Warum selbst Genies an dieser Herausforderung gescheitert sind, erklärt der Gießener Mathematikprofessor und Direktor des Mitmach-Museums Mathematikum, Albrecht Beutelspacher.Das Ei ist jetzt zu Ostern wieder in aller Munde – ist es mit seiner einzigartigen Form auch aus mathematischer Sicht interessant?Albrecht Beutelspacher: „Es ist ein Randthema für die Mathematik, aber es haben sich schon viele Leute etwa damit beschäftigt, wie man die perfekte Eiform hinbekommt. Es gibt kein Gerät, um ein Ei zu zeichnen, keinen Eierzirkel.“Was macht denn das ideale Ei aus?Beutelspacher: „Es gibt nicht DIE Eiform. Und die Mathematik ist kurz gesagt an der idealen Form bis heute gescheitert. Einer, der gedacht hat, er habe sie, war immerhin Albrecht Dürer (1471-1528). Aber das war ein Trugschluss. Er fand nicht die perfekte Eiform, sondern eine Ellipse.Und es gibt auch nicht DIE Ei-Formel – es gibt mehrere. Die Mathematiker haben Näherungslösungen gefunden. In der Regel entwickeln sie zunächst eine Formel, die die stumpfe Seite beschreibt, dann eine für die spitze und setzen die Formeln zusammen.“Aber man kann Rechtecke, Kegel, Kugeln berechnen – was ist so kompliziert an einem Ei?Beutelspacher: „Man denkt, die perfekte Formel müssten doch Mathematiker in 5000 Jahren herausbekommen haben. Aber man muss bedenken: Es gibt in der Natur viele unterschiedliche Eiformen.Es gibt nur einen Kreis, klein oder groß, ein Quadrat, klein oder groß, aber verschiedene Eier. Einige sind länglicher, andere fast kugelförmig. Selbst wenn es für eine Form eine perfekte Formel gäbe, wäre es nicht die für alle Eier.“dpa