Zwei aus vielen schmalen Aluminiumringen bestehende Figuren, männlich und weiblich, bewegen sich allabendlich aufeinander zu, küssen sich, verschmelzen miteinander und entfernen sich wieder. Die georgische Bildhauerin Tamara Kwesitadse hat diese faszinierende, 7 Meter hohe Skulptur geschaffen. Foto: FacebookAli und Nino werden sie genannt, nach dem berühmten, kaum bekannten Roman von Kurban Said, der die Geschichte einer Liebe zwischen der georgischen, christlich-europäisch erzogenen Nino und Ali, dem muslimischen Sohn aus vornehmen aserbaidschanischem Haus, in Baku erzählt.Grenzen akzeptierenObwohl Religion und Sitte diese Verbindung verbieten, erlangen die beiden Liebenden die Einwilligung ihrer Väter. Kurz vor der lang ersehnten Hochzeit wird Nino von einem vermeintlichen Freund und Vermittler Alis entführt. Ali erdolcht den Nebenbuhler in übermächtigem Zorn und könnte nach islamischem Recht auch seine Braut töten. Doch seine Liebe ist stärker und statt dem Racheakt kommt es zur versöhnenden Eheschließung. Frischvermählte kommen nicht zur RuheDer Fortgang der Geschichte lässt die beiden Jungvermählten allerdings nicht zur Ruhe kommen und vor dem Hintergrund der russischen Revolution müssen sie mehrmals flüchten, bis sie endlich wieder in ihre Heimatstadt zurückkehren können.Die ersehnte Ruhe stellt sich aber nicht ein und die Gegensätze zwischen West und Ost, zwischen Orient und Okzident treten immer mehr in den Vordergrund. Angesichts eines drohenden Kampfes muss sich Ali endgültig zwischen Ehre und Liebe, zwischen Heldentum und Familie entscheiden. Hier öffnenEine traurig schöne Liebesgeschichte, dargestellt durch diese beiden filigranen Figuren. Zu bewundern ist die Skulptur auf der Strandpromenade in Batumi in Georgien.stol/vs