Krokodil-Suppe, Krokodil-Eintopf, gegrilltes Krokodil – die Bewohner des südostasiatischen Stadtstaates Singapur haben eine neue Leidenschaft für exotisches Fleisch entdeckt.Sowohl hochklassige Restaurants als auch Marktstände bieten die Delikatesse inzwischen in allen Variationen an. Der Geschmack liegt nach Angaben von Kennern „zwischen Hühnchen und Kabeljau oder Tintenfisch.“Eine der Garküchen im Stadtteil Lavender hat „Krokodilsuppe mit kühlenden Kräutern“ auf der Speisekarte. Der Absatz steigt und steigt, sagt der Koch.„Krokodil ist gut gegen Asthma“, meint er. Er kocht das zarte Fleisch in einer würzigen Suppe mit Kräutern und Gewürzen, denen in der traditionellen chinesischen Medizin kühlende Wirkung nachgesagt wird. Serviert wird in Suppenschüsseln.„Wir verkaufen eigentlich seit 10, 15 Jahren Krokodil, aber in letzter Zeit ist es ein richtiger Hit geworden“, sagt der Koch. „Ich glaube, die Leute trauen sich heute einfach, mehr Exotisches auszuprobieren.“Die Singapurer sind exotischem Fleisch nicht abgeneigt. Haifischflossensuppe gehört zum Beispiel seit Jahren bei jedem größeren Familienfest auf die Festtafel.Aber der Druck von Tierschützern wächst. Sie wollen die Haie vor Jägern schützen. 73 Millionen Haie werden nach Angaben der amerikanischen Pew-Stiftung jedes Jahr wegen ihrer Flossen gefangen. Immer mehr Hotels weltweit nehmen die Suppe von ihren Speisekarten.Die drei größten Supermarktketten in Singapur, NTUC, Cold Storage und Carrefour, nehmen die Flossen aus dem Sortiment. Krokodilfleisch von Tieren, die auf Farmen großgezogen werden, kommt da als Alternative gerade recht.