Man muss keineswegs sonderlich kunstbeflissen sein, um sich nicht dennoch von den Ideen und vielfältigen Initiativen Lisa Trockners anstecken zu lassen. Wen wundert’s, denn schließlich stellt die Geschäftsführerin des Südtiroler Künstlerbundes permanent Querverbindungen mit anderen Realitäten her, stößt unkonventionelle Projekte an, weiß andere Verbände und Wirtschaftstreibende für ihre Vorhaben zu begeistern.<BR /><BR /><b>Ein bunter Strauß an Projekten</b><BR /><BR />Kostprobe gefällig? Da gibt es beispielsweise das Format „economy goes culture“ in Brixen, um Privatunternehmen zur Ausschreibung von Kunstwettbewerben zu animieren. Bereits zum 7. Mal wurde heuer der Förderpreis „HGV-Künstler/in des Jahres“ ausgelobt, seit vielen Jahren geht vor Weihnachten die Südtiroler Kunstauktion über die Bühne, im Herbst wird hingegen der Öffentlichkeit ein originelles Kochbuch mit von 24 Südtiroler Künstlern konzipierten Gerichten vorgestellt. Es ist dies bloß eine kleine Auswahl von Dutzenden Initiativen, die Lisa Trockner über den Südtiroler Künstlerbund angestoßen hat. <BR /><BR />„Wir bekommen immer mehr Anfragen von Privaten, weil sie den Mehrwert solcher Aktionen erkennen“, erklärt sie dazu. Und ja, sie betrachte es durchaus als Geschenk , wenn sie im Künstlerbund permanent an neuen Ideen tüfteln dürfe, im Verlauf von 15 Jahren sei glücklicherweise immer mehr dazugekommen. Es sei ein Privileg, wenn man Vorhaben relativ schnell realisieren könne – gerade das mache den Künstlerbund dynamisch und zeitgemäß.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="796115_image" /></div> <BR /><BR />Um derartige Projekte erfolgreich umzusetzen, braucht es nicht bloß Einfallsreichtum, sondern vor allem auch Organisationstalent und Überzeugungskraft. „Ich sehe mich als Umsetzerin und Ermöglicherin, aber Egoismen mag ich nicht“, sagt Lisa Trockner dazu und erläutert ihre Ziele im Künstlerbund. Dazu gehören u. a. Nachwuchsförderung, interdisziplinäres Denken, Förderung von Wettbewerben und Ausschreibungen, Vernetzung sowie die Stärkung des Berufsbildes. Permanent wird die smarte Brixnerin von ihren Projekten und Initiativen auf Trab gehalten.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="796118_image" /></div> <BR /><BR />Auch an den Abenden und speziell am Wochenende besucht die Kunsthistorikerin Ausstellungen, Vernissagen oder Vortragsreihen. Folglich „ist auch in der Freizeit die Kunst allgegenwärtig“. Sogar außerhalb des Künstlerbundes lebt sie ihren nicht zu stillenden Hunger aus – etwa zwischenzeitlich als Kuratorin für die Raiffeisenkasse Bruneck oder als Ideatorin einer Kunstsammelaktion für die Raiffeisenkasse Brixen und die Raiffeisen Landesbank.<BR /><BR /><b>Absoluter Lieblingsplatz an der Cote d’Azur</b><BR /><BR />Einmal im Jahr aber entzieht sich auch die 43-Jährige diesem Fluss der Dinge und begibt sich an ihren absoluten Lieblingsplatz: das kleine Hafenstädtchen Cassis mit seinen fabelhaften türkisfarbenen Calanques-Buchten an der Cote d’Azur. Die Buchten stehen unter Naturschutz und sind nur zu Fuß oder im Kajak erreichbar. „Es ist ein traumhafter Ort, ich liebe das mediterrane Flair, das Stöbern auf lokalen Märkten und die Leichtigkeit des Seins“, kommt sie ins Schwärmen. Natürlich verbindet sie hin und wieder das Schöne mit dem Nützlichen – etwa dann, wenn sie sich von Ausstellungen oder Kunstmessen in Venedig, Basel oder Monaco ein Bild macht. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="796121_image" /></div> <BR /><BR />Ab und zu treibt es sie auch in die heimischen Berge – im Winter zum Skifahren und Langlaufen, im Sommer zum Wandern.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="796124_image" /></div> <BR /><BR />Privat lebt die SKB-Geschäftsführerin, die in Neustift aufgewachsen ist, seit 20 Jahren mit ihrem Partner und seit Kurzem mit 2 Katzen in Brixen, darüber hinaus pflegt sie ihre langjährigen Freundschaften.<BR /><BR />Der heimischen Kunstwelt bescheinigt sie ein hohes Niveau und eine erstaunliche Entwicklung. Zurückzuführen sei dies gerade auch auf Südtiroler Eigenheiten, etwa durch die Auseinandersetzung mit den Fragen der Identität und des Territoriums. Sie selbst hat maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen, gerade ihr selbst darf man bescheinigen, immer wieder mal von der Muse geküsst zu werden.