Die Liebe und Leidenschaft zur Viehzucht wurden ihm am elterlichen Hof in Abtei/Badia, am Fuße des Heiligkreuzkofels/Sas dla Crusc wohl schon in die Wiege gelegt. Mitte der 1960-er Jahre war Hugo Valentin einer der Gründerväter des ehemaligen Südtiroler Fleckviehzuchtverbandes, der sich 2018 mit dem Südtiroler Rinderzuchtverband zusammengeschlossen hat. <BR /><BR />Damals wurden gerade einmal rund 900 Stück Fleckvieh in Südtirols Ställen gehalten, erinnert er sich zurück. Er und seine Mitstreiter haben die Zeichen der Zeit erkannt und auf das „richtige Rindvieh“ gesetzt, das durch seine Doppelnutzung sowohl für die Fleisch- als auch für die Milchproduktion den Fortbestand der Viehwirtschaft garantierte. Dass der Fleckviehbestand mittlerweile auf rund 50.000 Stück angewachsen ist, gibt den Pionieren recht. Es gäbe weltweit keine vergleichbare Gebirgsregion wie Südtirol, die bis in die entlegensten Täler besiedelt und bewirtschaftet ist, unterstreicht er: „So weit das Vieh reicht, die Landschaft auch erhalten bleibt.“<BR /><BR />Bereits während seiner beruflichen und politischen Tätigkeit hat er immer wieder in Publikationen die Geschichte und Entwicklung der Viehzucht recherchiert und dokumentiert – eine Geschichte, die er nicht nur selbst miterlebt, sondern auch maßgeblich mitgestaltet hat. 1993 ist er nach 3 Amtsperioden aus der Politik ausgeschieden und am 27. April 2018, einen Tag vor seinem 80. Geburtstag, hat er schließlich auch seine berufliche Tätigkeit als Präsident der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft beendet.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="782471_image" /></div> <BR /><BR />Als Präsident des Ladinischen Kulturinstituts (1980-2010) und während seiner Arbeit in den Zuchtverbänden hat er einschlägige Bücher und Publikationen veröffentlicht. Heute sind es vor allem Festschriften oder Vorwörter dazu, wie jüngst für die „Noriker Gebietsschau Oberpustertal“ am vergangenen 1. Mai in Toblach. Für solche Recherchen und publizistische Tätigkeit nimmt er sich immer noch viel Zeit. Er legt großen Wert darauf, dass diese Daten und Fakten erfasst und dokumentiert und dadurch für die Nachwelt erhalten werden. Daher hat er auch die eigene Familiengeschichte in einer Broschüre zusammengefasst.<BR /><BR /><BR />Seit seiner Pensionierung hat er wieder mehr Zeit zum Lesen und interessiert sich vor allem für Sachbücher, im Speziellen für politische Hintergründe und geschichtsprägende Persönlichkeiten. Das Buch vom ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama oder eine aktuelle Abhandlung über den russischen Präsidenten Wladimir Putin haben ihn letzthin gefesselt. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="782474_image" /></div> <BR /><BR />Fesseln lässt er sich aber auch von der „wunderschönen Naturlandschaft“ rings herum. Seit den 1970-er Jahren wohnt er mit seiner Frau Marianna und der Familie in Issing bei Pfalzen. Als Frühaufsteher ist er fast täglich schon in den ersten Morgenstunden am Sonnenplateau unterwegs, genießt das Erwachen des neuen Tages und freut sich auf das anschließende Frühstück zuhause. Mindestens 5 Tage in der Woche ist er unterwegs und macht rund 40 Kilometer pro Woche auf seinen morgendlichen Spaziergängen. <BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="782477_image" /></div> <BR /><BR />Ausgedehnte Wanderungen mit Freunden und Kollegen gehören für Hugo Valentin ebenso dazu. Wenn die Tage länger werden und die Grade am Thermometer höher steigen, dann gehen ihre Wanderrouten über die 2.000-er Höhenlinie hinaus. Dabei plane er nicht weit voraus, sondern wähle die Wanderziele kurzfristig je nach Wetter und Laune. Mit dabei ist auch immer seine Fotokamera, um bleibende Eindrücke mit nach Hause zu nehmen. Bei diesen Ausflügen darf natürlich das Gadertal nicht fehlen – vor allem das Gebiet um den Kreuzkofel, wo er als kleiner Junge viele Sommer lang Schafe gehütet hatte.<BR /><BR /><b>Vita</b><BR /><BR />Hugo Valentin ist am 28. April 1938 geboren und in einfachen Verhältnissen am elterlichen Fussè-Hof in Abtei/Badia aufgewachsen. Nach der Mittelschule und der Matura in Bozen hat er in Wien und Florenz Agrarwissenschaften studiert. Nach einer kurzen Zeit als Lehrer an der Mittelschule in Stern/La Villa war er Geschäftsführer des Braunviehzuchtverbandes. <BR /><BR />Später war er Inspektor im Landwirtschaftsinspektorat der Region und damals der erste und lange Zeit – bis 1976 – der einzige ladinische Beamte. 1968 wechselte er als Leiter des Landwirtschaftsinspektorats nach Bruneck. Von 1978 bis 1993 war er Landtagsabgeordneter, davon 2 Mal Landesrat – von 1984 bis 1987 und 1993. Parallel dazu hat er weiterhin die Tierzucht, vor allem das Fleckvieh und die Haflinger, betreut, ist nach der Zeit als Politiker hauptberuflich wieder zur Viehzucht zurückkehrt, war Präsident der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft und auch u.a. Vizepräsident und Präsident des europäischen und des Weltzuchtverbandes, dessen Gründungsmitglied er auch ist.<BR />