Mit links schreiben ist nicht weiter ungewöhnlich. Trotzdem gibt es für Linkshänder Hürden. Welche es gibt und worauf Eltern achten sollten, geht aus einer Aussendung hervor. Die wichtigsten Fragen und Antworten.<h3> Wie entsteht Linkshändigkeit?</h3>Eine Antwort auf diese Frage suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch. Vermutlich sind verschiedene Faktoren dafür verantwortlich, dass bei Linkshändern die rechte Gehirnhälfte und damit die linke Hand dominiert. Die Tatsache, dass die Kinder linkshändiger Eltern häufiger ebenfalls die linke Hand bevorzugen, deutet auf eine genetische Komponente hin.<BR /><BR />Aber auch andere Einflüsse spielen wohl eine Rolle. Ob die rechte oder linke Hand dominiert, wird bereits im Mutterleib angelegt und zwar bei der Ausbildung des Rückenmarks, fanden Forscher der Ruhr-Universität Bochum heraus. Schon ab der 13. Schwangerschaftswoche nuckeln Embryos bevorzugt am rechten oder am linken Daumen.<h3> Wie erkennt man Linkshändigkeit, was sollten Eltern beachten?</h3>Mit welcher Hand der Stift oder der Löffel gehalten werden, ist nur bedingt aussagekräftig: „Kinder passen sich oft unbewusst an eine rechtshändige Umgebung an“, sagt Johanna Barbara Sattler, die 1985 in München die erste Beratungsstelle für Linkshänder in Deutschland gründete. <BR /><BR />Achten sollte man deshalb besonders auf die kleinen spontanen Bewegungen: Mit welcher Hand deutet das Kind auf Gegenstände, wie kratzt es sich an der Nase?<BR /><BR />Bleibt dennoch unklar, ob das Kind Links- oder Rechtshänder ist, rät Sattler zu einer professionellen Testung, nach Möglichkeit schon deutlich vor der Einschulung. Wer als Linkshänder am Basteltisch mit Rechtshänder-Schere und -Spitzer umgehen muss, hat es unnötig schwer – und möglicherweise deutlich weniger Freude daran.<h3> Sind Linkshänder-Produkte sinnvoll?</h3>Von Küchengeräte über Werkzeuge bis hin zu Maschinen- Die Welt ist auf Rechtshänder ausgerichtet. Bei Linkshändern muss die Hand entweder einen Umweg nehmen oder sie müssen doch mit rechts agieren. „Doch wenn man die Dinge nicht mit seiner leistungsfähigeren Hand machen kann, wirkt man langsamer und ungeschickter, die eine Gehirnhälfte ist unter-, die andere überfordert“, sagt Sattler.<BR /><BR />Dass es mittlerweile eine ganze Reihe von Gerätschaften gibt, mit denen sich das vermeiden lässt, sei vielen Linkshändern gar nicht bewusst, sagt Heiko Hilscher, Geschäftsführer des Online-Shops linkshaender.de, zu dem auch ein Laden für Linkshänder-Produkte in Erfurt gehört. Im Sortiment sind beispielsweise Füller und Scheren, Messer und Dosenöffner, Computermäuse und Tastaturen.<h3> In einer Welt für Rechtshänder</h3>Am Arbeitsplatz bleibt den meisten Linkshändern keine Wahl: Sie müssen mit dem Werkzeug und den Maschinen einer rechtshändigen Welt zurechtkommen. „Die Abbildungen in Lehrbüchern sind ebenfalls auf Rechtshändigkeit ausgelegt“, moniert Linkshänderberaterin Sattler: „Dabei haben doch auch Linkshänder ein Recht darauf, dass ihnen gezeigt wird, wie sie bestimmte Handgriffe am besten ausführen.“<h3> Sport</h3>Linkshänder zu sein, hat in einigen Sportarten durchaus Vorteile, und zwar immer dann, wenn man sich Duelle mit direkten Gegnern liefern muss, fanden Wissenschaftler der Universität Kassel heraus. Beim Tischtennis, Fechten oder Tennis seien sie überdurchschnittlich erfolgreich. Grundsätzlich gelte: Werfen oder den Schläger schwingen sollte man mit der Hand, mit der es am besten geht – und kicken mit dem stärkeren Fuß, sagt Johanna Barbara Sattler. Bei Linkshändern ist auch das der linke.<h3>Musik</h3>Für einige Instrumente gibt es Linkshänder-Modelle, beispielsweise für Blockflöten, Querflöten und Gitarren. Streichinstrumente können vom Geigenbauer so umgebaut werden, dass die linke Hand den Bogen führt und die rechte Hand greift.(( „Gerade am Anfang ist es wichtig, dass Musikschüler ausprobieren dürfen, wie sie ein Instrument intuitiv halten wollen und wie sie sich am wohlsten fühlen“, sagt Arnoldussen.))))<h3> Zum Rechtshänder umgeschult – ist es sinnvoll, das wieder rückgängig zu machen?</h3> Die Rückschulung ist möglich, aber ein mühsamer Prozess und nicht immer sinnvoll: „Auch die Rückschulung kann zu Belastungsprozessen führen“, sagt Johanna Barbara Sattler. Sie rät, sich vorab beraten zu lassen.