Freitag, 08. Januar 2016

Ötzi hat wohl asiatische Wurzeln

Die Ahnen der Gletschermumie „Ötzi“ waren wohl Migranten aus Asien, haben österreichische Forscher mit internationalen Kollegen herausgefunden.

Neues über den Eismann: Ötzis Ahnen stammen wohl aus Asien und der Iceman selbst litt unter aggressiven Bakterien.
Neues über den Eismann: Ötzis Ahnen stammen wohl aus Asien und der Iceman selbst litt unter aggressiven Bakterien.

Das verriet ihnen das Erbgut seiner „Helicobacter pylori“-Magenbakterien. Es ähnelt jenem von heute in indischen Mägen verbreiteten Populationen. Außerdem bescherten die Mikroben dem „Eismann“ vermutlich Bauchweh, berichteten sie im Fachmagazin „Science“.

„Helicobacter pylori ist schon seit mindestens 100.000 Jahren ein Begleiter der Menschheit“, erklärte Thomas Rattei vom Department für Mikrobiologie und Ökosystemforschung der Universität Wien im Gespräch mit der APA. Er gehörte mit Yoshan Moodley von der Veterinärmedizinischen Universität Wien, der mittlerweile in Südafrika forscht, und Kollegen vom Institut für Mumien und den Iceman der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) zu den leitenden Wissenschaftlern der Studie.

Heute trägt die Hälfte der Weltbevölkerung solche Bakterien im Verdauungstrakt, bei zehn Prozenten der Infizierten führen sie zu Magengeschwüren und manchmal Krebs.

Ötzi, der vor 5.300 Jahren gelebt hat, zählte vermutlich zu den Betroffenen. Der Helicobacter-Typ, den die Wissenschaftler in seinem Magen und Darm nachgewiesen haben, ruft nämlich Magenschleimhaut-Entzündungen hervor. Sie fanden dort auch Eiweißstoffe, die vom Immunsystem bei Entzündungen ausgeschüttet werden.

apa

stol