Der Krake lag immer richtig und sagte nicht nur den Ausgang der sieben deutschen Spiele voraus, sondern auch das Finale zwischen Spanien und den Niederlanden. Paul konnte aus zwei gleichen Plastikbehältern mit Nationalflagge eine Muschel fischen und so den Sieger der Partie vorhersagen. Nach der WM ging das Tier in Pension, obwohl aus aller Welt Anfragen mit Vorhersagewünschen kamen. Der Oktopus ist tot, es lebe der Oktopus Das Dahinscheiden der weltberühmten Krake hat ihre Bekanntheit noch einmal gesteigert, treibt jedoch auch seltsame Blüten. So möchte beispielsweise eine spanische Kleinstadt den toten Paul haben. Die Ortschaft Carballiño im Nordwesten Spaniens, die dem Fußballorakel im Juli die „Ehrenbürgerschaft“ verliehen hatte, will die sterblichen Überreste in einem Museum ausstellen. „Für uns war Paul ein Symbol gewesen“, sagte der Bürgermeister Carlos Montes am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. „Carballiño versteht sich als Spaniens Hauptstadt des Tintenfischs.“„Paul ist ein Teil der Geschichte des spanischen WM-Gewinns“, sagte der Bürgermeister. Die Krake habe einen großen Beitrag zur Werbung für Carballiño (14 000 Einwohner) geleistet. „Zu unserem diesjährigen Tintenfisch-Fest kamen 100 000 Besucher, 40 000 mehr als im Vorjahr“, betonte Montes.Der Bürgermeister nahm nach eigenen Angaben Kontakt zum Sealife Aquarium in Oberhausen auf. Carballiño wolle die Überreste von Paul in einem Tintenfisch-Museum ausstellen, das die Stadt geplant habe.Auch in den Niederlanden – beim WM-Zweiten – verbreitete sich die Nachricht von Pauls Tod wie ein Lauffeuer. Doch von Trauer keine Spur: „Wenn man rechtzeitig Tintenfisch-Ragout aus ihm gemacht hätte, wären wir heute bestimmt Weltmeister“, witzelte ein Radiomoderator.Denn dass der Oktopus im Sommer den Sieg Spaniens im Finale der Fußball-WM prophezeite, hat Holland ihm nie wirklich verziehen. So mancher fragte sich damals, ob die Spieler um Mark van Bommel und Arjen Robben die Weissagung nicht doch als böses Omen betrachtet hatten und deshalb noch nervöser ins Endspiel gingen, als sie es ohnehin schon gewesen waren. Allerdings: Für Gerüchte, ein Holländer könnte hinter Pauls Tod stecken, gab es bislang keinerlei ernstzunehmende Hinweise. Es soll Altersschwäche gewesen sein.apa