<b>Von Martina Hofer</b><BR /><BR />„Mit fünf Jahren hat er sich seine erste Maske aus Karton gebastelt und selbst Angst bekommen, als er sich im Spiegel sah“, muss Vater Martin Resch lachen, wenn er von der Krampus-Passion seines zwölfjährigen Buben erzählt. Ein Leoprint-Overall aus den Stoffen von Papas Sakkos war 2018 Maximilians erstes Krampus-Outfit. Jahr um Jahr verfeinerte er jedoch seine Ausrüstung, mal mit echten Hörnern oder wilden Fellfetzen. Sein neuestes Stück in der Tuifl-Garderobe aber ist wohl einmalig: Es handelt sich um eine PLA-Maske aus dem 3D-Drucker. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1238466_image" /></div> <BR />„Gekauft habe ich mir den ersten Drucker schon während der Pandemie“, erzählt Papa Martin Resch. Der Technikfreak stellte damit individuelle Halterungen, Mundstücke oder seinen legendären Diskokugel-Helm aus Kunststoff her. Auch an einer Krampusfratze hat er sich 2020 versucht. „Der erste Prototyp aber erinnerte eher an Frankenstein“, muss Martin Resch darüber schmunzeln und wusste schon damals: Das geht noch besser!<BR /><BR />Jetzt – mittlerweile fünf Jahre und eine Druckerneuanschaffung später – wollten es die zwei Reschs noch einmal wissen. Sie holten sich eine Maskenvorlage aus dem Netz und schafften es tatsächlich, das Teil in einem Guss zu drucken. Nur die Hörner benötigten einen Extradurchlauf.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1246653_image" /></div> <BR /><BR />21 Stunden lang schichtete der Drucker dafür feine Kunststofffäden mit 0,2 Millimeter Durchmesser übereinander. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, finden Maximilian und Martin. „Vor allem für Kinder ist so eine Maske perfekt, weil sie wenig wiegt und recht günstig hergestellt werden kann“, so Martin Resch, der seinem Sohn bei der Bemalung der Larve ganz freie Hand ließ. <BR /><BR />Beim Nikolausumzug am 5. Dezember in Steinegg wird Maximilian sein Kunstwerk erstmals ausführen. Und das ganz ohne Papa. Der Partytiger ist nämlich so gar kein Krampus-Narr, freut sich jedoch, wenn Maximilian eine Teufelsgaudi hat. <h3> Darf ein Krampus Kunststoff tragen?</h3>Eine höllische Hetz hatten gestern auch schaurige Gestalten im Vinschgau. Mit dem 8. Krampus-Schaulauf eröffneten die Tartscher Bichl Tuifl bereits Mitte November die höllische Saison in Südtirol. „1000 Krampusse aus Südtirol, Österreich und Trentino waren dabei“, freute sich Alex Hohenegger von den Tartscher Bichl Tuifln über den Erfolg. Doch was hält er als Vizepräsident eines Krampusvereins eigentlich von Kunststofflarven? Wird das Brauchtum damit „halloweenisiert“?<BR /><BR />Hohenegger wiegelt ab. „Jeder soll tragen, was er mag. Ein Krampus sollte seiner Kreativität freien Lauf lassen dürfen“, so Hohenegger und verweist darauf, dass in Südtirol bei Weitem nicht nur geschnitzte Holzfratzen Tradition haben. „Bei uns hier gibt es gar einige mit Gipslarven, in Schluderns trägt man Blechlarven und in Mals zieht man sich einen Erdäpfelsack über den Kopf“, auch das sei in Ordnung.