„Das Ganze ist nicht nur Spaß“, sagte er am Donnerstag in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Tatsächlich sieht er in den angeblichen Ausnahmen für Angehörige von Religionsgemeinschaften ein „kleines Privileg“ für Kirchen in Österreich.Alm, der auch Sprecher des Volksbegehrens gegen „Kirchenprivilegien“ ist, war 2008 ein Folder des Verkehrsministeriums in die Hände gefallen, der Kopfbedeckungen auf Führerscheinfotos untersagte – außer für Angehörige von Religionsgemeinschaften. Also gab er sich als Anhänger der satirischen Religion des „Pastafarianismus“ aus, ließ sich mit einem Nudelsieb auf dem Kopf ablichten und stellte einen Antrag auf einen Scheckkartenführerschein.Die Behörden untersagten zuerst das Foto und schickten Alm stattdessen zum Amtsarzt, der ihm aber Fahrtüchtigkeit bestätigte. „Ich bin wahrscheinlich einer der wenigen Österreicher, denen ausdrücklich bescheinigt wurde, psychisch gesund zu sein.“ Der Unternehmer fragt sich nun, ob etwa Kardinal Christoph Schönborn, eine Nonne oder eine Muslima ebenso zum Amtsarzt geschickt würden, wenn diese eine geistliche Kopfbedeckung auf dem Führerscheinfoto tragen.Es folgte eine Vorladung zur Verkehrsbehörde, der Alm allerdings nicht nachkam. Genehmigt wurde der Führerschein – samt Nudelsieb auf dem Haupt – dann zwar schon im April 2009, Alm sei allerdings nie verständigt worden, sagte er. "Man dachte, ich hätte eine Holschuld" „Man war offenbar der Meinung, ich hätte eine Holschuld.“ Nachdem er von einem „Freund eines Bekannten eines Bekannten“ erfahren hätte, dass das Dokument bereits seit langem ausgestellt sei, hielt Alm schließlich am Dienstag den neuen Scheckkarten-Schein samt ungewöhnlicher Kopfbedeckung in der Hand.Enormes internationales Interesse Mit dem internationalen Interesse an dem Führerschein hätte Alm allerdings nicht gerechnet. Internationale Medien belagern seitdem den Wiener, die Interviewanfragen aus aller Welt kann er laut eigener Aussage kaum mehr bewältigen: BBC, CNN, das deutsche Nachrichtenmagazin „Spiegel“, „Bild“, „FAZ“ und „Süddeutsche Zeitung“ sind wenige von vielen Medien, die mit Alm sprechen wollen. Auch im sozialen Netzwerk facebook entstand ein regelrechter Hype, etliche Benutzer setzten sich für ihr Profilbild ebenfalls ein Nudelsieb auf.Medienliebling Alm – selbst bekennender Atheist und ständig im Einsatz für die Trennung von Kirche und Staat – verwies allerdings auch auf den für ihn wichtigen Hintergrund der Aktion. Dass nämlich nach wie vor staatliche Ausnahmegenehmigungen für Religionsgemeinschaften gelten würden. „Wir sind jetzt im 21. Jahrhundert und man könnte sich erwarten, dass die Republik Österreich nicht weitere Buckeleien vor der Kirche verrichtet. Wir wollen Laizität in diesem Land und wir sind der Meinung, dass Religion Privatsache ist.“apa