Theo Drescher, Jahrgang 1972, ist ein Teil des Kalterer Dorflebens, ein liebeswürdiges Original. Ganz Kaltern kennt ihn, und er kennt nahezu jede Kaltererin und jeden Kalterer – mit Namen und eben mit Geburtsjahr. Der Chronist und Filmemacher Albert Atz hat Theo sogar ein filmisches Denkmal gesetzt und das Unikum zum Hauptdarsteller seines Streifens „Theo, der Pechvogel“ (Drehbuch: Lisa Pfitscher) gemacht. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1094412_image" /></div> <h3> Assoziationen, Gedankenspiele und Eselsbrücken</h3>Als Gastwirt im Kalterer Drescherkeller, der Jausenstation im Ansitz Reich am Platz, einem ehemaligen Jagdschlösschen aus dem 16. Jahrhundert, begegnet Drescher zudem zahlreichen Urlauberinnen und Urlaubern – noch mehr Jahrgänge für den Zahlenliebhaber. Wie er sich die Ziffern merkt? „Durch Assoziationen, Gedankenspiele und Eselsbrücken“, so Theo. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1094415_image" /></div> <BR />Und zwar? Theo: „Wenn mir jemand sein Geburtsjahr verrät, verbinde ich dieses sofort mit dem Jahrgang eines Familienangehörigen, eines Freundes oder eines guten Bekannten. Wenn mir die Person dann erneut begegnet, assoziiere ich sie sofort mit dem vertrauten Menschen.“<h3> Die Kalterer lieben Theos Humor</h3>Doch was die Kalterer am meisten schätzen, sind Theos Humor und seine komödiantische Eigenart. Und damit wären wir bei Theos zweitem Hobby angekommen: Der Land- und Gastwirt ist leidenschaftlicher Laientheaterdarsteller. Seit Jahrzehnten gehört er zu den Publikumslieblingen der Kalterer Theaterszene – zunächst im Ensemble der Heimatbühne Kaltern, seit Mitte der 1990er Jahre in jenem der Theatergruppe Kaltern. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1094418_image" /></div> <BR />„Ich war schon als Kind vom Theater fasziniert“, erzählt Drescher. „Mein ganz großes Idol war damals Paul Löwinger von der berühmten Löwinger Bühne.“ Zur Erklärung: Seit den 1950er Jahren werden die Stücke der legendären Wiener Bühne im ORF ausgestrahlt. Nach längeren Unterbrechungen zeigt der Sender die Bauernschwänke wieder. <h3> Gustl Untersulzner, ein großes Vorbild</h3>Theo weiter: „Und natürlich gehörte auch Gustl Untersulzner von der Volksbühne Bozen zu meinen Lieblingen. Als Bub bin ich mit meiner Oma Anna eigens zu dessen Aufführungen nach Bozen gefahren. Damals habe ich entschieden: ,Das will ich auch machen, wenn ich groß bin.‘ Später durfte ich mit meinem Vater Karl ins Geschäft Eccel in Bozen, um dort den Stoff für einen neuen Anzug zu kaufen. Dabei wurden wir von Untersulzner bedient. Ich war begeistert, er war auch privat so lustig wie auf der Bühne.“ <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1094421_image" /></div> <h3> Theo, ein schaurig-schöner „Tod“ </h3>Doch es dauerte noch einige Jahre, bis Theo die berühmten Bretter stürmen durfte. Erst nach dem Militärdienst heuerte er bei den Kalterer Theaterleuten an. „Der Schwank ,Rendezvous im Bauernkasten‘ von Autor Hans Lellis gehörte zu den ersten Stücken, in denen ich mitspielte“, erinnert sich Theo Drescher. Natürlich war es eine Sprechrolle. <BR /><BR />Unzählige weitere Rollen folgten in den vergangenen Jahrzehnten. Welche Rolle ihm besonders gut im Gedächtnis geblieben ist? „Der ,Tod‘ im ,Jedermann‘ von Hugo von Hofmannsthal“, so der Theatermann. „Zum 10-Jährigen der Theatergruppe Kaltern haben wir das Stück 1996 im Innenhof von Schloss Sallegg aufgeführt. Die Hauptrolle spielte damals Albert Atz, den Teufel Günther Morandell, und mich hatte der Spielleiter als ,Tod‘ besetzt. Ein schaurig-schöne Rolle.“ Und eine der wenigen ernsten Rollen in Theos Theaterleben. <h3> Das „Tafele“ der Oma</h3>Das Publikum liebt vor allem den witzigen, hektischen, dynamischen Theo. „Ich bin auch privat ein sehr humorvoller Mensch. Wenn sich etwa bei mir an der Theke im Drescherkeller lustige Szenen ergeben, koste ich das voll aus. Meine Oma hatte ein ,Tafele‘ an der Wand hängen, darauf stand: ,Erfolg hat im Leben und Treiben der Welt, wer Ruhe, Humor und Nerven behält.‘ Diesen Spruch habe ich zu meiner Lebensphilosophie gemacht“, erzählt der Laienschauspieler. Das ehrenamtliche Theaterspielen – „Applaus ist unsere Gage“, so Theo – betrachtet er als Ausgleich zu seiner Arbeit im Gastbetrieb und in den Weinbergen. <h3> Lampenfieber vor der Aufführung</h3>Eselsbrücken und Assoziation unterstützen Theo auch beim Textelernen. „Ich benötige in der Regel sehr lange, um eine Rolle zu erlernen. Ich ziehe mich in mein Zimmer zurück und benötige Ruhe“, gesteht er. Bei Probenbeginn fehlt zumeist noch ein erheblicher Teil der Rolle.<BR /><BR /> „Erst, wenn wir tatsächlich auf der Bühne im Kalterer Vereinshaus proben, fügen sich die einzelnen Teile zusammen. In der Vergangenheit haben Text und Choreografie zum Glück immer gepasst – Texthänger hatte ich, ja, aber Black-outs zum Glück noch nie. Und das trotz des heftigen Lampenfiebers, das mich auch heute, nach über 3 Jahrzehnten Bühnenerfahrung, vor den Aufführungen immer noch packt.“ <h3> Auftreten strikt verboten</h3>Im Spielkalender der Theatergruppe Kaltern rund um Obmann Werner Gschnell steht üblicherweise ein Stück pro Jahr. Doch heuer ist ein (Not-)Fall eingetreten, den es in der fast 40-jährigen Geschichte des Ensembles noch nie gegeben hat. Als die Truppe im vergangenen Februar die Boulevardkomödie „Männer auf Abwegen“ (im Original: „Rosen für Harry“) von Raymond Weissenburger zeigte, verunglückte Theo.<BR /><BR /> „Ich habe mich am Sprunggelenk verletzt, als ich die Mülltonnen zum Sammelort schieben wollte“, erzählt der Pechvogel. „Und dabei war ich stets sehr vorsichtig, habe mich auch an die Abmachung gehalten, vor und während der Aufführungen keine Risiko-Sportarten mehr ausüben...“ Operation und 6 Wochen Schonung folgten. Auftreten – im wahrsten Sinne des Wortes – war absolut verboten. Und so senkte sich der Vorhang nach nur 2 Aufführungen für die folgenden 9 Monate.<h3> Im November sind die „Männer auf Abwegen“</h3>Doch nun ist Theo wieder fit – und die Truppe brennt darauf, „Männer auf Abwegen“ wieder aufzunehmen. Am Samstag, 23. November (20 Uhr), ist es soweit. Dann stehen Norbert Andergassen, Evi Sinn, Werner Gschnell, Theo Drescher, Angelika Zozin, Günther Steier (auch Regie), Melissa Gschnell und Martina Kompatscher im Kalterer Vereinshaus auf der Bühne. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1094424_image" /></div> <BR />Gespielt wird auch am Sonntag, 24. November (18 Uhr), Donnerstag, 28. November (20 Uhr), und Freitag, 29. November (20 Uhr). Der Kartenvorverkauf startet am kommenden Montag, 4. November. <BR /><BR />Worum es in „Männer auf Abwegen“ geht? Um 2 Ehemänner, die vortäuschen, sie würden 3 Mal wöchentlich joggen und stattdessen die Zeit in der Pinguin-Bar verbringen, um misstrauische Ehefrauen, um einen verräterischen Rosenstrauß mit einem Visitenkärtchen von „Ulli“, um Wortwitz und ga-a-a-nz viel Situationskomik.