Mittwoch, 10. März 2021

Mutig oder Farce? Meghan-Interview spaltet die Gemüter

Nicht nur in Großbritannien hat das Interview von Prinz Harry und Herzogin Meghan hohe Wellen geschlagen: International wird diskutiert, ob das offene Gespräch mit Oprah Winfrey nun Klartext oder Kalkül war.

Suizidgedanken, Zickenkrieg mit Herzogin Kate und Rassismus bei den Royals. Das ausführliche Interview von US-Talkmasterin Oprah Winfrey mit Herzogin Meghan und Prinz Harry hat es in sich. STOL hat für Sie die brisantesten Aussagen im Video zusammengefasst. - Foto: © stol
Das 90-minütige Gespräch war in Großbritannien am Sonntagabend ausgestrahlt worden, in anderen Ländern erst am Montag.

Ob verzögert oder nicht hat das Interview von Prinz Harry und Herzogin Meghan jedoch hohe Wellen geschlagen. Dabei wurden auch brisante Themen wie Rassismus und Suizid offen angesprochen.

In einer ersten Reaktion des Palastes hieß es, die Queen sei erschüttert über die Vorwürfe und nehme diese sehr ernst.

Times: „Buckingham Palast hat Botschaft verstanden“

Die Londoner „Times“ schrieb am Mittwoch: „Nur weil Großbritannien weniger rassistisch ist als andere Länder, heißt das nicht, dass nicht mehr getan werden muss, um Ungleichheiten und rassistische Haltungen zu bekämpfen. Was immer man über Harrys und Meghans Verhalten denken mag: Wenn der Enkel der Königin und 6. in der Thronfolge erklärt, ihm sei klar geworden, dass es in diesem Land immer noch Rassismus gibt, als er Großbritannien aus der Sicht seiner Frau betrachtete, dann sollte das auch anderen die Augen öffnen. Die würdevolle Antwort des Buckingham Palastes auf Harrys und Meghans Anschuldigungen – wenngleich ein Hauch von Skepsis in der Bemerkung steckt, dass 'Erinnerungen variieren können' – zeigt, dass die königliche Familie dies verstanden hat.“

US-Superstar Beyoncé (39) dankte Herzogin Meghan für ihren Mut: „Danke Meghan für Deinen Mut und Deine Führung. Wir alle sind durch Dich bestärkt und inspiriert“, schrieb die Sängerin auf ihrer Webseite.

Bulgarische Zeitung: Meghan-Interview ist Farce

Doch es gibt durchaus auch kritische Stimmen. So schreibt die bulgarische Zeitung „Trud“ am Mittwoch: „(Meghan) Markle baute eine Gestalt auf, die Opfer von Rassismus ist, spielte mit der Karte der Selbstmordgedanken und machte ihr eigenes Kind zum Instrument der Manipulation. Sie warf der Königsfamilie Vorurteile vor und gab den großen liberalen Medien, die ewig durstig auf 'schlechte Weiße' und 'privilegierte Europäer' sind, meisterhaft den Ball. Dies ist das Publikum von Meghan – 'Limousinenliberale' und luxuriöse Radikale. (...) Für die bot sie eine ideale Vorführung. Für die Menschen außerhalb dieses sozialen Medienballons war die Szene eine Farce. Die Milliardärin Oprah Winfrey und die Millionärin Markle beklagen Rassismus in einem prächtigen Anwesen. Oh, was für Opfer. Meghan wird es tatsächlich schaffen, ihre gescheiterte 'Integration' in der Königsfamilie zu vermarkten und ihre 'Rolle' zu finden. Letzten Endes geht es um Geld und die Blöden sind die, die bezahlen. Davon gibt es leider viele.“

Die Kritik an Herzogin Meghans Aussagen hat auch schon Konsequenzen mit sich gebracht: So hat der britische Journalist Piers Morgan seinen Job als Moderator der Sendung „Good Morning Britain“ hingeschmissen.

Er hatte Zweifel an Meghans Suizid-Gedanken ausgesprochen, woraufhin über 40.000 Beschwerden beim Sender eingingen.

stol/apa/dpa