Dienstag, 27. August 2019

Kreuzfahrtemissionen in Kritik

Immer mehr SüdtirolerInnen gönnen sich eine Kreuzfahrt. Neben der Zivilschifffahrt, die das Klima immens belastet, kommt nun auch die boomende Kreuzfahrtbranche durch ihre Emissionen zunehmend in die Kritik, so die Vebraucherzentrale Südtirol.

Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren trotz Handlungsdruck weiterhin mit Schweröl.
Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren trotz Handlungsdruck weiterhin mit Schweröl. - Foto: © APA/DPA

„Zwar wird ein kleiner Teil der Flotte zunehmend sauberer, die meisten Schiffe fahren aber weiterhin mit Schweröl und verzichten auf den Einsatz von Abgastechnik. Seit Kurzem nehmen auch immer mehr Kreuzfahrtschiffe mit Flüssiggasantrieb den Betrieb auf. Doch auch dieses Flüssiggas ist weiterhin ein vollständig fossiler Brennstoff, der teilweise mit erheblichen Eingriffen in die Umwelt gewonnen wird“, schreibt der deutsche Naturschutzbund Nabu in ihrem Kreuzfahrt-Ranking.

Das Ranking 2019 wird von der AIDA Nova angeführt. Der italienische Mutterkonzern von AIDA, Costa Crociere, konnte mit seinem ebenfalls flüssiggasbetriebenen Neuzugang „Costa Smeralda“ gleichziehen. Auf dem dritten Platz landen drei Schiffe der Reederei Hapag-Lloyd: die „Europa 2“, die „Hanseatic Nature“ und „Hanseatic Inspiration“.

Gesetzgeber muss endlich handeln

Nabu sieht den Gesetzgeber in der Pflicht. Es sei höchste Zeit saubere Abgastechnik auf allen Schiffen zu verbauen und zur gesetzlichen Vorschrift für das Einlaufen in Häfen zu machen.

Denn trotz den großen Handlungsdrucks, unter dem die Weltgemeinschaft angesichts der Klimakrise steht, spülen die Anbieter Jahr für Jahr weitere Riesenschiffe auf den Markt, die allesamt mit fossilen Kraftstoffen betrieben werden. „Die Branche handelt absolut unzeitgemäß und verantwortungslos“ meint Nabu- Bundesgeschäftsführer Leif Miller und fordert einen Verzicht auf Schweröl.

Landstromnutzung funktioniert nicht

Erstmals hat Nabu die Klimabilanz der Schiffe mit berücksichtigt. Das Ergebnis ist desaströs. Für eine etwas bessere Klimabilanz könnte die Nutzung von Landstrom während der Liegezeiten in den Häfen sorgen. Doch in Europa gibt es nur in den Häfen von Hamburg (D) und Kristiansand (N) entsprechende Infrastruktur und nur wenige Schiffe verfügen über einen Anschluss. 

stol

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