen bescheidenen Papst, der Schnickschnack und Luxus gern auf ein Minimum beschränkt“. Gegenüber dem Fiat 500 ist die Version 500L einen halben Meter länger und etwas höher, bietet mehr Beinfreiheit und mehr Luft nach oben.

Zwar neige der Minivan bei schneller Kurvenfahrt zum Schwanken, aber das sei nichts, was den Papst kümmere, so CNN Money.
Auch mit Rücksicht auf nationale Unternehmen ist die Fahrzeugwahl nicht zu beanstanden: Fiat und der US-Autobauer Chrysler sind seit einer Fusion 2014 unter einem Dach. Als Wagen für Massenveranstaltungen in den USA benutzt Franziskus einen offenen Jeep Wrangler, eine Chrysler-Marke.

Hochgezogene Augenbrauen im Land der PS-Boliden.

dpa

stol