Im Bozner Gemeinderat werden bekanntlich oftmals auch beschämende Diskussionen geführt. Letzthin war das wieder der Fall.<BR /><BR />2 private Vereine stellen in Bozen Wohnungen für Frauen zur Verfügung, die aus der Gewaltspirale ausbrechen wollen. Die Platznot ist akut und seitens der Gemeinde- und Landesverwaltung gibt es nur sehr wenig Unterstützung. Der Bozner Gemeinderat hat jüngst ein wichtiges Projekt für diesen Bereich versenkt. <BR /><BR /><BR />Im Bozner Gemeinderat werden bekanntlich oftmals auch beschämende Diskussionen geführt. Letzthin war das wieder der Fall. Ein seit nunmehr 20 Jahren diskutiertes Projekt zur Errichtung eines Frauenhauses wurde so gut wie versenkt. Man will lieber Anrainer-Parkplätze, als eine dringend benötigte und vor allem geschützte Einrichtung für Frauen. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-52875848_quote" /><BR /><BR /><BR />Die Präsidentin des Vereins „Haus der geschützten Wohnungen“ und Koordinatorin der Kontaktstelle „Frauen helfen Frauen“, Trixy von Pretz, bringt es auf den Punkt: „Ende November und Anfang März steht das Thema Gewalt an Frauen im Mittelpunkt des Interesses, die restlichen Tage des Jahres hört man nichts mehr davon.“ <BR /><BR />Ein klarer Beweis dafür ist auch die jüngst im Gemeinderat geführte Diskussion um einen geplanten Neubau im Stadtviertel Don Bosco. Das als Gebäude für soziale Einrichtungen titulierte Projekt, sollte ein Frauenhaus werden. „Vor 20 Jahren hat diese Diskussion bereits begonnen. Der späterer Sozialstadtrat Mauro Randi hat uns dann die fertigen Pläne vorgestellt und versprochen, dass das Vorhaben umgesetzt wird“, erinnert sich Martha Ebner, die seit Jahrzehnten an vorderster Front bei „Frauen helfen Frauen“ und im Verein „Haus der geschützten Wohnungen“ aktiv ist. Nun habe es den Anschein, dass es mit dem Vorhaben neuerlich nichts werde. <BR /><BR />Derweil wird der Bedarf an so einer besonderen Einrichtung von Jahr zu Jahr größer. „In Bozen stehen 13 Kleinwohnungen zu Verfügung“, ergänzt von Pretz. „Sieben finden sich in unserem Haus, um die restlichen sechs kümmert sich die Kontaktstelle gegen Gewalt GEA“, berichtet sie. Deren Präsidentin Christine Clignon zeigt sich ziemlich verärgert darüber, dass im Gemeinderat nunmehr eine derartige Diskussion entflammt ist. <BR /><BR />„Wir setzen uns dafür ein, dass allen Frauen in Notsituationen geholfen wird. Mit den aktuellen Kapazitäten ist das immer schwerer möglich“, erklärt sie. Die wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit ausdrücklich betont. „Seit Jahren arbeiten wir mit Notlösungen und fordern ein weiteres Frauenhaus“, erklärt die GEA-Präsidentin. Man könne nicht weitere Jahre warten. „Wir brauchen eine Lösung. Entweder jetzt, oder zumindest zeitnah“, fordert sie. Nachdem der geplante Standort durch die Diskussion bekannt geworden ist, müsse man nunmehr wohl über einen Neuen nachdenken. „Die Adressen von Frauenhäusern müssen geheim bleiben. Das ist Sinn und Zweck des Angebots.“ <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-52875848_quote" /><BR /><BR /><BR />Von Pretz nimmt in dieser Sache auch die Landesverwaltung in die Pflicht und bringt zudem das Thema Übergangswohnungen zur Sprache. Nach einem festgelegten Zeitraum müssen die Frauen das Haus der geschützten Wohnungen nämlich wieder verlassen und brauchen daher eine andere Bleibe. Eine Lösung ist auch in diesem Fall nicht in Sicht. <BR /><BR /> Beide Präsidentinnen unterstreichen zudem, dass die von ihnen betreuten Frauen zumeist mit Kindern in den jeweiligen Einrichtungen untergebracht sind.