Freitag, 04. Oktober 2019

Leerer Stollen bei Grabungen in Buchenwald entdeckt

Bei Grabungen auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei der deutschen Stadt Weimar ist ein leerer Stollen entdeckt worden.

Auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar wurde ein unterirdischer Hohlraum gefunden.
Auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar wurde ein unterirdischer Hohlraum gefunden. - Foto: © shutterstock

Der unterirdische Hohlraum sei 10 bis 15 Meter lang, jeweils etwa 2 Meter breit und hoch und liege ungefähr 10 Meter unter der Erdoberfläche, teilte die Gedenkstätte am Freitag mit. Zuvor hatte der MDR berichtet. Der deutsche Sender hatte die Grabungen angestoßen.

Die Bauweise des Stollens lege die Vermutung nahe, dass er für Luftschutzzwecke angelegt wurde, sagte der Leiter der Gedenkstätte, Volkhard Knigge. „Der Fund zeigt, dass Häftlinge noch in den letzten Momenten der Existenz der Lager für eine völlig sinnlose Form der Zwangsarbeit eingesetzt wurden.“

Laut MDR wurde der Stollen bereits am Mittwoch entdeckt und unter anderem von einer Mitarbeiterin des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie, einem Bergbauexperten sowie einem Experten vom Kampfmittelräumungsdienst betreten.

Hintergrund für die Grabungen sind jahrelange Recherchen eines inzwischen gestorbenen MDR-Journalisten, nach denen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges mehrere Stollen im Steinbruch des damaligen Konzentrationslagers angelegt wurden.

dpa