Im Zuge einer Stippvisite durch seine kunstvoll gestaltete Gartenanlage fällt allerlei Überraschendes ins Auge. <BR /><BR />Ein aus Dutzenden Hufeisen geformter Fisch. Aus allerlei Metallteilen zusammengeschweißte, meterhohe Blumen. Eine Frauenbüste, die aus Teilen von Radketten zusammengesetzt wurde. Ein überdimensionaler stählerner Truthahn, der auf einer Steinwand posierend das Grundstück von Manfred Zanetti am Eingang des weitum bekannten Frühlingstals zum Montiggler Wald überwacht.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1315626_image" /></div> <BR /> Es sind die bloß einige der teils beeindruckenden, teils verspielten Objekten, die der Eppaner Obstbauer im Laufe von über 20 Jahren angefertigt hat. „Beim Basteln bin ich ganz bei mir, da bekomme ich wunderbar den Kopf frei“, lässt Manfred Zanetti im Zuge einer kurzen Stippvisite wissen. Zum Zusammenbauen brauche es gar nicht viel: Schweißapparat, Bohrmaschine, Flex. Und handwerkliches Geschick. Natürlich auch Vorstellungskraft. <BR /><BR /><b>Ein stählerner Truthahn wacht über den Garten</b><BR /><BR />Nachdem Manfred Zanetti ein bescheidener und gemütlicher Zeitgenosse ist, empfindet er sein Hobby gar nicht als künstlerisches Schaffen, vielmehr schweiße er an dunklen Wintertage nur alte Teile zusammen. Und doch findet gerade die Sparte der Recycling-Kunst derzeit viel Beachtung: Weggeworfene Teile werden in ästhetisch ansprechende Objekte verwandelt, regen so auch zum Nachdenken über die Konsumgesellschaft und die Wegwerfkultur an. Die alten Teile liest Manfred Zanetti vor allem im Alteisencontainer des Recyclinghofs auf. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1315629_image" /></div> Was sich alles so in Kunst verwandeln lässt, zeigt sich wunderbar am Beispiel des eingangs erwähnten stählernen Truthahns: Die Füße sind aus Lenkungs-Spurstangen eines LKWs gefertigt, die Füße aus Gabeln, der Rumpf ist aus einem Ausdehnungsgefäß einer Heizanlage geformt, im Hals findet sich der Auspuff eines Scooters, der Kopf und Schnabel wird aus Pickeln gebildet, die Kopfhaube aus ausgezwirbelten Drahtseilteilen, für die Flügel mussten Heugabeln herhalten und – als finaler Höhepunkt sozusagen – der Schwanz ist aus alten Sensen und Messern modelliert, die man einst in einem Bauernhof zum Strohschneiden benutzte. Voilà, wenn man so etwas nicht als ein Kunstwerk bezeichnen soll, was dann bitte?<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1315632_image" /></div> <BR />Folglich begegnet man in Manfred Zanettis Gartenanlage auf Schritt und Tritt allerlei merkwürdigen Objekten von ansprechender Ästhetik. Eine freistehende Dusche birgt Glitzerelemente, ein Leuchtkörper streckt seine bunten Lampen in alle Himmelsrichtungen, auf einem Seidenbaum wirbeln gehäkelte Spiralen im Wind. „Hin und wieder trägt meine Frau mit kunstvollen Strickereien etwas zum Garten bei“, erklärt Manfred, der zu jedem seiner Objekte etwas zu erzählen weiß. Die großen Koi-Karpfen im Teich nehmen all das gelassen. <BR /><BR /><b>An jeder Ecke stehen verzinkte Gießkannen</b><BR /><BR />Ein besonderes Faible hat Manfred Zanetti für alte verzinkte Gießkannen. An die 30 Stück hat er bereits über Flohmärkte erworben, sie stehen strategisch im Garten verteilt. „Sie sind nicht nur als Deko gedacht, sondern ich benutze sie zum Gießen“, lässt der findige Bauer, der ab und zu auch seine Oldtimer und seine restaurierte Lambretta spazieren fährt, wissen. Vor dem Hauseingang lädt eine Hängematte zum Dösen ein. Auch das geht in diesem kleinen Gartenparadies als Kunst durch – die Kunst des Müßiggangs.