<b>Von Alexander Zingerle<BR /></b><BR />Man kann mit Katharina Moling über ihre aktuellen Aufgaben sprechen oder sich ein wenig das ansehnliche Curriculum zu Gemüte führen. So oder so zeigt sich klar und deutlich, dass sie durch und durch Kunst- und Kulturmensch ist. Als solcher unterstreicht sie auch die Bedeutung des Museums Ladin Ciastel de Tor für die ladinische Volksgruppe.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1243608_image" /></div> <BR /><BR />„Hier geht es um Kenntnis, Schutz und Aufwertung – nicht nur der Sprache, sondern des gesamten kulturellen Erbes. Wir zeigen die Geschichte aller fünf ladinischen Täler – Badia/Gadertal, Gherdëina/Gröden, Fascia/Fassatal, Fodom/Buchenstein und Anpezo/Ampezzo – mit ihrem eigenen Idiom und eigener Prägung. Unsere Aufgabe besteht darin, das Bewusstsein für dieses kulturelle Erbe als Gemeinschaftsgut lebendig zu halten“, betont die Museumsleiterin. Diesen Auftrag interpretiert sie mit Expertenwissen, großem Engagement und modernen Ansätzen. Die Volksgruppe der Ladiner umfasst heute etwa 35.000 Menschen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1243611_image" /></div> <BR /><BR />So suchte sie die Zusammenarbeit mit lokalen Künstlern und Handwerkern, um die historischen Räumlichkeiten – der beeindruckende Turm des Museums stammt aus dem 13. Jahrhundert – mit neuen, zeitgemäßen Inhalten zu füllen. Somit wurde die Dauerausstellung heuer mit Musik und Kunst aus den ladinischen Tälern erweitert, darunter etwa Werke von Aron Demetz, Walter Moroder, Claus Vittur und Sophie Eymond. Dazu gesellen sich Audioguides mit Dolasilla aus der Fanes-Sage und das Detektivspiel „Die Gemmes der Fanes“ für Familien. Die Projektentwicklung und das Vermitteln von Geschichten haben Katharina Moling schon immer inspiriert.<h3> Viele kulturelle Initiativen begleitet</h3>Bevor sie die Leitung des Museums im Oktober 2022 von ihrem langjährigen Vorgänger Stefan Planker übernahm, hatte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bereits eine Vielzahl an Ausstellungen und Projekten betreut, kuratiert und koordiniert, Publikationen erstellt und Führungen getätigt. Parallel dazu war die Ladinerin bei weiteren kulturellen Initiativen eingespannt, so etwa als Koordinatorin der Dolomiten-Biennale „SMACH“, als Kuratorin im ladinischen Institut „Micurá de Rü“ und im Circolo in Urtijëi/St. Ulrich oder im Zott's Artspace Dolomites in San Ciascian/St. Kassian. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1243614_image" /></div> <BR /><BR />Dieses große Interesse erklärt sie damit, dass ihr die Arbeit an derart vielen verschiedenen Projekten geholfen habe, die ladinische Realität besser und tiefgründiger kennenzulernen – aus künstlerischer, ethnografischer und historischer Sicht. „Mich fasziniert, Geschichten zu erzählen und Verbindungen zu schaffen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen lokaler Identität und globalen Perspektiven“, umreißt sie ihren inneren Antrieb. <h3> Der Wald als Inspirationsquelle</h3>Kein Wunder also, wenn sie sich selbst als neugierigen Menschen bezeichnet, der vor Arbeit nicht zurückschreckt. „Im Zentrum stehen meine beiden Kinder Emma und Jan, meine Familie und natürlich die Arbeit als Museumsdirektorin“, rückt die 39-Jährige die Prioritäten zurecht. Aber es gibt auch eine große Leidenschaft im Leben der Ladinerin: das Wandern. In erster Linie steigt sie dafür nicht auf hohe Berge und sucht auch nicht spektakuläre Wege, vielmehr zieht es sie immer wieder in den Wald. <BR /><BR /><embed id="dtext86-72457369_listbox" /><BR /><BR />Katharina Moling erklärt: „Im Wald kommen mir die besten Ideen. Gehen ist für mich Meditation und Inspirationsquelle. Beim Gehen denke ich, übe ich Reden ein, entwickle ich neue Ansätze fürs Museum oder plane Reisen.“ Schon die antiken Philosophen wussten, dass Bewegung nicht nur dem eigenen Wohlbefinden zuträglich ist, sondern auch zur Ankurbelung kreativer Denkprozesse. <h3> Neugierde für die Welt den Kindern vermitteln</h3>Lieb und teuer ist der Gadertalerin außerdem das Reisen, denn auch dabei lasse sich wunderbar frische Energie tanken. Viel Zeit fürs Reisen bleibe derzeit nicht, aber zwischendurch muss es sein. Letzthin – zu Allerheiligen – konnte sie sich einen Trip nach Belgien genehmigen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1243617_image" /></div> <BR /><BR /> „Es war traumhaft, wie man in Antwerpen, Brügge und Gent zeitgenössische Kunst und die alten flämischen Meister an jeder Ecke entdecken kann. Gerade diese Entdeckungsfreude möchte ich an meine Kinder weitergeben“, lässt sie wissen. Und genau mit dieser Entdeckungsfreude will sie das Museum Ladin für möglichst viele Besucher attraktiv machen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-72457590_listbox" />