Donnerstag, 18. Mai 2017

Japan: Prinzessin verlobt sich mit Bürgerlichem – Thronfolge-Sorge

Angesichts der bevorstehenden Verlobung der japanischen Prinzessin Mako mit einem Bürgerlichen wächst in Japan die Sorge um die Thronfolge in der Kaiserfamilie.

Angesichts der bevorstehenden Verlobung der japanischen Prinzessin Mako mit einem Bürgerlichen wächst in Japan die Sorge um die Thronfolge in der Kaiserfamilie.
Angesichts der bevorstehenden Verlobung der japanischen Prinzessin Mako mit einem Bürgerlichen wächst in Japan die Sorge um die Thronfolge in der Kaiserfamilie. - Foto: © APA/AFP

Da alle weiblichen Mitglieder der Kaiserfamilie bei Heirat mit einem Bürgerlichen ihren royalen Status verlieren, ist mit der Verlobung der Enkelin von Kaiser Akihito die Debatte um eine Gesetzesänderung neu entbrannt.

Denn derzeit herrscht ein akuter Mangel an männlichen Thronfolgern. Obwohl Japan in früheren Jahrhunderten bereits von weiblichen Herrschern regiert wurde, lehnen Konservative wie Regierungschef Shinzo Abe eine Gesetzesänderung ab.

Der japanische Rundfunksender NHK hatte Makos Verlobung am Dienstagabend vermeldet – seither dominiert das Thema die Talkshows und Schlagzeilen des Landes. Der mutmaßliche Verlobte, der 25-jährige Kei Komuro, äußerte sich am Mittwoch zwar kurz vor Journalisten, beantwortete aber keine Fragen zu seiner Verlobung. Er sagte lediglich, dass er sich dazu äußern werde, „wenn die Zeit gekommen ist“.

Mako verliert royalen Status

Es wird erwartet, dass die Verbindung in den kommenden Wochen offiziell verkündet wird. Während weibliche Mitglieder der Kaiserfamilie bei Heirat mit einem Bürgerlichen ihren royalen Status verlieren, trifft dies auf männliche Mitglieder nicht zu. Auch Kaiser Akihito und seine beiden Söhne sind mit Bürgerlichen verheiratet.

Derzeit bereitet die japanische Regierung ein Gesetz vor, das es Kaiser Akihito ermöglichen soll, zugunsten seines ältesten Sohns Naruhito abzudanken. In der Thronfolge hinter Naruhito stehen sein Bruder Akishino und dessen zehnjähriger Sohn Hisahito. Weitere männliche Thronfolger gibt es derzeit nicht.

Japan gilt als die älteste Erbmonarchie der Welt. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Tenno wie ein Halbgott verehrt. Seit Inkrafttreten der Nachkriegsverfassung aber hat er keinen Einfluss mehr auf die Politik, sondern gilt als „Symbol des Staates“.

apa/afp

stol