Freitag, 6. Mai 2022

Offener Brief an Angela Merkel gewinnt „Deutschen Medienpreis“

Sie war – vor allem in Südtirol umstritten und wurde auch kritisiert. Doch die Macher der Kampagne sollten recht behalten: Die Merkel-Anzeige in Form eines Offenen Briefs an Angela Merkel hat den „Deutschen Medienpreis 2022“ gewonnen.

Der Offene Brief mit der typischen Merkel-Raute. - Foto: © IDM

Der Dankes- und Einladungsbrief an Angela Merkel, den IDM Südtirol in Form einer Printanzeige in 2 Tageszeitungen in Deutschland geschalten hatte, wurde mit dem Deutschen Mediapreis 2022 ausgezeichnet.

Die hochkarätige Jury dieses Preises der deutschen Werbe- und Kommunikationsbranche, der seit 1999 verliehen wird, erkor die Anzeige zum Sieger der Kategorie „Media-Idee Print“.

Insgesamt stellten sich beim diesjährigen Wettbewerb, der kreative Mediaplanung fördern und gelungene Kampagnen-Beispiele einem Fachpublikum bekannt machen will, 123 Einreichungen in den Kategorien Media-Strategie und Media-Idee der Jury, darunter Unternehmen wie Hugo Boss, Audi, Vodafone oder McDonalds.

Der Preis wurde am Donnerstag von IDM-Präsident Hansi Pichler, Marketingdirektor Wolfgang Töchterle und Wolfgang Gurschler, Head Markets & Media von IDM, in den Kammerspielen München entgegengenommen.

Der Offene Brief an Angela Merkel - Foto: © IDM



„Sehr geehrte Frau Dr. Merkel, in den letzten 16 Jahren haben Sie alles gesehen. Wirklich alles?“ – So lautete der Einstieg in die Printanzeige, die in Form eines offenen Briefes an die deutsche Altbundeskanzlerin formuliert war.

Darin wurde Frau Merkel für ihre Treue zur Urlaubsdestination Südtirol gedankt, und sie wurde gleichzeitig in kreativer und unterhaltsamer Weise dazu eingeladen, Südtirol nun auch von einer anderen Seite kennenzulernen, und zwar im Frühling, da sie ja nun nicht mehr den zeitlichen Vorgaben der Parlamentssitzungen unterliege.

Dabei wurden auch die Vorzüge eines Südtirol-Urlaubs in der Nebensaison herausgestrichen. Geschalten wurde die Anzeige im Dezember, direkt am Tag nach Olaf Scholz„ Vereidigung, in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung„ und in der “Süddeutschen Zeitung„.

„Der Brief an Frau Merkel war der Auftakt unserer neuen touristischen Kampagne, die erstmals einen klaren Fokus auf die Nebensaisonen gelegt hat – in diesem Fall auf den Frühling. Durch diese neue Ausrichtung des Destinationsmarketings wollen wir zu einer nachhaltigen und verträglichen Entwicklung des Südtiroler Tourismus beitragen“, sagt IDM-Generaldirektor Erwin Hinteregger.

Die IDM-Spitze nahm den Preis entgegen.



„Mit der Merkel-Anzeige wollten wir uns bei Altbundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Treue zu Südtirol bedanken und potenzielle Gäste in einem unserer wichtigsten Quellmärkte ansprechen, damit sie Südtirol in den Nebensaisonen entdecken. Wir haben dafür im Zielmarkt Deutschland bereits großen Beifall geerntet. Die Auszeichnung mit dem Deutschen Mediapreis ist nun auch die Bestätigung aus Fachkreisen dafür, dass unsere kreative Werbeidee sehr gut funktioniert hat.“

Die Printanzeige aus Südtirol war bereits im Vorfeld von der 19-köpfigen Jury in die Shortlist der besten Kandidaten aufgenommen worden und konnte sich schließlich gegen die crossmediale Medienkampagne „Sag es laut“ durchsetzen, eine Kampagne gegen Rassismus und für Zivilcourage gegen rechten Hass, die es ebenso ins Finale geschafft hatte.

„Man hat nicht oft die Möglichkeit, dem Kunden ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und ihn damit mitten ins Herz zu treffen. Wenn es nicht künstlich wirken soll, muss man dazu Situationen gut erkennen und sie nutzen können. Wie in einem guten Gespräch. Es geht um Relevanz im richtigen Moment in der richtigen Zielgruppe. Wenn man das schafft, sind auch keine riesigen Etats nötig“, sagt IDM-Marketingdirektor Wolfgang Töchterle.

Insgesamt gab es in diesem Jahr 39 Shortlist-Platzierte in den 13 Kategorien der Media-Ideen und Media-Strategien. Mit dabei waren so renommierte Unternehmen wie Hugo Boss, Audi, Vodafone und McDonalds.

stol

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