Montag, 06. Juli 2015

Neues Zuhause für die Löwenbabys aus dem Flüchtlingslager

In einem Flüchtlingslager im Gazastreifen waren Max und Mona aufgewachsen. Bei einem sechsfachen Vater mit seinen Kindern. Während diese weiter in der Palästinenserenklave ausharren, haben die zwei Löwenbabys ein besseres Zuhause gefunden.

Die zwei Löwenbabys max und Mona kamen nach Jordanien. Foto: Lion Club
Die zwei Löwenbabys max und Mona kamen nach Jordanien. Foto: Lion Club

Am Sonntag wurden Max und Mona unter Vermittlung einer britischen Tierschutzgruppe zunächst über den schwer bewachten Grenzübergang Erez nach Israel gebracht, von wo sie weiter nach Jordanien reisen sollten.

„Wir sind sehr traurig. Max und Mona waren wie Kinder für uns,“ sagte Vorbesitzer Saadi Dschamal. Die beiden fünf Monate jungen Löwen, ein Männchen und ein Weibchen, hätten ihn am Ende rund 30 Euro Futter am Tag gekostet.

 

Die Tiere waren bei der Familie aufgewachsen. Foto: Lion Club

Das konnte der Beamte im palästinensischen Sicherheitsdienst, der mit Frau und sechs Kindern im Flüchtlingslager Rafah am Südrand des Gazastreifens lebt, nicht mehr aufbringen. Seit dem verheerenden Krieg mit Israel im vergangenen Sommer sind die Preise in der Palästinenserenklave stark angestiegen.

 

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Die Söhne der Familie mit den Tieren. Foto: Lions Club

Dschamal berichtete, sein Plan, mit den Löwen Geld hinzuzuverdienen, indem er sie an Vergnügungsparks und Strandrestaurants ausleiht, habe kaum funktioniert. Deshalb gebe er sie nun gratis an ein Raubtiergehege in Jordanien ab.

Die Jungen waren vermutlich Nachkommen eines Löwenpaars, das durch die Schmugglertunnel aus Ägypten in den Gazastreifen gebracht wurde. Bevor diese Bauten weitgehend zerstört wurden, waren auch viele weitere Wildtiere für Zoos und Privatleute in das isolierte und an Attraktionen arme Gebiet geschleust worden.

 

In Strandrestaurants hätten die Tiere Attraktion sein sollen. 

Im September hatte „Vier Pfoten“ bereits drei Löwen aus dem im Krieg stark zerbombten Al-Bisan-Zoo von Gaza nach Jordanien gebracht. Der Transfer muss jeweils mit dem israelischen Verteidigungsministerium koordiniert werden.

Derzeit sollen geschätzt noch rund 40 weitere Raubkatzen im Gazastreifen leben. 

Dschamal hofft, von Israel die schwer zu erlangende Erlaubnis zu bekommen, Max und Mona eines Tages in Jordanien besuchen zu dürfen.

dpa

stol