<b>Herr Leimstädtner, 25 Jahre lang waren Sie Geschäftsführer des Dachverbands. Mit welchem Gefühl geben Sie diese Aufgabe nun weiter?</b><BR />Georg Leimstädtner: Ich gehe in dem Wissen, eine sehr große Verantwortung zu übergeben. Über all die Jahre hat sich der Dachverband stark entwickelt und vielen neuen Bereichen geöffnet. Anfangs setzte er sich in erster Linie für Menschen mit Behinderung ein. Im Laufe der Jahre kamen Themen wie Familie, Krankheit, Armut usw. hinzu. Ich freue mich sehr, dass ich mich so lange in diese Welt einbringen durfte und mithelfen konnte, die zahlreichen Herausforderungen im Land anzugehen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-70695398_quote" /><BR /><BR /><b>Ganz genug haben Sie aber noch nicht. Bis zum Ende des Jahres bleiben Sie dem Dachverband als „Seniorberater“ erhalten...</b><BR />Leimstädtner: Bevor ich endgültig in Pension gehe, werde ich meinen Nachfolger Günther Sommia noch etwas begleiten. Schließlich stehen einige große Projekte an, die auch meine Handschrift tragen. Eine helfende Hand kann also nicht schaden. Aber selbst in der Pension werde ich mit dem Dachverband weiterhin verbunden bleiben.<BR /><BR /><b>Wie Sie selbst sagen, ist der Dachverband in zahlreichen Bereichen aktiv. In welchen hapert es in Südtirol, wo stehen wir gut da?</b><BR />Leimstädtner: In Südtirol existieren viele hochwertige Dienste. Die Herausforderung liegt darin, diese zu vernetzen. Eine Person kann nämlich mehrere Bedürfnisse gleichzeitig haben. Was Südtirol auszeichnet, ist die große Bereitschaft fürs Ehrenamt. Das muss weiterhin gefördert werden. Was die Ehrenamtlichen leisten, wäre schlichtweg nicht finanzierbar. Das Ehrenamt ist ein sehr großes Glück. <BR /><BR /><embed id="dtext86-70695399_quote" /><BR /><BR /><b>25 Jahre haben Sie mit benachteiligten Gruppen der Gesellschaft gearbeitet. Wie hat Sie diese Zeit verändert?</b><BR />Leimstädtner: Man wird demütig. Zu sehen, welchen Herausforderungen sich manche Leute stellen müssen, ist nicht immer einfach. Gleichzeitig wird man dankbar dafür, wie gut man es selbst hat. Jedoch glaube ich, jeder und jede hat sein bzw. ihr Päckchen zu tragen. Das Soziale ist keine Nische für Bedürftige. Im Laufe des Lebens sind wir alle einmal auf Hilfe und Gemeinschaft angewiesen.<BR /><BR /><b>Was soll den Südtirolern von Ihrem Wirken besonders in Erinnerung bleiben?</b><BR />Leimstädtner: Ich denke, die Unterstützung der vielen gemeinnützigen Organisationen im Land. Wenn mein Name in dieser Hinsicht auch nur ein wenig in Erinnerung bleibt, wäre das schon viel des Guten.