von Karl Psenner.<BR /><BR />Nun trägt sie – bis vor Kurzem durch die Coronavirus-Pandemie weitgehend eingeschränkt – Gedichte über „Lieb und Leid aus Afghanistan“ vor. Bergmann ist überzeugt davon, dass „dieses Land nicht untergehen darf, weil dort gute, arbeitsame, lernwillige, tüchtige und intelligente Menschen wohnen, ein Land, in dem die Frauen trotz Lebensgefahr auf die Straße gehen, um gegen das Unrecht und für die Menschenrechte zu kämpfen.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1015221_image" /></div> <h3> Wer aber ist Margret Bergmann eigentlich?</h3>Geboren wurde sie 1940 in München, besuchte die Pflichtschule und arbeitete bald schon in der Schneiderei ihres Vaters. Durch Bekannte kam sie dann als Kindermädchen nach Amerika, beherrschte bald Englisch, hatte aber starkes Heimweh, so dass sie nach kurzer Zeit wieder heimkehrte. <BR /><BR />„Ich habe dann sogar Englischkurse in Bozen gehalten, als Privatistin zuerst die Handelsschule besucht und in der Handelsoberschule maturiert. Anschließend habe ich in Verona moderne Sprachen studiert und in Padua promoviert.“ Zu Beginn unterrichtete Bergmann in der Mittelschule Neumarkt, jahrzehntelang war die Egger-Lienz-Mittelschule in Haslach ihr „Zuhause“. In dieser Zeit hat sie die Schulbibliothek aufgebaut und viele Jahre lang auch geleitet.<BR /><BR />Wie entstand aber ihre Zuneigung zu Afghanistan, was war auslösend für ihren selbstlosen Einsatz für diese Menschen? „Das war ein Bildbericht; für mich war es ein Schlüsselerlebnis schlechthin. Ich sah dort eine Frau in Afghanistan, die verzweifelt im Boden scharrte, um nach etwas Essbarem zu suchen. Es war im Jahr 2001, in der Zeit, als in New York die Terroranschläge auf das World Trade Center verübt wurden. Dieses Bild der von Hunger geplagten Frau hat mich dabei so stark beeindruckt, dass ich sofort überlegte, was ich tun, wie ich helfen könnte.“ Und seit damals ist Margret Bergmann immer wieder unterwegs, bei Vorträgen und Benefizveranstaltungen sammelt sie Gelder, um der Bevölkerung zu helfen, ihre Not ein wenig zu lindern. <h3>Das Leid unter den Taliban</h3>Sie war bereits viermal in Afghanistan, sie erlebte dabei ein „wunderschönes Land mit sehr gastfreundlichen Menschen. Durch die Kriegsereignisse und die Herrschaft der Taliban hat die Bevölkerung aber stark gelitten, vor allem die Frauen und Mädchen werden ihrer Grundrechte beraubt. Andererseits ist das Land reich an Bodenschätzen und in manchen Gegenden gibt es doch ziemlich Weizen und anderes Getreide, auch Obst. Beispielsweise gedeihen dort Granatäpfel, mehr als 30 Sorten sind es“, weiß Bergmann.<BR /><BR />Ein einziges Mal habe sie auf einer ihrer Reisen ein wenig Angst verspürt. „Ich stieg auf ein Häuserdach, um den Sonnenuntergang fotografisch festzuhalten. Da sah ich aus den Augenwinkeln, wie ein Mann auf dem Dach eines Nebenhauses mich beobachtete und mich zu ermuntern versuchte, in seine Wohnung zu kommen. Ich war schon erschrocken, denn ich wusste ja nicht, welche Absicht ihn trieb. Glücklicherweise konnte ich ihn auf ein anderes Mal vertrösten.“ <h3>Begnadete Märchenerzählerin</h3>Margret Bergmann hat aber noch eine andere Leidenschaft entwickelt: Sie ist eine begnadete Märchenerzählerin. In ihrer Zeit als Mittelschullehrerin beschäftigte sie sich nämlich auch mit dem Schreiben von Theaterstücken und kam so auch zu Märchen und Sagen aus aller Welt. Die Märchen sind nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene gedacht, die sie in Deutsch, italienischer und englischer Sprache mit besonderer Intensität und Lebendigkeit zu erzählen weiß. <BR /><BR />„Die Einnahmen habe ich stets für Projekte in Afghanistan verwendet, zum Beispiel für den Unterhalt einer Mädchenschule in Tabqus. Durch die zahlreichen Benefizveranstaltungen, die ich im Laufe der vergangenen 2 Jahrzehnte organisiert habe, konnte doch viel erreicht werden.“ Zuverlässige Partner für die Spenden sind der Jesuiten-Flüchtlingsdienst JRS und die „Südtiroler Ärzte für die Welt“. <h3>Mehrfach geehrt</h3>Margret Bergmann wurde bereits im Jahr 2012 für ihren selbstlosen Einsatz mit dem Verdienstkreuz des Landes Tirol geehrt, 2 Jahre später zudem zur „Südtirolerin des Jahres“ gewählt. <BR /><BR />Am Donnerstag, den 11. April, trägt Margret Bergmann Gedichte über „Lieb und Leid aus Afghanistan“ vor, und zwar im Gemeinschaftszentrum Maria Heim, im Neustifterweg 5, mit Beginn um 19.30 Uhr.<BR />