Die heute 22-Jährige wollte sich laut der Tageszeitung „Kurier“ (Dienstagsausgabe) dreimal das Leben nehmen, musste sich von ihrem Entführer Wolfgang Priklopil an ihn mit Kabelbindern in sein Bett fesseln, den Kopf kahlrasieren und ein anderes Mal die Haare bleichen lassen: „Mit den ganz hellen Haaren habe ich fremd ausgeschaut, niemand konnte mich erkennen.“Im Vorabdruck des Buches in der „Kronen Zeitung“ (Dienstagsausgabe) wird eine Aussage während des Kidnappings zitiert, die seit längerem für Spekulationen über Komplizen von Priklopil sorgt: „Dann telefonierte er wieder. Nachdem er aufgelegt hatte, sagte er ’Ich bringe dich jetzt in einen Wald und übergebe dich den anderen.’.“ Der Nachrichtentechniker dürfte sein Opfer bewusst ausgesucht haben, so sagt er laut Kampusch in der „Kronen Zeitung“: „Ich habe dich auf einem Schulfoto gesehen und ausgewählt.“Im Bezug auf die erste Zeit im Verlies beschreibt Natascha Kampusch in ihrer Autobiografie vor allem die Einsamkeit als bedrückend: „Ich kämpfte um seine Aufmerksamkeit, darum, dass er sich mit mir beschäftigte, mit mir spielte. Die Zeit allein im Verlies machte mich wahnsinnig.“ Sie bettelte und flehte, um nicht alleingelassen zu werden. „So kam es, dass ich nach wenigen Tagen mit meinem Entführer in meinem Gefängnis saß und Halma, Mühle und ’Mensch ärgere Dich nicht’ spielte.“ Um die „Illusion der Normalität“ zu wahren, wünschte sich das damals zehnjährige Mädchen sogar „einen Gute-Nacht-Kuss, wie meine Mutter ihn mir gab (...)“.apa