Sonntag, 27. Mai 2018

Life Ball: Seit 25 Jahren im Kampf gegen HIV und Aids

Seit 25 Jahren setzt sich Gery Keszler und sein Team unermüdlich für den Kampf gegen die Immunschwächekrankheit HIV/Aids ein. Als einmaliges Event 1993 geplant, war der Erfolg so groß, dass nun am 2. Juni Silberhochzeit zelebriert wird. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn beim Jubiläums-Life Ball wird unter dem Thema „Sound of Music“ pompös Hochzeit gefeiert.

Seit jeher ist Gery Keszler (rechts) das Aushängeschild des Life Balls.
Seit jeher ist Gery Keszler (rechts) das Aushängeschild des Life Balls. - Foto: © APA

Vor 25 Jahren bedeutete die Diagnose, sich mit HIV angesteckt zu haben, den Tod. Heute ist eine Infektion durch antiretrovirale Therapie gut behandelbar, sodass die Viren unter der Nachweisgrenze sind. Das klare Ziel des Life Ball-Teams: Aids soll endgültig Geschichte werden. „Das will ich als Life Ball-Organisator noch erleben, wenn ich darf“, sagte Keszler.

Laut WHO-Plan sollen bis 2020 90 Prozent aller HIV-Infizierten ihren Status kennen, 90 Prozent sollen Zugang zu Medikamenten haben und bei 90 Prozent soll das Virus nicht mehr nachweisbar sein. 2016 gab es weltweit 36,7 Millionen Menschen mit einer HIV-Infektion. 20,9 Millionen Betroffene erhalten mittlerweile eine antiretrovirale Therapie, für weitere 15,8 Millionen wäre das notwendig.

1992 war von einem Medikament noch lange nicht die Rede. Deshalb gründete Keszler damals gemeinsam mit seinem Freund Torgom Petrosian den Verein Aids Life. Nachdem Petrosian an Aids erkrankt war, beschlossen seine Freunde, in Österreich einen Charity-Event zu organisieren. Der Life Ball, der am 29. Mai 1993 zum ersten Mal über die Bühne ging, war geboren. Der damalige Bürgermeister Helmut Zilk setzt sich dafür ein, dass die Aids-Benefizgala im Rathaus stattfinden kann. Der Life Ball ist somit die einzige Veranstaltung zugunsten von Aids-Organisationen, die in einem „politischen“ Gebäude stattfindet.

Aufgrund des großen Erfolges des ersten Life Balls und der enormen Nachfrage beschlossen die Organisatoren rund um Keszler 1994 eine „Wiederholung“, doch es sollte auch diesmal nicht das letzte Event sein. Ab 1995 begann der Ball zu wachsen und wartete immer wieder mit neuen Besonderheiten auf.

In den vergangenen beiden Jahren kam es zudem zu einer Annäherung zwischen dem Event und der katholischen Kirche, die sich bisher kritisch gegenüber Homosexualität zeigte. Kardinal Christoph Schönborn wohnte dem Red Ribbon Celebration Concert bei und es wurde der Welt-Aids-Tag gemeinsam mit einem Requiem im Stephansdom begangen.

apa 

stol