Nun plant der Vinschger, der ursprünglich aus Sibirien stammt, mit seinen sportlichen Fertigkeiten einen Weltrekordversuch.<BR /><BR />Was ihn ins Vinschgau verschlagen hat, wie er zum Parkour-Laufen kam und was es mit dem Weltrekordversuch auf sich hat, erklärt der 29-Jährige im Interview.<BR /><BR /><b>Du stammst ursprünglich aus Russland?<BR /></b>Alexander Oberhofer: Genau. Ich wurde in Nowosibirsk geboren, einer Metropole mit rund 1,5 Millionen Einwohnern in Sibirien. Mit 11 Monaten haben mich meine leiblichen Eltern zur Adoption freigegeben, seither lebe ich in Latsch auf unserem Apfelbauernhof. Für mich sind meine Adoptiveltern wie Mutter und Vater. Ich bin sehr dankbar dafür, dass sie mir dieses Leben ermöglicht haben. Meine leiblichen Eltern habe ich nie kennengelernt. Allerdings war ich 2019 in Nowosibirsk und habe dort meine Oma und Halbschwester getroffen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1145733_image" /></div> <BR /><BR /><b>Seither lebst und arbeitest du hier in Südtirol?<BR /></b>Oberhofer: Genau, ich bin Apfelbauer auf unserem Bauernhof in Latsch und montiere nebenberuflich Hagelnetze. Darüber hinaus bin ich auch als Trainer und Aufseher in Trampolinhallen tätig und gebe Parkour-Trainingsstunden.<BR /><BR /><b>Was ist Parkour?<BR /></b>Oberhofer: Parkour ist eine Sportart. Genauer gesagt eine Fortbewegungsart, bei der es darum geht, mit dem eigenen Körper so schnell und effizient wie möglich von <BR />A nach B zu gelangen. Darunter fallen mittlerweile auch die Disziplinen Freerunning und Tricking.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1145736_image" /></div> <BR /><BR /><b>Wie hast du zu der Sportart gefunden?<BR /></b>Oberhofer: Mein Cousin und ich sind schon als Kinder Parkour gelaufen, ohne überhaupt zu wissen, was wir da taten (lacht). Damals sprangen wir mit Vorwärtssaltos in Rutschen oder kletterten auf Bäume, um anschließend hinunterzuspringen. 2012 stießen wir schließlich auf ein Video von 2 Meranern, die ebenfalls Parkour liefen. Kurzerhand nahmen wir Kontakt zu ihnen auf – daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit unsere Parkour-Gruppe Flyingart, mit der wir diesen Sport gemeinsam ausgeübt haben.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1145739_image" /></div> <BR /><BR /><b>Bist du ein Adrenalinjunkie? Was fasziniert dich an Parkour?<BR /></b>Oberhofer: Auf jeden Fall! Adrenalin hält mich am Leben. Parkour ist für mich mehr als eine Sportart – vielmehr ein Lebensstil. Besonders fasziniert mich daran, wie frei man in der Ausführung ist: Ein Parkourläufer ist an keinen Platz gebunden und kann jeden Platz zu seinem eigenen Spielplatz umfunktionieren. Außerdem stellt Parkour für mich eine Art Ventil dar, um meinen Bewegungsdrang zu stillen.<BR /><BR /> <video-jw video-id="wCvg2JqX"></video-jw> <BR /><BR /><b>Mit deinem Können planst du einen Weltrekordversuch?<BR /></b>Oberhofer: Genau. Ich würde gern den aktuellen Weltrekord darin knacken, im Handstand Treppen zu gehen. Dieser liegt derzeit bei 100 Treppen, die mindestens 5 Zentimeter hoch sein müssen. Aktuell schaffe ich rund 80 Treppen. Allerdings besteht die größte Schwierigkeit darin, geeignete Treppen zu finden. Und natürlich, die Balance zu halten (lacht).<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1145742_image" /></div> <BR /><BR /><b>Deine Stunts teilst du auf Social Media und erzielst dabei teils Zehntausende Aufrufe. Wie kam es dazu?<BR /></b>Oberhofer: Die ersten Videos haben wir bereits vor über 10 Jahren als Parkour-Gruppe gedreht und hochgeladen. Mittlerweile sind wir alle etwas älter geworden, haben verschiedene Lebenswege eingeschlagen und die Gruppe ist allmählich auseinandergedriftet. Ich habe allerdings nicht damit aufgehört, Videos zu produzieren und hochzuladen.<BR /><BR /><b>Hättest du jemals damit gerechnet, so viele Menschen mit deinen Videos zu erreichen?<BR /></b>Oberhofer: Nein, niemals. So etwas hätte ich mir im Leben nicht erwartet.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1145745_image" /></div> <BR /><BR /><b>Wie hat die Reichweite dein Leben verändert?<BR /></b>Oberhofer: Wenn ich auf die Straße gehe, werde ich erkannt – besonders von jungen Südtirolern. Manche Menschen haben sich aus diesem Grund von mir abgewandt, weil ihnen der ganze Trubel zu viel wurde. Daneben ist aber auch das Gegenteil der Fall: Dass manche Menschen sich mit mir schmücken und sich nur aufgrund meiner Videos mit mir abgeben wollen. <BR /><BR /><b>Bereust du deine Entscheidung, mit Social Media angefangen zu haben?<BR /></b>Oberhofer: Nein, denn letztendlich sollte ein jeder das tun und lassen können, was er möchte – solange es im Rahmen des Legalen ist, versteht sich. Was andere über uns denken, sollte uns letztendlich egal sein.