Heute geht es um das Sternbild Perseus.<BR /><BR />Südlich des auffallenden Tierkreiszeichens Stier breitet sich das Sternbild Perseus aus, das mythologisch ganz in der Nähe der anderen Figuren aus der Legende um Kassiopeia, Kepheus und Andromeda liegt. Perseus ist in unseren Breitengraden teilweise zirkumpolar, das heißt, dieses Sternbild ist – zumindest teilweise, das ganze Jahr über zu sehen. Im November erlebt Perseus seinen höchsten Stand am Himmel: Gegen 22 Uhr nähert sich dieses Bild dem Meridian, der gedachten Linie zwischen Zenit und dem Horizont im Süden. An und für sich wäre nun nur der Milchstraße zu folgen, um auf Perseus zu stoßen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="829265_image" /></div> <BR /><BR />Bedauerlicherweise bedecken hier viele Dunkelwolken die Sicht auf diesen Arm unserer Galaxis. Die Sterne Mirfak (α), Delta Persei (δ), Epsilon Persei (ε) und Zeta Persei (ζ) bilden den Körper und ein Bein des Perseus. Der Stern Algol (β) repräsentiert das abgeschlagene Medusenhaupt, das er in der Hand hält.<h3> Die Legende des Sternbildes</h3>Wie bereits im Beitrag zum Sternbild Kassiopeia erwähnt, hatten Kassiopeia und Kepheus, Königin und König von Äthiopien, gemeinsam eine Tochter, Andromeda. Quellen aus der Antike sprechen davon, dass beide Frauen außerordentlich hübsch und reizvoll waren. Voller Hochmut behauptete Kassiopeia in der Runde, dass ihre Tochter und sie selbst schöner seien als die 50 Meeresnymphen, die Nereiden, ausnahmslos bezaubernde und anziehende Frauen, Töchter des Meeresgreises Nereus. <BR /><BR />Diese Aussagen der Kassiopeia schmerzte diese Damen so sehr, dass sie sich beim Gott der Meere, Poseidon, beklagten. Dieser geriet in Rage und wollte sich an der Königsfamilie rächen. Dazu schickte er den Walfisch Ketos an die Küste Äthiopiens, wo er durch seine laufend vorgetragenen Flutwellen ganze Landstriche zerstörte. In Sorge um deren Wohlergehen holte die Bevölkerung Rat beim Orakel von Delphi. Dieses empfahl, die Königstochter Andromeda dem Ketos zu opfern. Schweren Herzens ketteten die Eltern die hübsche Tochter an einen Felsvorsprung, den der hässliche Raubfisch erreichen konnte.<h3> Perseus – der Retter in der Not</h3>Gerade, als sich der Walfisch dem wimmernden Mädchen näherte, eilte der griechische Held Perseus auf seinen geflügelten Schuhen des Götterboten Hermes vorbei und bemerkte die unglückliche Situation. Perseus, der gerade eben der Gorgone Medusa den Kopf abgeschlagen hatte, trug diesen in einem Beutel mit sich, um ihn dem König zu zeigen, der immer wieder seiner Mutter nachstellt. Die Gorgonen, hässliche Frauengestalten aus der Antike, hatten Schlangen als Haare und einen Blick, der alles, was ihnen in die Augen schaute, zu Stein verwandelte. Geistesgegenwärtig holte Perseus den Kopf hervor und zeigte ihn dem Ketos. Augenblicklich wurde dieser zu einem Felsen. Als Belohnung holte sich Perseus die hübsche Andromeda zur Frau.<BR /><h3> Die Sterne des Perseus</h3>Der hellste Stern im Sternbild Perseus ist der 1,8mag helle Stern Mirfak (Alpha Persei). Er stellt im Sternbild den rechten Ellenbogen des Perseus dar. Mirfak ist ein Riesenstern, der ca. 540 Lichtjahre von uns entfernt ist und mit 4000 Sonnenleuchtkräften strahlt. Betrachtet man Mirfak mit blosem Auge bei mondloser Nacht oder im Fernglas, sieht man ihn umgeben von zahlreichen hellen, vielfach blauweißen Sternen, das ist der Sternhaufen Melotte 20. <BR /><BR />Ungefähr 4,6° nordwestlich von Mirfak liegt der 2,9mag helle Algenib (Gamma Persei). Algenib ist ca. 150 Lichtjahre entfernt und ein sehr enger Doppelstern, der Abstand der Partner beträgt maximal 0,4 Bogensekunden. <BR /><BR />Ca. 3° südöstlich von Mirfak liegt der 3mag helle Stern Delta Persei, auch er ist ein blauer Riesenstern in 560 Lichtjahren Entfernung, er strahlt mit 1700 Sonnenleuchtkräften. <BR /><BR />Ca. 8° südsüdöstlich von Delta liegt der 2,9mag helle Epsilon Persei, auch er ist ein Blauer Riese mit 2500 Sonnenleuchtkräften. Epsilon ist ein Doppelstern, sein 8mag heller Partner steht im Abstand von neun Bogensekunden.<BR /><BR />Ca. 8°südlich von Epsilon liegt Zeta Persei. Zeta stellt den Fuß des Perseus dar und ist ein Blauer Riesestern mit 6500 Sonnenleuchtkräften, ca. 1000 Lichtjahre entfernt. Zeta ist der Hauptstern einer Gruppe leuchtkräftiger blauer Sterne, deren gemeinsame UV-Strahlung eine ausgedehnte Wasserstoffwolke zum Leuchten anregt, die unter dem Namen „California-Nebel“ bekannt ist.<BR /><BR />Algol (Beta Persei) liegt 9.3° südlich von Mirfak. Algol stellt im Sternbild Perseus das grauenvolle Haupt der Medusa dar. Er ist ein bekannter Veränderlicher Stern: Nach jeweils 2 Tagen, 20 Stunden, 48 Minuten und 56 Sekunden fällt Algols Helligkeit für zehn Stunden von 2,1mag auf 3,5mag ab, denn Algol ist ein Doppelstern, dessen unterschiedlich helle Partner einander - von unserem Standort aus betrachtet - regelmäßig verdecken. Der Name kommt aus dem Arabischen „Al Ghul“, auf Deutsch heißt das „Kopf des Dämonen, Teufels“.<BR /><BR />Fünf Grad nordwestlich von Algol findet man – nur im Fernglas - den ausgedehnten Offenen Sternhaufen M34. <BR /><BR />3,6° südlich von M34 kann man im Fernrohr bei mittleren Vergrößerungen die kleine Galaxie NGC 1023 entdecken. Ca. 2,2° ostnordöstlich von Algol liegt die elliptische Galaxie NGC 1275. Sie ist die hellste Galaxie des „Perseus 1“ Galaxienhaufens, der ca. 200 Millionen Lichtjahre von uns entfernt ist. Man braucht einen dunklen, klaren Himmel, um diese Galaxie wahrnehmen zu können. Allerdings ist ein Teleskop dafür Voraussetzung.<BR /><BR />Nordöstlich von Gamma Persei liegen die beiden prächtigen Offenen Sternhaufen „h und chi“, die schon zu den Zeiten des Astronomen Ptolemäus als „kleine Wölkchen“ bekannt waren. Diese beiden Sternenhaufen sind sehr eindrucksvoll in jedem Fernrohr und Fernglas, das ein großes Gesichtsfeld bietet. <BR /><BR />Dazu gibt es im Sternbild Perseus eine beachtliche Zahl an weiteren Offenen Sternhaufen und Galaxien, die allerdings alle nur im Teleskop zu erkennen sind. <BR /><BR />