Einen Namen gemacht hat sich Michael Klammsteiner als Textildesigner mit einem sehr speziellen Ansatz. Er arbeitet mit Leinen, Eukalyptus, Bambus oder gar Ananasleder, er fertigt Kleider aus Wildseide oder Milchproteinfasern, extrahiert Farbstoffe von Walnussschalen, Avocadokernen, Cochenilleschildläusen oder Maische. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1143228_image" /></div> <BR /><BR />Seine Inspiration bezieht er vor allem aus der Natur. Derzeit hat er ein Hochzeitskleid in Arbeit, das grüne Farbtöne bekommt – dank Birkenblättern, Algen, Brennnesseln sowie Efeubeeren. Was bizarr klingen mag, ist das Ergebnis einer konsequenten, unbeirrbaren Weiterentwicklung. <BR /><BR />Die Loslösung von Konventionen, die Hinwendung zur Essenz des Seins. „Ich bin das, was ich mache, und alles mache ich mit vollständiger Hingabe“, sagt er, der unter dem Label Micle signiert.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1143231_image" /></div> <BR /> Er fühlt sich der Wildnis verbunden, sei empfänglich für die Kräfte des Kosmos und bezeichnet demzufolge seine Fabrikate als Gefühlshüllen. „Wie ein Schamane lese ich das Seelenwesen des Menschen heraus und möchte ihm eine lebendige Kraft in Form einer zweiten Haut, also ein passendes Gewand, anfertigen“, erörtert er einen Schaffensaspekt. So lässt sich das Leitmotiv seiner Tätigkeit erklären, der geradezu obsessive Drang, die Natur mit dem Textilhandwerk zu verweben. <h3> Die Wanderjahre des Kreativen</h3>Vorgezeichnet war sein spezieller Weg nicht. Aufgewachsen ist Michael Klammsteiner in Pfalzen, zunächst ließ er sich zum Schlosser ausbilden, dann zum Grafiker. Danach folgte der Besuch der renommierten Modeschule Esmod in München und Berlin, für seine Abschlusskollektion gewann er einen Jurypreis. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1143234_image" /></div> <BR />Das habe ihm neue, bis dato unbekannte Türen eröffnet: Kontakte, Modeschauen, Shootings und entsprechendes Medienecho. Fortan betätigte er sich als Kreativer im Modebereich, mit dem Umweg über Portugal zog es ihn in ein Londoner Designstudio. <BR /><BR />„Die tägliche Hektik, der Druck und das chaotische urbane Leben waren nicht mein Ding, und so hat mich mein Weg wieder zurück nach Südtirol geführt“, schildert er eine Kehrtwende. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1143237_image" /></div> <h3> Die Freiheit eines Künstlerlebens</h3>In Steinmannwald etwas südlich von Bozen hat er eine Werkstätte angemietet, hier betreibt er sein Atelier. Umgeben von Holzschablonen, Naturfarben und allen möglichen Utensilien kann er sich hier mit der nötigen Seelenruhe seinen Entwürfen und Kollektionen widmen, dabei ab und zu den Blick auf den gegenüberliegenden Montiggler Wald, seinen persönlichen Kraftplatz, schweifen lassen.<BR /><BR />Er empfindet sich als sensiblen Menschen mit ausgeprägter Empfindsamkeit, als Forschenden, der beständig an seiner Selbstentfaltung arbeitet. „Ich habe weder Frau noch Kinder, aber ich durfte immer auf die Unterstützung meiner Eltern zählen und bin ihnen dafür sehr dankbar“, sagt er. Seinen Eltern in Pfalzen stattet er immer wieder mal einen Besuch ab, das elterliche Obst- und Gemüsegeschäft hat seine Schwester übernommen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1143240_image" /></div> <BR />„Ich habe die Freiheit geschenkt bekommen, ein Künstlerleben zu führen, es ist natürlich kein Honigschlecken“, meint er und schildert, wie er gelernt hat, mit dem wenigen verfügbaren Geld auszukommen. Doch das Geld ist ohnehin relativ, wenn man mit allen Kräften seiner Bestimmung gerecht werden will.<h3> Das Waldbaden als Kraftquelle</h3>Sowohl Gelassenheit wie auch Energie findet Michael Klammsteiner vor allem im Wald. „Es geht um bewusstes Wahrnehmen mit allen Sinnen, erst dann vernimmt man tatsächlich die wohltuende Wirkung, die vom Wald ausgeht“, sagt der Naturmensch. <BR /><BR />Das Waldbaden, das längst auch in Südtirol seine Anhänger gefunden hat, sei eine hervorragende Methode zum Regenerieren. Vor allem, wenn die Tage wieder länger und wärmer werden, sucht der 34-Jährige mit Vorliebe den Montiggler Wald mit seinen beiden Seen auf. Im Sommer gehört das abendliche Bad im See quasi zum Tagesprogramm. Dann spüre er sich voll und ganz mit den Elementen der Natur verbunden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-69073758_listbox" /><BR /><BR /> Vorerst stehen aber einige wichtige Termine an: Am Wochenende vom 21. bis 23. März zeigt er einen Teil seines Schaffens beim Textilfestival auf Schloss Maretsch, eine Woche später ist er beim Tag der offenen Tür in der Gärtnerei Schullian präsent. Klammsteiners erlesene Textilkunst ist nicht für die Masse gemacht, aber gefragt ist sie allemal. <BR /><BR /><embed id="dtext86-69073045_listbox" />