Dienstag, 30. Juni 2015

Nacht um eine Sekunde länger

Am Mittwoch ist die Nacht einen Tick länger – und zwar genau um eine Sekunde. Einige Computersysteme könnten damit überfordert sein.

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Die Nacht auf Mittwoch ist eine Sekunde länger als gewöhnliche Nächte. Die Hüter der Zeit fügen eine sogenannte Schaltsekunde ein. Während die allermeisten Menschen das kaum merken werden, müssen bestimmte Unternehmen die extra Sekunde sehr exakt in ihren Systemen berücksichtigen.

Für das Einfügen der Schaltsekunde ist hierzulande die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig zuständig. Der Vorgang ist relativ einfach, die Gründe etwas komplizierter. Um 01:59:59 schiebt die PTB in die gesetzliche Zeit, die über Langwelle an Funkuhren übermittelt, aber auch über Telefon und das Internet verbreitet wird, eine Sekunde ein. Auf 1:59:59 Uhr folge nicht wie sonst 2:00:00 Uhr, sondern 1:59:60 Uhr und dann erst 2:00:00 Uhr, erklärt Andreas Bauch vom Zeitlabor der PTB.

Warum eine Schaltsekunde?

Warum ist das notwendig? Zeit ist nicht gleich Zeit. Ein Tag – also eine Erdumdrehung um die eigene Achse – hat laut Weltzeit 86400 Atomsekunden. So ganz stimmt das aber nicht. Die Erde braucht ein ganz klein bisschen länger. Anders ausgedrückt: „Die Atomsekunde ist zu kurz“, sagt Bauch.

Der Grund: Die Atomsekunde beruht auf der Drehgeschwindigkeit der Erde von etwa 1820. Seitdem sei der Blaue Planet aber aus komplizierten Gründen ein ganz klein bisschen langsamer geworden, erklärt Bauch. Die Atomsekunde wurde aber nicht verlängert. Die Folge: Die Weltzeit würde immer mehr von dem gewohnten Tag-Nacht-Rhythmus abweichen. Um das zu verhindern, wird alle paar Jahre ein Tag um eine Sekunde verlängert.

Einige System können damit überfordert sein. Bei der Schaltsekunde 2012 wurden mehrere Websites lahmgelegt, das Buchungssystem der Fluggesellschaft Qantas fiel zeitweise aus.

dpa

stol