<b>von Waltraud Brugger</b><BR /><BR />Bei seinen etwa 3 Millionen – vielfach auch älteren - Legoteilen liegen solche, die man auf dem Markt nicht mehr leicht findet, eben exklusive und besondere Teile. Er ist weltweit vernetzt. Bis nach Südkorea, Australien, England oder in die USA verschickt Norbert Plankensteiner Legopakete. Etwa dreimal wöchentlich, wie er uns verrät, seine Frau hilft ihm beim Einpacken. <BR /><BR /><b>Herr Plankensteiner, Sie haben Ihr Hobby sozusagen zu Ihrem zweiten Beruf gemacht. Wie kam es dazu?</b><BR />Norbert Plankensteiner: Schon als Kind habe ich besonders gerne mit Lego gespielt, und diese Faszination hat mich bis ins Erwachsenenalter begleitet. Für mich ist das Bauen mit Legosteinen pure Entspannung. Lego ist mehr als nur ein Spielzeug. Damit kann ich Bauwerke errichten, die nicht nur Kinderherzen höher schlagen lassen. Mit der Zeit habe ich eine große Anzahl an verschiedenen Legosteinen angesammelt. Mir war bewusst, dass man viel Auswahl und große Mengen haben muss, um im Handel erfolgreich sein zu können. Im Internet habe ich viel gesucht, gesehen und online viel gekauft und auch verkauft und das in alle Welt. Viele Leute kommen auch persönlich zu mir. Sie sind auf der Suche nach bestimmten Teilen, die sie sehr oft in meiner Sammlung finden. Außerdem fahre ich öfters zu großen Lego-Ausstellungen, bei denen ich immer wieder neue Sets oder Teile kaufe. So entwickle ich meine Sammlung immer weiter.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1119345_image" /></div> <BR /><b>Wo lagern Sie Ihre Legosteine und nach welchem Kriterium sortieren Sie Ihr großes Sortiment?</b><BR />Plankensteiner: Im Keller meines Wohnhauses habe ich einen großen Raum, ich nenne ihn mein Hobbyzimmer oder mein Lego-Reich. Dort liegen die Legoteile in Boxen, Kisten und Schubladen, so um die tausend Schubladen oder mehr werden es wohl sein. Ich ordne sie nach Formen, Farben oder Themenbereichen. Beim Aussortieren und Ordnen helfen mir meine Eltern. Anfangs waren sie noch recht skeptisch, aber nun haben sie auch ihre Freude daran.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1119348_image" /></div> <BR /><BR /><b>Zu welchem Preis verkaufen Sie die einzelnen Teile?</b><BR /> Plankensteiner: Der Preis ist sehr unterschiedlich. Ausgefallene oder ältere Teile sind natürlich teurer. Seltene Figuren können schon mal bis zu 5000 Euro kosten, andere auch nur ein paar Cent oder Euro.<BR /><BR /><b>In Ihrem Keller befindet sich ein großer Ausstellungsraum mit vielen Lego-Bauwerken. Was ist Ihre größte Konstruktion?</b><BR />Plankensteiner: Zur Zeit sind ein Lego-Panda und ein Lego-Tiger meine größten Werke. Sie wiegen jeweils etwa 50 Kilogramm und haben jeder um die 30.000 Legosteine. Die Anleitungen habe ich von einem Engländer gekauft. In meinem privaten Lego-Museum befinden sich sehr viele Modelle, die ich nach Anleitung oder auch frei gebaut habe, wie z.B. Raumschiffe aus „Star wars“, das Titanic-Schiff, verschiedene Bauwerke wie der Eiffelturm oder das Kolosseum, Figuren oder Elemente aus Harry Potter und noch Vieles mehr. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1119351_image" /></div> <BR /><BR /><b>Können Ihre Kunstwerke besichtigt werden?</b><BR />Plankensteiner: Ja! Natürlich muss man sich anmelden. Immer wieder kommen Schulklassen zu Besuch oder Jugend- und Kindergruppen und Eltern mit ihren Kindern, die sich dafür interessieren.<BR /><BR /><b>Was ist Ihre nächste Arbeit? Wie lange benötigen Sie für ein großes Lego-Werk?</b><BR />Plankensteiner: Wenn ich nach einer Anleitung baue, muss ich etwa eine Woche dranbleiben. Mein nächstes Ziel ist jedoch sehr viel zeitaufwendiger. Ich möchte nämlich das Schloss von Sand in Taufers bauen, die Burg Taufers. Dafür gibt es keine Bauanleitung. Deshalb lasse ich mit einer Drohne Fotos machen und baue sie zuerst mit Pappe zusammen. Es braucht viel Geduld, Kreativität und Genauigkeit. Das wird eine Herausforderung, darauf freue ich mich!<BR /><BR /><b>Man merkt, dass in Ihrer Arbeit sehr viel mehr als nur ein Hobby steckt. Teilen Ihre Kinder diese große Leidenschaft?</b><BR />Plankensteiner: Nein, meine Kinder eigentlich nicht. Vielleicht irgendwann meine Enkelkinder? Schließlich ist es mittlerweile auch zu einer Geldanlage geworden.