Nun, licht ist es tatsächlich geworden auf unserer Welt. Sogar so hell, dass sich die Grenzen zwischen Tag und Nacht verwischt haben.<BR /><BR />Da werden Denkmäler, Hausfassaden, Plätze, Gärten und Parks, ja sogar Bäume angestrahlt, Neontafeln blinken und der letzte Schrei aus Mailand muss natürlich bestens sichtbar aus dem Schaufenster ins modebewusste Auge stechen. Tag ist es bei Nacht! Und schaut man aus dem Weltall auf unsere Erde, strahlt sie wie ein Weihnachtsbaum. <BR /><BR />Lichtverschmutzung nennt sich diese Aufhellung des Nachthimmels mit künstlicher Beleuchtung – alles andere als erhellend ist die Tatsache, dass das zunehmende Fehlen völliger Dunkelheit für Mensch wie Tier zum Problem geworden ist. Zugvögel beispielsweise, von denen zwei Drittel in der Nacht ziehen, werden durch die Lichtverschmutzung von ihrem Kurs abgelenkt und kollidieren zu Tausenden mit hohen Objekten. <BR /><BR />Nachtfalter oder Glühwürmchen „verglühen“ in der Lichterflut, weil sie es für Nahrungsaufnahme wie Fortpflanzung dunkel brauchen. Und auch, dass die nächtliche Beleuchtung dem Menschen zunehmend den Schlaf raubt, ist keine Erleuchtung. In dem Lichtschein einer Stadt wie Wien kann nämlich elektrische Energie von bis zu 500 Gigawattstunden pro Jahr stecken, die sich ungenützt in Luft auflösen. Und damit ließen sich mehr als 100.000 Haushalte (!) mit Strom versorgen. <BR /><BR />Aber vielleicht geht uns ja ein Licht auf, und wir knipsen die Lichter im Außenbereich einfach aus, wo wir sie nicht brauchen. Das ist leichter als man denkt, wie es Hannover gerade vormacht. Hier werden Rathaus, Museen und andere Sehenswürdigkeiten in der Nacht nicht mehr beleuchtet. Südtirol ist mit seiner (bewilligten!) Richtlinie zur Einschränkung der Lichtverschmutzung ebenfalls auf dem richtigen Weg. Und das ist wahrlich ein Lichtblick – für Umwelt, Geldbörse und… Gesundheit.<BR />