Früher hat er viel Sport betrieben, war fast jeden Tag im Winter auf den Skiern und im Sommer in den Bergen und mit dem Fotoapparat unterwegs. Das ist mittlerweile Geschichte, aber die Feuerwehr begleitet ihn weiterhin – ein Leben lang. <BR /><BR />„Wo man zuhause ist, soll man auch mithelfen.“ Mit dieser Lebenseinstellung war es für ihn selbstverständlich, mit 18 Jahren Feuerwehrmann zu werden. Das Feuerwehrwesen hat ihn immer schon fasziniert, denn man könne gemeinsam etwas erreichen und anderen Menschen helfen, erklärt er. Auch, als er als junger Lehrer auswärts unterrichtete, war er bei den dortigen Feuerwehren dabei.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="833633_image" /></div> <BR /><BR />Seit über 30 Jahren engagiert er sich zudem im Bezirksvorstand des Feuerwehrverbandes. Er war Funkbeauftragter und Abschnittsinspektor und ist seit 2014 Bezirksfeuerwehrpräsident des Unterpustertals. <BR /><BR />Als Funktionär ist es ihm wichtig, an der Organisation und den Rahmenbedingungen des Feuerwehrwesens mitzuarbeiten, um die Feuerwehr weiterzuentwickeln, erklärt er und freut sich über den „hohen Stellenwert“, den die Feuerwehren in der Bevölkerung genießen. Trotz des großen Zeitaufwandes ist die Feuerwehr für ihn auch eine Kraftquelle, um in Kameradschaft und gegenseitiger Hilfsbereitschaft die eigenen Batterien aufzuladen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="833636_image" /></div> <BR />Eine wichtige „Tankstelle“ für ihn ist auch der Glaube, der ihm Halt gibt und ihn immer wieder – auch nach Schicksalsschlägen – das Positive habe sehen und erkennen lassen. Er war Ministrant beim damaligen Ortspfarrer Andreas Mittich, hat sich in der Jungschar, der Katholischen Jugend und im Jugenddienst eingebracht. Er war der erste Kommunionhelfer in St. Lorenzen, sitzt seit Beginn an im Pfarrgemeinderat und ist seit 7 Jahren dessen Vorsitzender.<BR /><BR />Man habe Kirche viel zu lange mit Tradition verbunden und Religion „passiv konsumiert“, sagt er: „Man kann und darf aber Kirche und Religiosität nicht an der Anzahl der Kirchengänger messen.“ Er zeigt sich überzeugt, dass es der Amtskirche gelingen kann, den Menschen die „Antworten für das Leben“ zu geben, die sie suchen und brauchen.<BR /><BR />Zusätzliche Entspannung holt sich Reinhard Kammerer bei der Jagd. Ein paar Stunden oder auch einen ganzen Tag auf der Pirsch, das sei für ihn besser als Urlaub. Auch wenn er natürlich ein selbst erlegtes Wild und ein meist auch selbst zubereitetes Wildbret sehr schätzt, gehe es ihm dabei nicht in erster Linie um die Jagdtrophäe, sondern um das Naturerlebnis und die Ruhe. <BR /><BR />Über die Jagd kam er auch zur Sportschützengilde St. Lorenzen. Da er bereits seit der Militärzeit als Biathlet die entsprechenden Befähigungen hatte, wurde er alsbald Schussleiter und ist in die Organisation „hineingewachsen“. Seit kurzem ist er Oberschützenmeister und in Personalunion als Präsident des Nationalen Schießsportvereins St. Lorenzen gegenüber dem Verteidigungsministerium verantwortlich. Mit den Schießübungen der Polizeikräfte und Forstbeamten, Jagdprüfungen und Freizeitschießen habe der Betrieb längst schon die Grenze der ehrenamtlichen Möglichkeiten erreicht, rechnet er vor.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="833639_image" /></div> <BR /><BR />Seit er in Pension ist, ist er hauptberuflich „Hausmann“ und kümmert sich um den pflegebedürftigen, heute 32-jährigen Sohn Stefan, während seine Frau Margit ein Modegeschäft in Bruneck leitet. Er hat die entsprechenden Begünstigungen in Anspruch genommen und ging 2013 in den Ruhestand. <BR /><BR />Es sei dies aber „keine Flucht von der Schule“ gewesen, denn die Arbeit mit den Kindern habe ihm immer Freude und Spaß bereitet, hebt er hervor. Aber diese Möglichkeit wollte er nutzen, um Zeit für seinen Sohn und die Familie zu haben und seiner Frau den Rücken frei zu halten, damit sie die fehlenden Arbeitsjahre nachholen kann, die ihr wegen der jahrelangen Pflege des Sohnes für die Pension noch fehlen. Zuhause kann er auch das Kochen als Leidenschaft leben: „Und ich esse auch gerne!“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="833642_image" /></div> <BR /><BR />Mit den vor rund 15 Jahren gegründeten „Stefina Lödan“ kümmert er sich um authentische Bekleidung bei „historischen Umzügen“. So muss auch beim jährlichen Almabtrieb „alles passen“, vom Schuhwerk bis zum Hutschmuck und vom Knecht bis zum Bauer.<BR /><BR />Und da sind dann auch noch die eigenen Bienenvölker, um die er sich mit Hingabe kümmert – ein weiteres Naturerlebnis, das er nicht missen möchte – so wie auch die vielen Eicheln und Kastanien, die er im Herbst auf seinen Wanderungen und Jagdausflügen vergräbt, um im Frühjahr zu sehen, welche von ihnen keimen und wachsen.<h3> Zur Person</h3>Reinhard Kammerer wurde am 1960 als Ältester von 4 Kindern in Stefansdorf geboren und absolvierte die 4-jährige Lehrerbildungsanstalt (LBA). Nach seinem ersten Schuljahr 1979/80 in Geiselsberg und dem Militärdienst unterrichtete er in Albions, Pfunders, im Ultental, in Oberolang, Reischach, Kiens und schließlich in Stefansdorf, bis dort die Schule geschlossen wurde. 3 Jahre lang war er für die Sicherheitserziehung freigestellt. Die letzten Jahre unterrichtete er in St. Lorenzen. Er wohnt mit seiner Frau Margit und Sohn Stefan (1990) in Stefansdorf. Tochter Karolin (1996) arbeitet als Krankenschwester in der Notaufnahme in Garmisch-Partenkirchen.<BR /><BR /><BR /><BR />