Seitdem, so lässt das ZDF den Leser wissen, fühle sich Lanz immer wieder zu Menschen hingezogen, „die unter extremen Bedingungen ihr Leben einzurichten wissen, wie die Inuit im hohen Norden Grönlands und an der einsamen Küste des Ostens“. Lanz spürt Vergänglichem nach Daher habe Lanz sie eine Weile begleitet, um selbst hautnah zu erfahren, wie sich das Leben dort anfühle und um es zu dokumentieren.Es ist modern geworden unter Schauspielern oder Moderatoren, dem Publikum die Augen zu öffnen und sie in entlegenen Winkeln der Welt zu zeigen, wie bedroht wir alle sind. Zuletzt hat der Schauspieler Hannes Jaenicke das Schicksal der Eisbären in Bildern dokumentiert und dabei an die Öffentlichkeit appelliert, auf die Ressourcen achtzugeben, weil die Uhren auf fünf vor zwölf stehen.Die Motive eines Markus Lanz, der im ZDF einen Spättalk moderiert, rührten weniger aus einer Abenteuerlust als vielmehr aus dem Bewusstsein, dass es die uralte Kultur wohl nicht mehr lange so geben werde, heißt es beim ZDF weiter, wenn die letzten alten Jäger diese Welt verlassen haben. Der Fortschritt greife fester und fester nach ihren Kindern und ziehe sie immer näher zu sich hin.„Extremste Bedingungen“ Lanz reiste in die nördlichste Stadt der Welt, nach Qaanaaq. Dort leben 652 Einwohner. „Es ist Leben unter extremsten Bedingungen, gelegentlich wird es minus 40 Grad, und die Temperaturunterschiede sind so enorm, dass an manchen Häusern sogar die Fensterscheiben zerspringen.“ Hier schlossen sich Lanz und das Filmteam dem grönländischen Jäger Paulus an, der mit seinen Schlittenhunden auf der Suche nach Beute immer weiter in des Nordens Einsamkeit fährt.Über einen großen zugefrorenen Fjord ging es zunächst zu einer Ansammlung längst zerfallener Holzhäuser. Der Ort war einst das Sprungbrett für die ersten Entdecker und ihre Expeditionen Richtung Nordpol, unter ihnen auch der amerikanische Marineleutnant Robert Peary, der als Eroberer des Nordpols in die Geschichtsbücher geschrieben wurde. Dort wohnte ein Enkel des Forschers, Talilanguaq Peary, mit seiner Frau Savfak.Robert Peary hatte hier damals Halt gemacht und Gefallen an einer Grönländerin gefunden. Seit 40 Jahren sind Talilanguaq und Savfak zusammen, leben allein auf engstem Raum, teilen sich ein Bett mit nur einem Meter Breite. Talilanguaq zählt noch immer zu den besten Jägern. Was die beiden sonst unbedingt brauchen, besorgen sie sich aus Qaanaaq, wenn sie einmal dorthin gelangen.Passend zu seinem TV-Film hat Lanz ein Buch geschrieben: „Grönland, Meine Reisen ans Ende der Welt“ - es ist seit September auf dem Markt. apa/dpa