Seit 1982 findet das Race Across America (RAAM) mit wechselnden Streckenführungen statt – von der Westküste zur Ostküste der USA. Nach vier erfolgreichen Teilnahmen im Viererteam bestritt Kurt Matzler (55) das Rennen in diesem Jahr zum zweiten Mal (nach 2022) in der Kategorie Solo. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1186437_image" /></div> <BR /><BR />Der gebürtige Sterzinger und Professor für Strategisches Management an der Universität Innsbruck legte die Strecke von Oceanside in Kalifornien nach Atlantic City im Bundesstaat New Jersey in elf Tagen, elf Stunden und sechs Minuten zurück und erreichte damit den siebten Platz. Eine herausragende Leistung, denn nur etwa die Hälfte der Starter erreichte überhaupt das Ziel. Der Sieg ging an den Niederösterreicher Philipp Kaider (39) – in acht Tagen, 22 Stunden und 32 Minuten.<BR /><BR />Das Race Across America war für Kurt Matzler aber nicht nur eine große sportliche Herausforderung. Denn wie bereits bei seinen vorherigen Teilnahmen fuhr er auch diesmal für einen guten Zweck: Über 250.000 US-Dollar konnte er für das Rotary-Programm zur Ausrottung der Kinderlähmung (PolioPlus) sammeln – eine Initiative, die ihm besonders am Herzen liegt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1186440_image" /></div> <BR /><BR />„Die Spenden kamen von verschiedenen Rotary Clubs sowie von Privaten und Unternehmen über eine Internetplattform, auch bei einer Charity-Veranstaltung in Innsbruck mit dem sechsfachen RAAM-Sieger Christoph Strasser aus der Steiermark wurde gesammelt“, erklärt Matzler. Die Summe sei wie bereits mehrmals zuvor von der „Bill & Melinda Gates Foundation“ verdreifacht worden. <BR /><BR />„Ich bin unendlich dankbar – meiner Crew, meinen Unterstützerinnen und Unterstützern, den Spenderinnen und Spendern“, sagt Matzler. „Diese Fahrt war ein Grenzgang, aber auch ein Zeichen dafür, was mit Sinn, Leidenschaft und Teamgeist möglich ist.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-70544804_quote" /><BR /><BR />Der Weg quer durch die USA war diesmal für Kurt Matzler wegen gesundheitlicher Rückschläge besonders hart. Bereits ab dem zweiten Tag kämpfte er mit einer Halsinfektion, in den Rocky Mountains kam ein leichtes Lungenödem dazu. Trotzdem lag er bis zur Hälfte des Rennens auf Platz drei. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1186443_image" /></div> <BR /><BR />„Die Höhe, die Kälte und der Schlafmangel – das ging an die Substanz“, betont der in Innsbruck lebende Südtiroler. Der Schlafentzug über einen so langen Zeitraum sei das Schwierigste am Race Across America. Denn ein Tag beim RAAM sieht laut Matzler so aus: „Ich habe pro Tag eineinhalb bis zwei Stunden Schlafpause in Hotels gemacht, das bedeutet also rund 20 Stunden täglich auf dem Rad. Es war immer ein Begleitfahrzeug mit drei Betreuern dabei, die mich mit Trinken, Essen und allem Nötigen versorgt haben.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1186446_image" /></div> <BR /><BR />Zudem machten ihm im zweiten Rennabschnitt massive Nackenprobleme zu schaffen. Deshalb musste er auch längere Schlafpausen einlegen. „Meine gesundheitlichen Probleme waren aber nie ein Risiko, denn durch die ständige ärztliche Begleitung war immer alles unter Kontrolle“, betont Matzler. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1186449_image" /></div> <BR /><BR />Trotz aller Widrigkeiten hielt er schlussendlich durch – mit der Unterstützung seiner Crew, mit eiserner Disziplin und dem festen Willen, erneut das Ziel in Atlantic City zu erreichen. „Ich habe schon vor dem Rennen gewusst, dass es schwierig ist“, erzählt Matzler. Er habe aber nie ans Aufgeben gedacht, sondern sich gemeinsam mit den neun Personen in der Begleitmannschaft darauf konzentriert, das Rennen zu Ende zu fahren. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1186452_image" /></div> <BR /><BR />Disziplin und Leidenschaft braucht es für Kurt Matzler nicht nur bei Rennen wie dem Race Across America, sondern auch für die intensive Vorbereitung dafür. „Ich fahre seit 25 Jahren Rennrad, seit zehn Jahren intensiv“, erklärt er. Man wachse langsam in das Ganze hinein, steigere die Distanzen, und irgendwann könne man an eine Teilnahme am RAAM denken. „Man sagt oft, man braucht vier bis fünf Jahre Training dafür, 20.000 Kilometer pro Jahr.“<BR /><BR />All dieses Training ist für den Uni-Professor ein wichtiger Ausgleich zu seinem „kopflastigen Job“, wie er es beschreibt: „Es ist vor allem ein körperlicher Ausgleich. Aber auf langen Distanzen kann man viel nachdenken, und da hatte ich oft schon sehr tolle Einfälle.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1186455_image" /></div> <BR /><BR />Vom Race Across America hat Kurt Matzler viele Erinnerungen mit nach Hause genommen. „Ein besonderer Moment war, als mich mitten in der Nacht irgendwo in Kansas zwei Leute angefeuert haben. Oder einmal auch frühmorgens im dichten Nebel“, erzählt er. Das seien unheimlich wichtige Momente in einem so langen und harten Rennen.