<b>Von Elisa Steiner</b><BR /><BR />Vor dem Luxushotel „De Rome“ in Berlin erscheint die 71-Jährige mit dunkler Sonnenbrille, ihrem Markenzeichen. Drei Stunden lang erkundet Gianna Nannini gemeinsam mit dem gebürtigen Meraner Matthäus Ruffa ihre Lieblingsplätze in Berlin – vom italienischen Restaurant „Sali e Tabacchi“ bis zum Technotempel Berghain. <BR /><BR />Seit den 1980er-Jahren kommt die Rockröhre regelmäßig in die deutsche Hauptstadt. Doch bei all den pulsierenden Orten, die es dort zu bestaunen gibt, bleibt die Sehnsucht nach dem vergleichsweise kleinen Südtirol. Speziell nach Meran zieht es die 71-Jährige immer wieder. Die Kurstadt ist für sie Rückzugsort, an dem sie Kraft tanken und sich von ihrem aufregenden Leben erholen kann. <BR /><BR />Im Mai will die Sängerin wiederkommen, um nach einer Operation am Oberschenkel wieder fit für ihre Konzerte zu werden. <BR /><BR />Zudem verbindet Nannini auch eine persönliche Geschichte mit Me<?TrVer> ran: eine enge Freundschaft mit der erst kürzlich verstorbenen Gastgeberin des Restaurants Trautmannsdorf, Gerlinde Gross. Nannini werde sie „immer in ih<?TrVer> rem Herzen tragen“, wie Matthäus Ruffa berichtet.<BR /><BR /><h3> „Jeder sollte so leben können, wie er selbst möchte“</h3>Tief in ihr Seelenleben ließ die Sängerin beim anschließenden Interview (zu sehen in „Exclusiv“ auf „RTL“) blicken. Als einen der emotionalsten Momente schilderte sie dabei die Erfahrungen rund um ihre späte Mutterschaft: Als bekannt wurde, dass Nannini mit 56 Jahren noch Mutter wird, wurde sie öffentlich dafür schikaniert. <BR /><BR /> Im Gespräch wird deutlich, <?Uni SchriftWeite="96ru"> wie wichtig ihr die Themen Akzeptanz, Selbstbestimmung, Offenheit und Freiheit sind:<?_Uni> „Jeder sollte so leben können, wie er möchte – ohne dass sich andere darüber auslassen“, so ihre Überzeugung. <?Uni SchriftWeite="97ru"> Der gesellschaftlichen Bevormundung<?_Uni> ist sie ihr Leben lang mit Rebellion begegnet und hat so Konventionen gesprengt. Ob sie über sexuelle Tabus singt, ob sie ihre Bisexualität offen lebt oder das traditionelle Frauenbild infrage stellt – in einem Land wie Italien sorgt das immer wieder für hitzige Debatten.<h3> Geradlinig, liberal, meinungsstark</h3> Ruffa beschreibt Gianna Nannini als geradlinige, liberale, meinungsstarke und zugleich bodenständige Frau, die sehr schnell spreche und wahnsinnig viel zu erzählen habe. Sie beziehe klar Stellung, respektiere aber <?Uni SchriftWeite="96ru"> stets die Meinungsfreiheit anderer. <?_Uni> Ihr Blick sei dabei nicht zurückgewandt; auch wenn sie stolz auf ihre Vergangenheit sei, liege ihr Fokus immer auf der Zukunft. <BR /><BR />Ganz unumwunden setzt sich die 71-Jährige auch mit der eigenen Endlichkeit auseinander: Der Tod sei für sie gewiss und unausweichlich, sagt sie – Angst davor habe sie jedoch nicht, weil er zum Leben gehöre. Vielmehr treibt sie ein anderer Gedanke an: jener derUnsterblichkeit.Etwas,das sie mit ihrer Musik zweifellos er- reichen wird.