Dienstag, 21. April 2015

Mythen und Musik: Schüler präsentieren ladinische Sagen

120 Schüler von der Grundschule bis zur Oberschule der ladinischen Täler haben am musikalischen Projekt "Rundenì de lijëndes" mitgearbeitet, das die Tradition der ladinischen Sagewelt in einem aktuellen musikalischen Kontext wiederbeleben soll.

120 Schüler der ladinischen Täler haben am musikalischen Projekt „Rundenì de lijëndes“ mitgemacht
120 Schüler der ladinischen Täler haben am musikalischen Projekt „Rundenì de lijëndes“ mitgemacht - Foto: © LPA

Beim Projekt des Ladinischen Bildungsressorts und der ladinischen Musikschulen ging es in erster Linie darum, um das wertvolle Kulturerbe der Sagenwelt musikalisch neu darzustellen und in einen aktuellen Kontext zu bringen.

Das Endergebnis ist ein Szenenbogen, der, unter der Regie von Donatella Valletta, die lyrischen Texte vom ladinischen Schulamtsleiter Roland Verra mit der Musik von Matthäus Crepaz verbindet.

Das Projekt wurde dem Publikum am Montag erstmals im Haus der Kultur in St. Ulrich vorgestellt.

Ein Ziel, das das Projekt laut Verra verfolgt, ist das Schaffen eines poetisch-musikalischen Repertoires, das zum Nachahmen anregen sollte.

„Wir möchten Impulse geben, um eine Alternative zum Trend der vorherrschenden Dominanz der englischen Musik und Texte, die sich immer weiter ausbreitet, anzubieten", betont Verra. 

Sehnsucht nach einer untergegangenen mythischen Welt

Der Szenenbogen „Rundenì de lijëndes" ist in acht verschiedene Teile eingeteilt: L uedl dl Lech, Salvans, Imajes tribles, N Fauz re, I spirc dla montes, Ganes, Tla ijula, l prinz dl'eguia. Um beide ladinischen Idiome Südtirols einfließen zu lassen, wurden einige Teile im Gadertalerischen Idiom, und die anderen im Grödner Idiom verfasst.

Die Texte sind eher elegischen Charakters und widerspiegeln die Sehnsucht nach einer untergegangen mythischen Welt, in der die Dolomitenbewohner in Harmonie mit der Natur und mit der Geisterwelt lebten. Als Kontrast dazu werden die Folgen der touristisch geprägten Gegenwart aufgezeigt und kommentiert.

Am Projekt mitgearbeitet haben die Schüler der ladinischen Musikschulen von Gröden und vom Gadertal, der Mittelschule mit musikalischer Ausrichtung in St. Ulrich, der Grundschule St. Ulrichs, der Mittelschule Wolkenstein, der Mittel- und Oberschulen von Stern, des Kunstgymnasiums Cademia, des ITE Raetia und ladinische Schüler anderer Oberschulen Südtirols.

Weitere Termine

Zu hören und zu sehen ist das Endergebnis noch am Dienstag, 20:30 Uhr im Kulturhaus „Cësa dla Cultura"  in St. Ulrich und am Freitag um 17:00 und um 20:30 Uhr im großen Saal der Mittelschule in St. Martin. Der Eintritt zu den Präsentationen ist frei (freiwillige Spende).

stol