„Als 1974 die Dörfer Unsere Liebe Frau im Walde und St. Felix zu einer Gemeinde zusammengeführt wurden, entstand in St. Felix die Eigenverwaltung. Eine Körperschaft, die bestimmte Güter, wie Holz, Wald und Wiesen verwaltet“, erklärt Heinz Kofler, Präsident der Eigenverwaltung St. Felix. Diese Güter stehen allen Bewohnern zur Verfügung, die mindestens 4 Jahre in der jeweiligen Ortschaft oder Fraktion ansässig sind und darum ansuchen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1070649_image" /></div> <h3> Im Dorf hilft man sich</h3>„Dazu zählt auch das ,Loasholz', das per Los („Leasl“) zugeteilt und – häufig mit gebündelten Kräften – eingeholt und zu Brennholz verarbeitet wird. Denn nicht ein Jeder, der um das „Loasholz“ ansucht, verfügt über einen Traktor oder hat einen Holzer Kurs absolviert, so Kofler. Doch ein Jeder, der bisher ein „Leasl“ gezogen hat, konnte im Winter seinen Ofen damit anheizen. Denn im Dorf hilf man sich.<h3> Mensch und Wald profitieren vom „Loasholz“</h3>Wer um „Loasholz“ ansucht, bezahlt 25 Euro und zieht meist am ersten Freitag im August im Büro der Eigenverwaltung das „Leasl“. Anhand der „Loas“-Nummer werden jedem Bürger oder jeder Familie rund 4,5 bis 5 Kubikmeter Brennholz zur Verfügung gestellt.<BR /><BR />„Dabei handelt es sich oftmals um Schadholz und Käferbäume, die von den Mitgliedern der Eigenverwaltung und der Forstbehörde vorab ausgelesen und markiert wurden“, weiß Kofler. Davon profitiert der Wald, während der Mensch im Winter nicht frieren muss.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1070652_image" /></div> <h3> Die Suche beginnt</h3>Mit ungefährer Ortsangabe, „Leasl“ und Fahrerlaubnis in der Tasche gilt es schließlich, die markierten Bäume zu finden, erklärt Fulvio Bellina aus St. Felix. Auch er hat heuer „Loasholz“ für sich und seine Familie aus dem „Felixer“ Wald geholt. „Wia isch enker Loas huier? Hob es insre Nummer gesechn“, fragen sich die Einheimischen, wenn sich beim Loasholz-Suchen ihre Wege kreuzen, erklärt er.<h3> Gesägt, gerückt und gestapelt</h3>Denn bis auf die Los-Nummer und eine ungefähre Ortsangabe weiß man nie so genau, was einen erwartet. Mehrere kleine Bäume, die gut zu erreichen sind? Oder größere Bäume in etwas unwegsamerem Gelände?<BR /><BR /> Sind die markierten Bäume erst einmal gefunden und begutachtet, geht es auch schon ans Eingemachte: Es wird gesägt, gerückt („zommgstraft“) und gestapelt. Wer weder einen Traktor noch einen Holzer Kurs absolviert hat, dem wird geholfen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1070667_image" /></div> <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1070658_image" /></div> <h3> Mit dem „Loasholz“ durch den Winter </h3>Solange, bis alle Baumstämme und Äste in Reih und Glied auf- und nebeneinander gereiht sind – an einem günstigen Ort, um anschließend verladen zu werden. Das Holz wird dann meist auf einen Anhänger verladen und mit Traktor auf einen Lagerplatz transportiert. Dort wird es im Laufe des Herbstes endgültig zu Brennholz verarbeitet. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1070661_image" /></div> <BR /><BR />„Je nach Bedarf kann mit dem ,Loasholz' den ganzen Winter lang geheizt werden. Die meisten kommen mit den 25 Euro, die bei der Auslosung bezahlt wurden, durch den Winter“, erklärt Fulvio Bellina.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1070664_image" /></div> <h3> Rund 70 Eigenverwaltungen im Land</h3>Neben der Eigenverwaltung in St. Felix gibt es rund 70 weitere in ganz Südtirol, viele davon im Vinschgau und im Pustertal. Auch dort wurden die Eigenverwaltungen gegründet, um das Nutzungsrecht der Dorfbewohner zu wahren, als mehrere Dörfer zu einer Gemeinde zusammengeführt wurden.<h3> Brennholz-Lose auch im Vinschgau und im Pustertal</h3>Dass der Bevölkerung Brennholz in Form von Losen zur Verfügung gestellt wird, wird auch von anderen Eigenverwaltungen im Land so gehandhabt, erklärt Oswald Alois Angerer, Obmann des Verwaltungsrates des Landesverbandes der Eigenverwaltungen in Südtirol – wenn auch in abgewandelter Form. So auch beispielsweise in St. Johann im Pustertal, erklärt er. <BR /><BR />Aber auch im Vinschgau, in Tartsch zum Beispiel, teilt die Eigenverwaltung den Bewohnern Brennholz anhand von Losen zu, erklärt Armin Plagg, Präsident der Eigenverwaltung Mals.