von Martina Hofer<BR /><BR /> „Einen ‚Playboy‘, bitte!“ Für Penelope Frego fühlte sich dieser Satz neulich am Kiosk ungefähr so aufregend an, als hätte sie mit 12 Jahren die „Bravo“ gekauft. „Es war das erste Mal, dass ich mir dieses Magazin besorgt habe“, muss sie selbst schmunzeln. Anstatt Scham aber überwog der Stolz, das weltbekannte Hochglanzmagazin in den Händen zu halten und sich selbst darauf wiederzufinden. „Die Fotos sind genauso geworden, wie ich sie wollte. Nacktheit in ihrer natürlichsten Form“, erzählt die Schauspielerin und hütet das Magazin wie einen Schatz.<BR /><BR />Zum ersten Mal in ihre Karriere durfte sie darin in eine Rolle schlüpfen, die ihr viel Mut abverlangt hat. Nämlich in die Rolle der Penelope Frego selbst – einer selbstbewussten jungen Frau, die mit ihrer Hüllenlosigkeit zur Entsexualisierung der Nacktheit beitragen möchte. <BR /><BR /> <a href="https://www.playboy.de/" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier geht's zur Seite des deutschen Playboy.</a><h3>Die „Bolzanina“ im deutschen Rheinland</h3>Geboren und aufgewachsen mit einer Schwester in Bozen, war Penelope Frego schon immer ein selbstbewusstes, zielstrebiges Mädchen – betrieb unter anderem zehn Jahre lang Eiskunstlauf auf Wettkampfniveau. Mit 16 Jahren ging es für die italienischsprachige Oberschülerin (am „Liceo Scientifico E. Torricelli“) hinaus in die Welt. Um ihr Deutsch aufzubessern, absolvierte die Boznerin ein Auslandsjahr in Stuttgart, ehe sie nach der Matura in Bozen nach Köln zog. Mit der Ausbildung an der „Schauspielschule im Keller“ kehrte sie nicht nur ihrem italienischen Akzent den Rücken, sondern vorerst auch der Heimat Südtirol. Seit elf Jahren ist sie in der Metropole am Rhein daheim – und vor den Film- und TV-Kameras zu Hause. <h3>Vor der Kamera mit Schweiger oder Schweighöfer</h3>Ihre erste große Rolle spielte die perfekt zweisprachige Südtirolerin in der Funk-Mystery-Serie „Wishlist“, die den Grimme-Preis und den Deutschen Fernsehpreis gewann. Im US-Remake von „Honig im Kopf“ („Head Full of Honey“) mit Til Schweiger war sie ebenso in einer Rolle zu sehen, wie im soeben erschienen Musikfilm „Girl You Know It's True“ mit Matthias Schweighöfer. Soap-Liebhaber aber kennen Penelope Frego als „Bettina Körner“ aus der RTL-Serie „Unter Uns“. <BR /><BR />Und vom dortigen Set zum „Playboy“ scheint der Weg nicht besonders lange zu sein. Tanja Szewczenko hat es getan, Kim Gloss und Birte Glang ebenso wie Tanja Lanäus, Claudelle Deckert und Valea Scalabrino. All diese RTL-Stars entblätterten sich schon für das Magazin.<h3>Der „Playboy“-Anruf – und was der Ehemann sagte</h3>Für die 31-Jährige kam der Anruf vom „Playboy“ dennoch mehr als unterwartet. „Ich habe mal kurz gestoppt und mich gefragt: Ist das was für mich?“, erinnert sie sich noch genau zurück an das Telefonat. Aufgewühlt hielt sie Rücksprache mit ihren Eltern in Bozen, der Schwester, die seit drei Jahren ebenfalls in Köln lebt, und ihrem Ehemann Antonio Diego Cuomo – ein Deutsch-Italiener von der Amalfi-Küste, der in Köln aufgewachsen ist. <BR /><BR />„Die Reaktionen aller meiner Lieben waren sehr schön und offen und so wusste ich, das muss ich einfach machen – für mich“, erzählt Penelope Frego lächelnd. An einer Bedingung jedoch hielt sie fest: Die Bilder mussten ihrer Vorstellung und ihrem Blick auf den Körper entsprechen – und sie wollte die Fotoauswahl selbst treffen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1061571_image" /></div> <BR /><BR />Kein einfaches Unterfangen, wie sich kurz nach dem Shooting in Kapstadt herausstellen sollte, denn ein Motiv übertraf das nächste. Geschmeichelt vom Licht der südafrikanischen Sonne, zwischen Sand, Palmen und Wasser verwandelte die schöne Boznerin jede Szene in eine anmutige Erinnerung für ihre Enkelkinder. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1061574_image" /></div> <h3>Verzerrte Wahrnehmung von Frauenkörpern</h3>Speziell auf das Shooting vorbereitet – ähnlich wie auf eine Rolle – hat sich Penelope Frego dafür nicht. „Klar guckt man, ein bisschen mehr Sport zu machen. Letztendlich blieb mir jedoch nicht die Zeit und das war gut so. Ich habe mich gezeigt, wie ich bin“, gibt sich die 31-Jährige selbstbewusst und strahlte dies auch aus.<BR /><BR />Obschon auch sie Tage habe, an denen sie sich gar nicht wohlfühlt in ihrer Haut – etwas künstlich zu verändern kam für die Schauspielerin bisher nicht in Frage. Sie möge die Abhängigkeit nicht, sagt die 31-Jährige. Botox etwa müsse ständig aufgefrischt werden. Sie lasse sich nicht einmal die Nägel machen, verriet die Boznerin dem „Playboy“. <BR />Ihre authentische Art spiegelt sich auch in den unverstellt natürlichen Fotos im „Playboy“ wider. In den Augen des Models haben sie wenig mit dem „Männerzeugs“ zu tun, das sie bisher im Magazin vermutet hatte. „Wir waren ein tolles Frauenpower-Team und die Motive waren echt wunderschön, ich habe mich richtig wohlgefühlt“, resümiert Penelope Frego dankbar. <BR /><BR />Als Schauspielerin hat sie schon einige Nacktszenen abgedreht. „So vor der Kamera zu posieren war dann aber doch ungewohnt“, gibt die Fachfrau zu, griff aber tief in die Schauspieltrickkiste. Sie fokussierte sich, bewahrte den neutralen Blick und steckte somit Unsicherheiten weg. Als Schauspielerin sei ihr Körper schließlich ihr Werkzeug, sagt Frego – und dieses beherrscht sie mit Bravour.<h3> „Wollte Statement setzen“</h3>Doch es ging der Boznerin diesmal um mehr, als nur der Rolle gerecht zu werden. Mit dem Shooting wollte Penelope Frego ein Statement setzen, zeigen, dass die Brust ein Teil des weiblichen Körpers ist.<BR />„Weibliche Körper werden immer noch zu häufig sexualisiert wahrgenommen. Zum Beispiel, wenn Frauen, die sexuell belästigt werden, eine Mitschuld gegeben wird, weil sie zu freizügig gekleidet seien. <BR /><BR />Ich möchte als Frau nicht ständig daran denken müssen, was ich bei anderen vielleicht mit meinen weiblichen Reizen auslösen kann. Ich möchte in meinen Handlungen frei sein“, sagt die Schauspielerin und reiht sich mit ihrer Einstellung in eine Riege starker „Playboy“-Vorgängerinnen ein – von Ornella Muti bis Katharina Witt.<BR /><BR />Ihr Mut war es u.a auch, der Frego bewogen hat, es ihnen gleichzutun und Teil der „Bunny“-Familie zu werden. Einen Karriereschub erwartet sie sich dadurch jedoch nicht. Im Filmbusiness werde schon mehr verlangt, sagt eine, die gut im Geschäft ist. <BR /><BR />Als die deutsche „Karla“ wird sie etwa ab Oktober in der Historienserie „Prima di noi“ (Daniele Luchetti) auf RAI 1 zu sehen sein, und auch in Südtirol stand die Boznerin bereits vor der Kamera, u. a. für „Vier zauberhafte Schwestern“ (Sven Unterwaldt) oder „Una vita in fuga“ (Flag Day).<h3>Ihr Leben zwischen Köln, Bozen und Amalfi</h3>Ist das schöne „Playboy“-Model nicht beruflich unterwegs, verbringt sie ihre Zeit gerne mit ihren Liebsten in Köln, an der Amalfi-Küste, bei Verwandten in Mittelitalien oder in ihrer Heimatstadt Bozen.<BR /><BR />„Die Berge, das gute Essen, die Familie, aber auch diesen kulturellen Schmelztiegel vermisse ich schon“, gibt die Wahl-Kölnerin zu, schätzt aber die Offenheit und Moderne einer Großstadt und die beruflichen Möglichkeiten in Deutschland. <BR /><BR />Frego hat nämlich neben ihrem Hauptberuf Psychologie an der Uni Köln studiert und nun ein Unternehmen im Bereich Weiterbildung gegründet – um, wie sie sagt, „eigenbestimmt meine Werte und Prinzipien im Leben umzusetzen“. Ein Leben, dass sie langfristig zwischen Italien und Deutschland sieht, vor den Kameras, aber auch hinter dem Babywagen. „Zwei Kinder wären toll“, erzählte sie im „Playboy“-Gespräch. <BR /><BR />Es wird also nur noch eine Frage der Zeit sein, bis sie wieder am Kiosk anhält, um Zeitungen mit „Häschen“ zu kaufen.<h3> Der „Playboy“...</h3> … ist ein von Hugh Hefner (1926−2017) gegründetes US-amerikanisches Männermagazin, das primär für seine Aktfotografie bekannt ist. Vor einigen Jahren aber erfolgte eine Neuausrichtung – raus aus der Schmuddelecke, hin zu mehr Ästhetik, starken Frauen und tollen Reportagen. Damit sollen vermehrt auch die Leserinnen angesprochen werden. <BR /><BR />Biathletin Dorothea Wierer lehnte 2015 ein „Playboy“-Angebot ab, Ex-Wasserspringerin Tania Cagnotto zog sich 2013 für den italienischen „Playboy“ aus.