Samstag, 12. März 2016

„Mein Lokal, Dein Lokal“: Südtiroler messen sich im deutschen TV

Fünf Südtiroler Betriebe gehen in dieser Woche in der Sendung „Mein Lokal, Dein Lokal“ ins Rennen um das beste Lokal. Wer sich den begehrten Titel geholt hat, darf noch nicht verraten werden. Ab Montag werden die quer durch Südtirol aufgezeichneten Episoden im Kabel1 ausgestrahlt.

Die fünf Kandidaten am ersten Tag im Golf & Spa Resort Andreus in St. Leonhard in Passeier. V.l. Katharina Plattner (Hofkeller), Andreas Piok (Corones Hütte), Daniel Fink (Andreus), Markus Alber (Brandiskeller) und Alex Thaler (Sunnegg).Foto: Kabel1
Die fünf Kandidaten am ersten Tag im Golf & Spa Resort Andreus in St. Leonhard in Passeier. V.l. Katharina Plattner (Hofkeller), Andreas Piok (Corones Hütte), Daniel Fink (Andreus), Markus Alber (Brandiskeller) und Alex Thaler (Sunnegg).Foto: Kabel1

Zum ersten Mal dreht sich in der Fernsehsendung „Mein Lokal, Dein Lokal“ des Senders Kabel1 alles um das Land Südtirol. Fünf einheimische Betriebe stellen sich vor und geben – wie es im Format üblich ist – eine gegenseitige Bewertung ab.

In die Sendung geschafft haben es der Brandiskeller in Lana, das Hotel Sunnegg in Brixen, die Corones Hütte auf dem Kronplatz, das Restaurant Hofkeller in Albeins und das „Golf & Spa Resort Andreus“ in St. Leonhard in Passeier.

Den Auftakt am Montag macht das Panoramahotel in St. Leonhard. STOL hat mit dem Juniorchef Daniel Fink darüber gesprochen, welche Erfahrungen in der Sendung gesammelt werden können und wie Schlagzeilen in den deutsche Medien den eigenen Betrieb zu einer Pilgerstätte machen können.

Südtirol Online: Mit ihrem Betrieb haben Sie sich beim Format „Mein Lokal, Dein Lokal“ des deutschen Senders Kabel1 beworben. Woher stammte die Idee, dort mitzumachen?
Daniel Fink, Juniorchef Golf & Spa Resort Andreus: Eigentlich hatten wir die Idee gar nicht selbst. Kabel1 hat direkt bei uns angefragt und uns zu einem Casting eingeladen. Im Rahmen einer Südtirol-Woche sollten unterschiedliche Betriebe Südtirols  vorgestellt werden und da hatten wir das Glück, dass sie auf uns aufmerksam geworden waren.

STOL: Ihr Betrieb kam im Sommer 2014 auch durch das Training der deutschen Nationalmannschaft vor der WM in Brasilien in die deutschen Schlagzeilen. Spielte das eine Rolle bei der Auswahl?
Fink: Zunächst einmal nicht. Vor allem auf unserer Homepage hat sich das Team über unser Unternehmen informiert. Dort haben sie dann auch erfahren, dass ich sozusagen das "Mädchen für alles" im Betrieb bin und als Gastronom auch meinen eigenen Wein produziere. Das wird sie dann wohl neugierig gemacht haben. Im Gespräch mit dem Chefredakteur beim Casting wurde das Training des DFB dann aber schon auch angesprochen.

Der 26-jährige Juniorchef Daniel Fink baut seinen eigenen Wein an und ist ausgebildeter Sommelier. Foto: privat

STOL: Wie schaut so ein Casting aus?
Fink: Das Filmteam ist einen ganzen Tag lang direkt bei uns im Betrieb in St. Leonhard gewesen. Vormittags wurde ich interviewt, am Nachmittag und Abend haben sie sich dann unser Lokal angeschaut. Ziel des Besuches war es vor allem herauszufinden, ob ich für die Arbeit vor der Kamera geeignet bin. Da wird man dann vor allem auf Kritikfähigkeit und Redegewandtheit getestet. Auch muss man dem Druck in der Fernsehbranche gewachsen sein. Man steht wirklich von 6.00 Uhr morgens bis 12.00 Uhr abends vor der Kamera – das ist gar nicht so ohne, wie man sich das vielleicht vorstellt.

STOL: Eine Woche lang wurde in Südtirol gedreht. Was wurde da gemacht?
Fink: Am ersten Tag waren wir bei uns im Hotel Andreus. Da lernen sich die Gastronomen erstmal gegenseitig kennen. Zu Beginn wird dann eine Führung durch den Betrieb gemacht. Die Gäste schauen sich das gesamte Hotel an. Anschließend geht man allmählich zum Essen über. Nach jedem servierten Gang wird dieser kommentiert, also wie das Fleisch war, das Anrichten usw. Bei negativer Kritik können sie das mit mir oder auch direkt mit dem Chefkoch besprechen. Am Ende erfolgt eine Bewertung.

STOL: Muss man sich da auf harte Kritik gefasst machen?
Fink: Wir waren eine ausgesprochen nette Gruppe. Vier Männer und auch eine Frau, alle noch recht jung. Für unseren Betrieb war es eine sehr wertvolle Erfahrung. Man hat die Möglichkeit, die Meinung von vier Gastronomen aus ganz unterschiedlichen Betrieben einzuholen. Es gab einige negative, aber auch viel positive Kritik, auf der man aufbauen kann. Darin lag auch der Reiz für uns, bei der Sendung mitzumachen.

STOL: Es war aber sicher auch eine gute Werbung fürs eigene Lokal…
Fink: Natürlich. Die Einschaltquoten liegen allein in Deutschland jährlich bei etwa 3 Mio. und für das Südtirol-Special werden sogar noch höhere Quoten erwartet, aber das muss sich erst zeigen. In unserem Vertrag wurden wir dazu verpflichtet, im Vorhinein nichts über den Inhalt der Sendung zu verraten und durften bis zu dieser Woche auch keine Werbung dafür machen.

STOL: Mit dem Training des DFB im Sommer 2014 hat Ihr Betrieb bereits Erfahrung mit positiven Schlagzeilen gemacht. Sind viele deutsche Gäste nur deswegen zu euch gekommen?
Fink: Ja, das war für uns wirklich wie eine sechs im Lotto. Gerade im ersten Jahr nach der WM wurde unser Betrieb fast schon zu einer Art Pilgerstätte für viele deutsche Fußballfans. Die Gäste wollten dann auch wissen, in welchem Zimmer Manuel Neuer beispielweise übernachtet hatte.

STOL: Von der Gastronomie in die Fernsehbranche: Welche Erfahrungen konnten Sie sammeln?
Fink: Man lernt auf jeden Fall, wie man vor einer Kamera reden muss. Für uns Südtiroler ist es ja bekanntlich nicht ganz so leicht, in einem schönen Hochdeutsch zu sprechen. Meine Mitbewerber und ich sind immer wieder in den Südtiroler-Slang – wie das Filmteam es genannt hat – zurückgefallen. Aber im Großen und Ganzen war es eine wirklich spannende Erfahrung.

STOL: Am Montag wird die erste der fünf Folgen ausgestrahlt. Schauen Sie sich die Sendung an?
Fink: Auf jeden Fall. Geplant ist ein Live-Viewing in unserem Hotel gemeinsam mit unseren Gästen. Zuerst gibt es einen Aperitif für alle und dann schauen wir uns die Sendung auf einer großen Leinwand an. Wir freuen uns drauf!

Interview: Lisa Comploi

stol